Vermächtnis in der Schweiz – Alles was Sie dazu wissen sollten

Möchte man eine bestimmte Person im Falle eines Todes am Nachlass teilhaben lassen, so besteht die Möglichkeit, zwischen einem Vermächtnis in der Schweiz oder einem Erbe zu wählen. Durch die Festlegung von Vermächtnissen im Testament und/oder Erbvertrag können einzelne Gegenstände oder Werte anderen Personen oder auch Stiftungen und Vereinen hinterlassen werden.

Im folgenden Beitrag erhalten Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Vermächtnis in der Schweiz. Der Artikel informiert Sie über die Bedeutung sowie die Definition und beantwortet Ihnen als Vermächtnisnehmer alle Fragen rund um das Thema Vermächtnis einfordern.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Vermächtnis?

Zum Einstieg wollen wir uns zunächst näher mit der Definition befassen. Ein Vermächtnis wird im Erbrecht in der Schweiz auch Legat genannt und bezeichnet die Zuwendung einzelner Vermögensgegenstände an eine bestimmte Person durch eine letztwillige Verfügung. Die Person, die das Legat erhält, wird als Vermächtnisnehmer bezeichnet. Der Vermächtnisnehmer muss hierbei nicht gleichzeitig auch Erbe sein. Mit einem Vermächtnis im Testament können also Personen bedacht werden, ohne dass diese auch die rechtliche Stellung als Erbe erhalten müssen. Die Unterscheidung zwischen Vermächtnisnehmer und Erbe ist deshalb wichtig, weil mit einem Legat und einem Erbe unterschiedliche Rechte und Pflichten verknüpft sind.

Was ist das Vorausvermächtnis?

Von einem Vorausvermächtnis spricht man dann, wenn ein Erbe gleichzeitig auch Vermächtnisnehmer ist. So kann ein Erblasser beispielsweise mit einem Vermächtnis im Testament verfügen, dass sein erster Sohn seine wertvolle Büchersammlung erhalten soll. Durch ein solches Legat an einen Erben kann ein Erblasser also sicherstellen, dass ein bestimmter Gegenstand an einen bestimmten Erben geht und nicht bei der Erbteilung anderweitig vergeben wird.

Pflichtteile anderer schmälern?

Es ist nicht möglich, mithilfe eines Vorausvermächtnisses die Pflichtteile unliebsamer Erben zu schmälern. Für die Pflichtteilsberechnung wird das Vorausvermächtnis nämlich auf das Erbe angerechnet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Pflichtteilsberechtigte nicht beim Erbe übergangen werden.

Was bedeutet Nachvermächtnis?

Mit einem Nachvermächtnis kann der Erblasser verfügen, dass ein Gegenstand zuerst an den Vorvermächtnisnehmer geht und dieser ihn nach einer gewissen Zeit an den Nachvermächtnisnehmer übergeben muss. Mit einem Nachvermächtnis ist es also möglich, auf lange Sicht zu planen, was mit dem eigenen Nachlass passieren soll. Besonders beliebt ist das Nachvermächtnis unter Eheleuten: Zuerst wird der Ehepartner als Vorvermächtnisnehmer bestimmt und die Kinder werden als Nachvermächtnisnehmer eingesetzt. Wenn kein genauer Zeitpunkt vorgegeben wird, geht das Legat mit dem Tod des Vorvermächtnisnehmer an den Nachvermächtnisnehmer über.

Welche Leistungen zählen zum Vermächtnis?

Was genau zu einem Vermächtnis zählen darf, ist nicht eindeutig festgelegt. Ein Legat kann aus einem bestimmten Gegenstand bestehen. Möglich ist auch ein Legat aus Bargeld oder beispielsweise auch ein Vermächtnis in Form eines Rechtes wie eines Wohnrechts oder eines Nutzungsrechts. Lassen Sie sich hier am besten von einem Anwalt für Erbrecht beraten. Den passenden Ansprechpartner, der Sie auch beim Testament erstellen unterstützen und zum Vorsorgeauftrag und Schenkungsvertrag beraten kann, finden Sie im Anwaltsverzeichnis von Erbrechtsinfo.ch.

