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Erbteilung in der Schweiz - Infos, Formen & Kosten

Frau unterzeichnet Erbteilungsvertrag
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Nach dem Tod einer nahestehenden Person stellt sich die Frage, was mit dem Nachlass geschehen wird. Durch die Erbteilung in der Schweiz wird bestimmt, wer welche Gegenstände und welches Vermögen aus dem Nachlass bekommt. Aber wie funktioniert beispielsweise die Erbteilung unter Geschwistern, wie schließt man einen Erbteilungsvertrag ab und wie erfolgt die Erbteilung Berechnung? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Beitrag rund um das Thema Erbteilung in der Schweiz ausführlich behandelt.

Kurz vorweg: Viele suchen im Internet nach einem Erbteilungsvertrag Muster, jedoch dient dieses nur als Orientierungshilfe. Es ist ratsam, sich für die Erstellung oder Überprüfung des Erbteilungsvertrages einen Anwalt für Erbrecht zu suchen. Dieser verfügt über das nötige Know-how, sorgt für rechtsgültige Verträge ohne Formfehler und kann Sie außerdem zu allen Erbrechtsthemen wie beispielsweise dem Erbvorbezug, dem Vermächtnis und der Schenkung beraten.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze:
  • Die Erbteilung bezeichnet die Teilung des Nachlasses unter den Erben.
  • Die Erbteilung muss sowohl bei der gesetzlichen Erbfolge als auch bei der gewillkürten Erbfolge erfolgen.
  • Die gesetzliche Erbfolge beziehungsweise Erbteilung empfiehlt sich für klassische Familien mit Kindern eher als für Patchworkfamilien.
  • Können die Erben einer Erbengemeinschaft bei der Erbteilung in der Schweiz keine Einigung erzielen, kann eine Erbteilungsklage helfen.
  • Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich Erbstreitigkeiten bei der Erbteilung schon zu Lebzeiten durch eine gute und transparente Nachlassplanung vermeiden lassen.

Was bedeutet Erbteilung?

Wer auf der Suche nach einer Erbteilung Definition ist, wird nun fündig. Laut der Erbteilung Definition versteht man unter dem Ausdruck Erbteilung das gesetzlich festgelegte Verfahren zur Teilung eines Nachlasses unter den Erben. Hierbei ist es nach dem Erbrecht in der Schweiz unerheblich, ob der Erblasser ein Testament oder einen Erbvertrag aufgesetzt hat oder seine Erben nach der gesetzlichen Erbfolge erben.

Das Erbrecht in der Schweiz sieht vor, dass alle Erben eines Erblassers automatisch eine Erbengemeinschaft bilden, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. Abgeschlossen ist die Erbteilung dann, wenn ein Nachlass vollständig unter allen Erben aufgeteilt ist.

Wie sieht die gesetzliche Erbfolge für die Erbteilung aus?

Liegt vom Erblasser kein gültiges Testament oder ein Erbvertrag vor, so greift nach dem Schweizer Erbrecht die gesetzliche Erbfolge für die Erbteilung in der Schweiz. Innerhalb der gesetzlichen Erbfolge gibt es für die Erbteilung ohne Testament drei Parentelen.

Dies ist ein aus dem Erbrecht stammender Fachbegriff, der die Erben eines Erblassers in verschiedene Gruppen aufgeteilten. Durch die verschiedenen Parentelen wird die Erbreihenfolge für die Erbteilung in der Schweiz also gesetzlich festgelegt. Innerhalb der Parentel gilt immer das Prinzip „alt vor jung“.

Der ersten Parentel werden die direkten Nachkommen des Erblassers zugeordnet. Hierzu zählen dessen Kinder, Enkel und Urenkel. Ebenfalls dazu zählen adoptierte Kinder, Stiefkinder allerdings nicht. Ehegatten haben eine Sonderstellung und zählen ebenfalls zur ersten Parentel.

Zu der zweiten Parentel innerhalb der gesetzlichen Erbfolge zählen die Eltern des Erblassers und deren Nachkommen, also die Geschwister des Erblassers und seine Nichten und Neffen. Die Großeltern und deren Nachkommen bilden die dritte Parentel für die Erbteilung ohne Testament.