Was bedeutet Nutzniessung?

Wer möchte, kann ein Legat auch in Form einer Nutzniessung vornehmen. Eine Nutzniessung ist eine Dienstbarkeit, die den Begünstigten dazu berechtigt, einen Vermögenswert oder Gegenstand zu nutzen, der ihr nicht gehört. Ein Nutzniessung Vermächtnis kann sich sowohl auf einen Gegenstand als auch auf Immobilien oder Grundstücke beziehen. Wer eine Nutzniessung Vermächtnis vornehmen möchte, sollte sich seiner Sache sicher sein. Zwischen den Erben und einem Vermächtnisnehmer, der mit einer Nutzniessung begünstigt wird, kommt es häufig zu Streitereien. Dies ist insbesondere bei Nutzniessungen für Immobilien der Fall.

Wann ist ein Vermächtnis sinnvoll?

Ein Vermächtnis ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Erblasser eine gemeinnützige Organisation oder eine ihm nahestehende Person mit einem Gegenstand bedenken möchte. Der Vorteil für den Vermächtnisnehmer ist der, dass er zwar Anspruch auf die Herausgabe des Vermächtnisses hat, aber nicht für eventuelle Schulden des Verstorbenen haftet; ein Vermächtnisnehmer kann also nicht belangt werden.

Was muss man im Testament beachten?

Ein Legat ist ein Teil des Testaments. Trotzdem muss darauf geachtet werden, dass im Testament ganz klar zwischen Vermächtnis und Erbschaft unterschieden wird. Ist nicht eindeutig zu erkennen, wo es sich um eine Erbschaft und wo um ein Legat handeln soll, sind Erbstreitigkeiten vorprogrammiert. Um beim Vermächtnis im Testament nichts falsch zu machen, lassen Sie sich beim Testament verfassen unbedingt von einem Anwalt für Erbrecht helfen. So vermeiden Sie Formfehler und stellen sicher, dass Ihr Vermächtnis im Testament richtig formuliert wird und das Pflichtteile nicht außer Acht lässt. Natürlich können Sie ein Legat handschriftlich verfassen, sollten das Dokument dann aber unbedingt von einem Rechtsexperten für Erbrecht prüfen lassen.

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Worin liegt der Unterschied zwischen Vermächtnis und Erbschaft?

Der Unterschied zwischen einem Legat und einer Erbschaft ist der, dass ein Vermächtnisnehmer nicht automatisch auch einen Erbanspruch hat. Ein Erblasser kann über ein Legat also an Personen Teile seines Nachlasses verteilen, ohne dass diese rechtlich gesehen zu den Erben zählen. Hinzu kommt, dass ein Vermächtnisnehmer die Herausgabe des Vermächtnisses nur bei den Erben, nicht aber beim Nachlassgericht verlangen kann. Der Vermächtnisnehmer ist den Erben gegenüber Gläubiger.

Teilungsvorschrift oder Vermächtnis?

Von einer Teilungsvorschrift spricht man dann, wenn eine Person gleichzeitig Erbe und Vermächtnisnehmer ist, das Vermächtnis aber nicht deutlich als Vorausvermächtnis im Testament bezeichnet wurde. In einem solchen Fall wird das Legat auf den Erbteil angerechnet. Das bedeutet, die Person erhält das Vermächtnis nicht zusätzlich zu ihrer Erbquote, sondern auf Anrechnung ihrer Erbquote. Wenn Sie sichergehen möchten, beim Vermächtnis keine Fehler zu machen, ist Ihnen Ihr Anwalt für Erbrecht von Erbrechtsinfo.ch gern behilflich. Einen passenden und kompetenten Ansprechpartner in Ihrer Region finden Sie in unserer Anwaltssuche.

Wie wird das Erbe oder Vermächtnis richtig formuliert?