Die gesetzliche Aufteilung ist selten ideal

Die gesetzliche Erbteilung ist auf klassische Familien mit Kindern zugeschnitten, sodass die Erbteilung unter Geschwistern und / oder dem verbleibenden Elternteil stattfindet. Weil in der modernen Zeit immer mehr Paare im Konkubinat zusammenleben, keine Kinder haben oder Patchworkfamilien bilden, kann die Erbteilung über die gesetzliche Erbfolge Nachteile mit sich bringen.

Die gesetzliche Erbfolge begünstigt die Personen, die einem Erblasser verwandtschaftlich am nächsten stehen. Weil dies nicht unbedingt die Personen sein müssen, die ein Erblasser begünstigen möchte, empfiehlt sich die gewillkürte Erbfolge. Hier müssen zwar bei der Erbteilung Pflichtteile berücksichtigt werden, die freie Quote kann aber nach Belieben verteilt werden.

Ihr Rechtsanwalt für Erbrecht berät Sie gern zum Thema Erbteilung Pflichtteile, der Erbteilung unter Geschwistern und zu den Vorteilen der gewillkürten Erbfolge.

Nachlass planen und bei Bedarf anpassen 

Wer sichergehen möchte, dass sein Nachlass nach den eigenen Wünschen verteilt wird, der sollte ein Testament aufsetzen. Vor allem für unverheiratete Paare ist das empfehlenswert: Konkubinatspartner sind im Todesfall des Partners nicht erbberechtigt, sie gehen bei der Erbteilung vollkommen leer aus.

Wer seinen Partner also begünstigen möchte, kann dies zum Beispiel über die frei verfügbare Quote bei der gewillkürten Erbfolge. Eine weitere Möglichkeit sind Schenkungen oder Vermögensübertragungen zu Lebzeiten.

Hinweis!

Stirbt ein Ehepartner, hat der hinterbliebene Partner bei der Erbteilung ein Anrecht auf das gemeinsame Haus beziehungsweise die gemeinsame Wohnung. Kann er die anderen Erben nicht auszahlen und die Immobilie folglich nicht übernehmen, kann ein Wohnrecht oder eine Nutzniessung geltend gemacht werden. Dies gilt nur für den gemeinsamen Wohnsitz, nicht beispielsweise für Ferienhäuser.

Weitere Möglichkeiten bei der Nachlassplanung

Im Testament können neben den Erben auch Nacherben genannt werden, an die das Vermögen nach dem Tod der Erben gehen soll. Auf diese Weise kann ein Nachlass langfristig über mehrere Generationen geplant werden. Außerdem hat jeder Erblasser die Möglichkeit, Teilungsvorschriften für die Erbteilung zu erlassen.

Er kann also festlegen, welcher Erbe welche Nachlassgegenstände erhalten soll. Wenn Sie Fragen zur Erbteilung in der Schweiz haben, nehmen Sie über unsere Anwaltssuche Kontakt zu einem Erbrechtsexperten auf und lassen sich beraten.

Was besagt das Erbrecht bei Halbgeschwistern?

Halbgeschwister zählen zur zweiten Parentel und sind je nach Erbenkonstellation erbberechtigt. Allerdings kann es sein, dass sie bei der Erbteilung weniger erhalten als Vollgeschwister. Dies ist deswegen der Fall, weil Geschwister erst erben, wenn ihre Eltern verstorben sind (Prinzip „alt vor jung“ innerhalb der Parentel). Weil Halbgeschwister nur ein gemeinsames Elternteil haben, kann bei der Erbteilung auch nur die Erbquote dieses Teils auf ein Halbgeschwister übergehen.

Welche Formen der Erbteilung gibt es und wie funktionieren diese genau?

Nach dem Erbrecht in der Schweiz gibt es drei Erbteilung Formen. Hierzu zählen die vollständige Erbteilung, subjektiv-partielle Erbteilung und die objektiv-partielle Erbteilung. Den Unterschied der drei Erbteilung Formen werden wir im Folgenden kurz erläutern.

Was ist die vollständige Erbteilung?

Von einer vollständigen Erbteilung spricht man, wenn die Erben einer Erbengemeinschaft den Nachlass vollständig unter sich aufgeteilt haben. Durch die vollständige Erbteilung wird die Erbengemeinschaft automatisch aufgelöst. Bei der Erbteilung mit Liegenschaften müssen andere Erben entweder ausgezahlt werden oder mehr Barvermögen erhalten.

Was ist die subjektiv-partielle Erbteilung?

Von der subjektiv-partiellen Erbteilung spricht man, wenn es zur Abfindung einer oder mehrerer Erben kommt. Die restlichen Erben verbleiben in der Erbengemeinschaft und halten diese bis zur vollständigen Erbteilung aufrecht.

Was ist die objektiv-partielle Erbteilung?

Die objektiv-partielle Erbteilung ermöglicht ein Verbleiben aller Erben in der Erbengemeinschaft, obwohl sie schon einen Teil des Nachlasses untereinander aufgeteilt haben. Eine objektiv-partielle Erbteilung kommt in der Realität oft vor. Für alle drei Erbteilung Formen müssen die Erben dem Grundbuchamt einen schriftlichen Erbteilungsvertrag einreichen.

Welche Kosten gibt es zu beachten?

Für alle drei Erbteilung Formen müssen die Erben dem Grundbuchamt einen schriftlichen Erbteilungsvertrag einreichen. Erbteilung Kosten können entstehen, wenn die Erben die Erbfolge im Grundbuch eintragen lassen möchten. Dies ist insbesondere wichtig, wenn im Nachlass eine Immobilie oder ein Grundstück enthalten ist.

Für den Eintrag im Grundbuch muss ein Erbschein vorgelegt werden, der wiederum Kosten verursacht. Des Weiteren muss bedacht werden, dass Kosten für einen Notar oder Anwalt anfallen können. Besprechen Sie Ihre Fragen zu den Erbteilung Kosten am besten mit einem Anwalt. Hier auf Erbrechtsinfo.ch finden Sie schnell und unkompliziert den passenden Experten in Ihrer Region.

Was ist der Pflichtteilsanspruch und wer ist pflichtteilsberechtigt?

Durch den Pflichtteilsanspruch wird den Nachkommen, dem Ehegatten und den Eltern (falls keine Nachkommen vorhanden sind) eines Erblassers ein bestimmter Teil des Nachlasses bei der Erbteilung garantiert. Selbst wenn ein Erblasser in einem Testament etwas anderes verfügt, werden bei der Erbteilung Pflichtteile berücksichtigt. Wer einem pflichtteilsberechtigten Erben den Pflichtteil entziehen möchte, braucht einen rechtlich relevanten Grund.

Beispiel für den Pflichtteilsanspruch

Ein alleinstehender Erblasser hinterlässt 100 000 Franken und vier Kinder. Der gesetzliche Erbanspruch beläuft sich auf den gesamten Nachlass, jedes Kind würde bei der Erbteilung also 25 000 Franken erhalten. Der Pflichtteil beläuft sich auf drei Viertel des gesetzlichen Erbanspruchs, also auf 75 000 Franken insgesamt.

Jedes Kind hat demnach einen Pflichtteilsanspruch von 18 750 Franken. Die verbleibenden 25 000 Franken bilden die frei verfügbare Quote.

Wie lassen sich die Anteile der Erbteilung berechnen?

Die Erbteilung Berechnung ist abhängig von der Erbenkonstellation und davon, ob nach der gewillkürten oder der gesetzlichen Erbfolge geerbt wird. Bei der gewillkürten Erbfolge sind Pflichtteile zu beachten. Was nach der Berücksichtigung aller Pflichtteile noch übrig bleibt, ist die sogenannte freie Quote, die ein Erblasser nach Belieben verteilen kann.

Die Erbteilung Berechnung erfolgt, sobald die Erbenkonstellation und die Anteile der einzelnen Erben am Nachlass feststehen. In folgender Tabelle “Erbteile, Pflichtteile und freie Quoten: So unterschiedlich wie Ihre Familiensituationen” können Sie sich genau ansehen, wie die Erbteilung funktioniert und wie bei der Erbteilung Pflichtteile berücksichtigt werden.

Familiengeneration spaziert durch den Park

Wer kann bestimmen, wie die Erbteilung erfolgen soll?

Grundsätzlich hat der Erblasser die Möglichkeit, die Erbteilung im Testament oder Erbvertrag festzulegen. Wenn er möchte, kann er eine Willensvollstreckung anordnen und einen Willensvollstrecker mit der Erbteilung beauftragen. Trifft der Erblasser keine Vorkehrungen, müssen die Erben selbst die Erbteilung vornehmen. Kommt es hier zu Erbstreitigkeiten, entscheidet im Zweifelsfall das Gericht.

Wie hoch ist der Erbanspruch bei einer Erbschaft der Ehepartner?