Bei der Formulierung eines Legats kommt es vor allem auf die Eindeutigkeit an. Zudem ist es wichtig, dass ein Vermächtnis deutlich von einer Erbeinsetzung unterscheidbar ist. Um Streitigkeiten und Missverständnisse zu vermeiden, sollte beim Vermächtnis also vor allem auf eine klare und deutliche Wortwahl geachtet werden. Damit Sie einen ersten Eindruck von einer möglichen Formulierung erhalten, haben wir ein Vermächtnis Muster für Sie vorbereitet. Dieses Vermächtnis Muster dient allerdings nur dem ersten Eindruck. Um sicherzugehen, dass Ihr Legat rechtlich wasserdicht formuliert ist, sprechen Sie sich in jedem Fall mit Ihrem Anwalt für Erbrecht ab.

Beispiel:
Sie haben einen guten Freund, der Sie schon immer für Ihre teure Rolex-Armbanduhr bewundert hat. Wenn Sie möchten, dass dieser Freund diese Uhr als Legat  erhält, schreiben Sie am besten Folgendes:

„Ich vermache meinem guten Freund Max Mustermann meine Rolex-Armbanduhr.“

Wir wirkt sich ein Vermächtnis in der Praxis aus?

Wer ein Vermächtnis im Testament anordnet, sollte auch einen Übergabezeitpunkt bestimmen. In der Praxis ist es nämlich so, dass die Erben das Recht haben, den Zeitpunkt der Herausgabe des Legats zu bestimmen, wenn der Erblasser es nicht anders verfügt hat. Eine automatische Übergabe des Vermächtnisses erfolgt nicht. Der Vermächtnisnehmer muss sich direkt an die Erben wenden und seinen Anspruch geltend machen.

Benötige ich für die Erstellung des Vermächtnisses einen Rechtsanwalt oder Notar?

Es ist möglich, ein Vermächtnis ohne Notar beziehungsweise Rechtsanwalt zu verfassen. Da ein Vermächtnis aber Teil eines Testaments ist und ein Testament schnell Formfehler enthalten kann, die zur Unwirksamkeit des gesamten Dokuments führen, sollte zur Erstellung eines Testaments und eines Vermächtnisses im Testament stets ein Rechtsexperte herangezogen werden. So wird sichergestellt, dass das Dokument keine Fehler enthält und den rechtlichen Vorgaben entspricht. Die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch ermöglicht es Ihnen, schnell und unkompliziert den passenden Ansprechpartner für Erbrecht in Ihrer Region zu finden.

Wie erfüllen Sie das Vermächtnis?

Die Erben sind in der Pflicht, das Vermächtnis zu erfüllen. In der Realität kommt es hier allerdings häufig zu Streitigkeiten. Weil die Erben den Zeitpunkt der Herausgabe des Legats bestimmen können, müssen Sie dem Willen des Erblassers nicht sofort nachkommen. Besteht der Vermächtnisnehmer auf die schnelle Herausgabe des Vermächtnisses, kommt es schnell zum Streit. Allerdings ist es die moralische Pflicht des Erben, das Vermächtnis des Erblassers zu erfüllen, sobald das Erbe in seinen Besitz übergegangen ist – auch dann, wenn er mit dem Vermächtnisnehmer nicht einverstanden ist und den Gegenstand des Legats gern selbst behalten würde.

Wie funktioniert das Vermächtnis einfordern?

Zunächst einmal muss der Vermächtnisnehmer die Erben zur Herausgabe des Vermächtnisses auffordern. Kommen die Erben der Aufforderung nicht nach, kann der Vermächtnisnehmer zum Vermächtnis einfordern andere Schritte einleiten. Zunächst hat er die Möglichkeit, die Erben abzumahnen. Dies geschieht durch eine schriftliche Forderung nach Herausgabe des Legats. Fruchtet dies nicht, ist eine Klage der nächste Schritt. Hier werden die Erben dann unter Umständen auch für den Verzug haftbar gemacht.