Bei der Erbteilung in der Schweiz gibt es sogenannte güterrechtliche Auseinandersetzungen. Die güterrechtliche Auseinandersetzung betrifft den Nachlass von Ehepaaren. Wenn ein Ehepartner verstirbt, muss für die güterrechtliche Auseinandersetzung geklärt werden, in welchem Güterstand die Eheleute gelebt haben.

Güter- und Erbrecht

Das Güter- und Erbrecht ist für Eheleute besonders wichtig. Mit diesem wird im Todesfall bestimmt, welche Vermögenswerte dem überlebenden Partner gehören und welche in den Nachlass gerechnet werden und bei der Erbteilung verteilt werden.

Gütergemeinschaft

Für den Ehestand einer Gütergemeinschaft ist ein Ehevertrag notwendig. Veranlagt sich ein Ehepaar als Gütergemeinschaft, so wird ein Großteil des jeweiligen Eigenguts von Ehemann und Ehefrau zum Gesamtgut und gehört beiden zu gleichen Teilen. In dieser Konstellation ist der überlebende Partner bei der Erbteilung optimal abgesichert.

Gütertrennung

Bei der Gütertrennung gibt es keine gemeinsamen Güter, weil die Ehepartner während der Ehe ihre eigenen Güter unabhängig voneinander verwalten. In der Ehe gemeinsam angeschaffte Vermögenswerte werden bei der Gütertrennung aufgeteilt. Genauso verhält es sich mit Schulden.

Güterrechtliche Teilung im Todesfall

Bei der güterrechtlichen Teilung im Todesfall behält der überlebende Partner sein Eigentum und das Vermögen des Verstorbenen bildet den Nachlass. Ihr Anwalt für Erbrecht berät Sie bei weiteren Fragen zur Erbteilung in der Schweiz gern zeitnah und kompetent.

Wie kann eine Teilung der Erbschaft erfolgen?

Wenn der Erblasser keine Willensvollstreckung angeordnet hat, ist die Erbteilung Sache der Erben. Der Erbteilung Ablauf kann hierbei verschieden sein. Im Folgenden können Sie sich näher über die Möglichkeiten des Erbteilung Ablaufs informieren. Bei weiteren Fragen finden Sie über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch den passenden Ansprechpartner in Ihrer Region.

Durch übereinstimmende Willenserklärung der Erben

Sind sich alle Erben darüber einig, wie die Erbteilung erfolgen soll, müssen sie eine übereinstimmende Willenserklärung abgeben, sprich: Sie können entweder einen Erbteilungsvertrag abschließen, in dem sie einvernehmlich erklären, wie die Erbteilung stattfinden soll, oder eine Realteilung vornehmen.

Durch Abschluss eines Erbteilungsvertrags

Schließen die Erben einen Erbteilungsvertrag ab, kann die Erbteilung erfolgen. Im Erbteilungsvertrag muss genau geregelt werden, wie der Nachlass verteilt und wie mit Immobilien oder Grundstücken verfahren werden soll. Näheres können Sie gern mit einem Rechtsanwalt für Erbrecht besprechen.

Hier finden Sie ein Erbteilungsvertrag Muster

Hier finden Sie ein Erbteilungsvertrag Muster. Es ist allerdings wichtig, dass Sie beachten, dass dieses Erbteilungsvertrag Muster nur der ersten Orientierung dient und keinesfalls für eigene Zwecke genutzt werden sollte.

Erbteilung Beispiele aus dem Internet enthalten sehr häufig Formfehler, die zur Ungültigkeit des gesamten Dokuments führen können. Darum ist es von besonderer Bedeutung, für einen Erbteilungsvertrag einen Anwalt für Erbrecht zu kontaktieren. Dieser kann Ihnen individuell einen Erbteilungsvertrag aufsetzen und sicherstellen, dass die Erbteilung mit rechten Dingen zugeht.

Durch eine reale Teilung der Vermögensgegenstände

Einigen sich die Erben beispielsweise, dass einer eine Immobilie, der andere dafür eine wertvolle Sammlung und wieder ein anderer Barvermögen erhält, so spricht man von einer Realteilung. Sind alle Erben mit der jeweiligen Erbteilung einverstanden, kann sie vorgenommen werden, woraufhin die Erbengemeinschaft als aufgelöst gilt.

Durch das gerichtliche Urteil gestützt auf eine Teilungsklage

Können sich die Erben über die Erbteilung nicht einig werden und entsteht ein Erbstreit, kann es zu einer Teilungsklage kommen. Hier entscheidet dann letztlich das Gericht über die Erbteilung. Ziehen Sie am besten einen Anwalt zurate, wenn im Ihrer Erbengemeinschaft eine Erbteilungsklage droht.

Hinweis!

Hat ein Erbe bereits zu Lebzeiten vom Erblasser eine Schenkung oder einen Erbvorbezug erhalten, so ist die jeweilige Zuwendung den anderen Erben gegenüber im Erbfall gegebenenfalls ausgleichspflichtig und muss bei der Erbteilung berücksichtigt werden.

Erbteilungsklage - Wann macht diese Sinn und was besagt die gesetzliche Grundlage?

Kann sich die Erbengemeinschaft über die Erbteilung nicht einig werden, kann eine Erbteilungsklage sinnvoll sein. Die gesetzliche Grundlage hierfür bildet § 604 ZGB, der den Erben einen Teilungsanspruch zusichert. Erben können mit einer Teilungsklage die Erbteilung verlangen und die Erbteilung erzwingen.

Allerdings entstehen bei einer Erbteilungsklage Kosten, die abhängig vom Wert des Nachlasses und der Dauer des Erbstreits sind. Wenn Erben die Erbteilung verlangen, kommt es meist zu einer Versteigerung des Nachlasses. Der Erlös wird dann unter den Erben aufgeteilt. Wenn Sie eine Erbteilung erzwingen möchten, wenden Sie sich am besten an einen Anwalt für Erbrecht.

Wie erfolgt eine Erbteilungsklage?

Für eine Erbteilungsklage sind folgende Schritte notwendig:

  1. Klage einreichen (am letzten Wohnsitz des Erblassers)
  2. In einigen Kantonen ist an dieser Stelle eine Schlichtung beim Friedensrichter vorgeschrieben.
  3. Gerichtliche Ermittlung der Erbanteile.
  4. Ermittlung von Verkehrswerten eventuell vorhandener Liegenschaften.
  5. Erbteilung – entweder durch einen Vergleich vor Gericht, einer Zuweisung der Vermögensgegenstände durch das Gericht oder eine Versteigerung des Vermögens.

Welche Tipps gibt der Anwalt zur Erbteilung und Erbteilungsklage?

  • Bemühen Sie sich um eine friedliche Erbteilung im Sinne des Erblassers und suchen Sie bei Erbstreitigkeiten zunächst das Gespräch.
  • Bei der Erbteilung unter Geschwistern ist es sinnvoll, vor der Erbteilung zu prüfen, ob Immobilien verkauft oder vermietet werden sollten.
  • Lassen Sie sich bei Schwierigkeiten bei der Erbteilung vom Anwalt für Erbrecht beraten.

Einen passenden Ansprechpartner für weitere Tipps und zur Klärung Ihrer Fragen finden Sie in der Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch.  

Welche anderen Möglichkeiten gibt es außer der Erbteilungsklage?

Bei aufkommenden Streitigkeiten haben Erben das Recht, für die Erbteilung einen Mediator aufzusuchen und eine friedliche Einigung zu erzielen. Des Weiteren können Sie einen Erbenvertreter bestellen, der den Nachlass verwaltet und sich, wenn nötig, um die Liquidation der Erbmasse kümmert.

Wie erfolgt die Erbteilung bei Nutzniessung und Wohnrecht?

Hat ein hinterbliebener Ehepartner ein Wohnrecht oder eine Nutzniessung für eine Immobilie, so können die Erben die Immobilie nicht aufteilen. Das ist erst mit dem Tod des Berechtigten möglich. Die Erbteilung bei Nutzniessung oder Wohnrecht muss also verschoben werden. Lassen Sie sich am besten bei einem Anwalt für Erbrecht über Ihre Möglichkeiten beraten.

Wie können Erbstreitigkeiten bei einer Erbteilung vermieden werden?

Wenn sich innerhalb einer Erbengemeinschaft Erbstreitigkeiten anbahnen, sollten die Beteiligten zunächst alles probieren, um die Streitigkeiten friedlich beizulegen. Ein Erbstreit um die Erbteilung ist nämlich nicht nur langwierig, sondern auch sehr teuer. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Möglichkeiten vorstellen, wie sich ein Erbstreit vermeiden lässt.