Mahnung wird ignoriert. Und nun?

Wenn die Mahnung ignoriert wird und Sie eine Leistungsklage vor Gericht anordnen möchten, kontaktieren Sie am besten einen Anwalt für Erbrecht, der Sie dabei unterstützt.

Wie können Sie ein Vermächtnis laut Erbrecht aussetzen?

Für die Aussetzung eines Vermächtnisses bedarf es einer Verfügung des Todes wegen. Liegt weder ein Testament noch ein Erbvertrag vor, gibt es auch kein Vermächtnis und es kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen. Die gesetzliche Erbfolge ist eindeutig geregelt – hier werden nur Ehepartner und Verwandte vom Erbe begünstigt. Ein Vermächtnis bedarf nach dem Erbrecht in der Schweiz also einem gesonderten Vermerk in einer letztwilligen Verfügung des Todes wegen.

Wie wird ein Vermächtnis besteuert?

Ein Vermächtnis wird in der Regel so besteuert wie ein Erbe. Wie hoch die Erbschaftsteuer beim Vermächtnis ist, hängt vom Wert des Vermächtnisses und von der verwandtschaftlichen Beziehung von Erblasser und Vermächtnisnehmer ab. Es gilt: Je näher die verwandtschaftliche Beziehung, desto geringer die Erbschaftsteuer. Aber: Je höher der Wert des Vermächtnisses, desto höher die Steuer. Gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschaftssteuer befreit. Wenn Sie Fragen zur Vermächtnis Steuererklärung haben, befragen Sie Ihren Anwalt für Erbrecht. Dieser kann Ihnen alle Fragen rund um das Vermächtnis und die Vermächtnis Steuererklärung beantworten und Ihnen unterstützend zur Seite stehen.

Ist ein Aufschub der Besteuerung möglich?

Ein Aufschub der Besteuerung beim Vermächtnis ist unter bestimmten Umständen möglich. Ähnlich wie bei der Schenkung müssen zum Aufschub der Besteuerung beim Legat drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Der Veräußerungserlös muss weniger als 75 % des Verkehrswerts betragen (bei Teilschenkungen relevant, beim Vermächtnis eher nicht).
  2. Die Differenz von Verkehrswert und Veräußerungserlös muss nicht ausgeglichen werden (vom Vermächtnisnehmer).
  3. Der Aufschub der Besteuerung muss beantragt werden.

An wen geht das Geld, wenn der Vermächtnisnehmer vor dem Erblasser stirbt?

Verstirbt der Vermächtnisnehmer vor dem Erblasser, so erlischt das Vermächtnis. Es wird dann so verfahren, als habe es nie ein Vermächtnis gegeben. Der Gegenstand oder der Geldbetrag des Vermächtnisses fällt dann den gesetzlichen oder den im Testament oder Erbvertrag eingesetzten Erben zu. Das Vermächtnis gehört dann also zum sonstigen Nachlass dazu. Ihr Anwalt für Erbrecht steht Ihnen gern bei allen Fragen rund um das Vermächtnis zur Seite. Auch, wenn Sie zu anderen erbrechtlichen Themen wie dem Erbschein und dem Nachlassverfahren Fragen haben, eine Beratung zum Unterhalt und Unterhaltsrecht wünschen oder einen Rechtsbeistand zum Testament anfechten oder Pflichtteil einfordern suchen, sind Sie auf Erbrechtsinfo.ch richtig.