Schicksalsgemeinschaft

Solange sich die Erben über die Erbteilung nicht einig werden können, bilden Sie eine Schicksalsgemeinschaft und verwalten den Nachlass zusammen. So haben alle die gleichen Rechte und Pflichten und können die Erbteilung aufschieben, bis eine Einigung gefunden worden ist.

Fallkonstellationen

Um Erbstreitigkeiten zu vermeiden, kann sich der Erblasser bereits zu Lebzeiten Gedanken um die Fallkonstellationen machen. Wenn er beispielsweise weiß, dass schon zu Lebzeiten Streitigkeiten unter den Erben vorlagen, so lohnt sich die gewillkürte Erbfolge mit einem Testament. So kann der Erblasser die Erbteilung in der Schweiz schon zu Lebzeiten planen.

Virtueller Erbe

Virtuelle Erben sind Pflichtteilsberechtigte, die durch ein Testament von der gesetzlichen Erbfolge und der Erbteilung ausgeschlossen wurden. Damit diese nicht versuchen, durch eine Klage eine Erbenstellung zu erlangen, kann der Erblasser ihnen ein Vermächtnis in der Höhe des Pflichtteils hinterlassen.

Lebzeitige Zuwendung

Wer sein Vermögen zu Lebzeiten durch Schenkungen und Vermögensübertragungen oder einen Erbvorbezug verteilt, verhindert Erbstreitigkeiten im Todesfall. Allerdings ist es wichtig, genau zu verfügen, ob die jeweiligen Zuwendungen im Erbfall bei der Erbteilung ausgleichspflichtig sind oder nicht.

Überlebender Ehegatte

Ehepaare können sich bereits zu Lebzeiten so gut es geht absichern. Hierzu können Sie entweder einen Ehevertrag aufsetzen oder in beiderseitigem Einvernehmen die gesetzliche Erbfolge zum Tragen kommen lassen. Am besten sollten Sie sich als Ehepaar mit einem Anwalt für Erbrecht besprechen und gemeinsam ausloten, welche Option der Erbteilung für Sie die beste ist.

Erbauskauf

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit des Erbauskaufs. Hierzu kann ein Erbe in einem Erbvertrag auf sein Erbe verzichten und erhält seinen Anteil im Gegenzug bereits im Voraus. So ist dieser Erbe im Erbfall an der Erbteilung nicht mehr beteiligt.

Teilungsvorschriften des Erblassers

Der Erblasser kann im Testament Teilungsvorschriften verfügen und bestimmen, welcher Erbe was erhalten soll. So vermeidet er Streitigkeiten innerhalb der Erbengemeinschaft und bei der Erbteilung in der Schweiz.

Wertbestimmungen

Der Erblasser kann einzelne Nachlassgegenstände bewerten beziehungsweise Anordnungen zu deren Bewertung treffen. Dies verhindert, dass die Erben sich bei der Erbteilung um den Wert einzelner Gegenstände streiten und keine Einigung erzielen können.

Willensvollstrecker

Der Erblasser kann einen Willensvollstrecker bestimmen, den er mit der Verwaltung des Nachlasses bis zur Erbteilung beauftragt. Auf diese Weise können Streitigkeiten unter den Erben und bei der Erbteilung vermieden werden.

Transparenz

Um Erbstreitigkeiten im Erbfall und bei der Erbteilung in der Schweiz zu vermeiden, sollte ein Erblasser bereits zu Lebzeiten transparent mit seinen Entscheidungen umgehen. Am besten ist es, die getroffenen Regelungen mit allen Erben zu besprechen.

Spezialfälle in der Erbteilung

Wenn im Nachlass Gegenstände vorhanden sind, die sich schlecht teilen lassen oder durch Teilung an Wert verlieren würden, werden sie bei der Erbteilung einem einzelnen Erben zugewiesen. Können sich die Erben bei der Erbteilung jedoch nicht einigen, entscheidet im Zweifelsfall das Gericht und der Gegenstand wird veräußert. Der Erlös wird dann zwischen den Erben aufgeteilt.

Wenn bei Ihnen eine Erbteilung bevorsteht, Sie Fragen haben oder unsicher sind, empfiehlt sich eine Beratung beim Anwalt für Erbrecht. Suchen Sie einfach einen Advokaten in Ihrer Region kostenlos über unsere Anwaltssuche.

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