Hilfreiche Tipps zum Vermächtnis

Wer eine bestimmte Person mit einem Vermächtnis bedenken möchte, sollte auf einiges achten. Damit Sie alle wichtigen Infos auf einen Blick haben, stellen wir Ihnen im Folgenden hilfreiche Tipps zum Vermächtnis zusammen, die Ihnen bestimmt weiterhelfen:

  • Denken Sie unbedingt daran, den Vermächtnisnehmer beim vollen Namen zu nennen und seine Adresse zu vermerken. So fällt die Zuordnung leicht und es gibt keine Unstimmigkeiten.
  • Benennen Sie den vermachten Vermögenswert so genau wie möglich. Wenn Sie mehrere Uhren besitzen und jemandem „ihre Lieblingsuhr“ vermachen, kann schnell Streit darüber entstehen, welche Uhr genau gemeint ist.
  • Achten Sie darauf, nicht allzu viele Vermächtnisse auszusetzen, weil diese für die Erben einen großen Aufwand bedeuten.
  • Bedenken Sie die Möglichkeit, dass Ihr Vermächtnisnehmer vor Ihnen versterben könnte. Benennen Sie für diesen Fall einen Ersatzvermächtnisnehmer. Ansonsten fällt das Vermächtnis dem Nachlass zu.
  • Vermeiden Sie es, Tiere mit einem Vermächtnis zu begünstigen. Dies bedeutet für die Erben oftmals eine hohe Anzahl an Auflagen.

Wie kann ein Anwalt bei einem Vermächtnis helfen?

Sofern Sie ein Testament oder einen Erbvertrag formulieren möchten, bietet es sich an, den Nachlass gemeinsam mit einem Anwalt für Erbrecht zu planen. Das hat den Vorteil, dass der Anwalt die Gesetzeslage bestens kennt und dementsprechend Ihren letzten Willen formal und sachgerecht in eine Verfügung bzw. einen Vertrag überführen kann. Wenn Sie einer Person einen bestimmten Gegenstand oder Vermögenswert nach Ihrem Tod zukommen lassen möchten, bietet sich in manchen Fällen die Übertragung per Vermächtnis an. Ihr Anwalt für Erbrecht unterstützt Sie dabei, sauber zu trennen, was vererbt und was vermacht werden soll. Das ist entscheidend, damit es nicht zu unnötigen Erbstreitigkeiten kommt.

Ein rechtssicher verfasstes Testament verhindert Streit und sorgt dafür, dass Ihr Vermögen so verteilt wird, wie Sie es sich wünschen. Ihr Anwalt für Erbrecht steht Ihnen bei jeglichen Fragen und Unsicherheiten zur Verfügung. Gemeinsam mit ihm / ihr erarbeiten Sie ein Testament nach Ihren Wünschen und Vorstellungen. Sollten Sie Ihren Nachlass planen und ein rechtssicheres Testament verfassen wollen, empfehlen wir Ihnen, sich mit einem kompetenten Rechtsanwalt zusammen zu setzen. Nutzen Sie dafür unsere praktische Anwalts-Suchfunktion und finden Sie schnell und einfach einen Anwalt für Erbrecht in Ihrer Nähe. In einem ersten unverbindlichen Beratungsgespräch schildern Sie Ihre Anliegen und klären, ob und wie ein Vermächtnis Ihr Testament bereichern könnte.

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FAQ: Vermächtnis in der Schweiz

Derjenige, dem ein Vermächtnis zu Gute kommt, ist nicht automatisch Erbe. Gleichzeitig kann eine Person gleichzeitig Erbe und Vermächtnisnehmer sein. Der entscheidende Unterschied ist, dass der Empfänger des Legats (Vermächtnisses) einen Anspruch auf die Übereignung des versprochenen Gegenstands hat. Diesen muss er jedoch bei den Erben einfordern. Ein Rechtsweg über das Nachlassgericht in der Schweiz ist ausgeschlossen. Er wird quasi zum Gläubiger der Erben. Dadurch gibt es keine Möglichkeit, dass der Vermächtnisnehmer die Schulden des Verstorbenen erbt. Das Vermächtnis ist einer einzelnen Person zugeordnet und wird nicht zwischen den Erben aufgeteilt.
In der Tat ist es nicht möglich, einen Vermögenswert bzw. einen Teil des Vermögens steuerfrei zu veräussern, indem er als Vermächtnis deklariert wird. Ein Vermächtnis wird rechtlich wie ein Erbe behandelt, wenn es um die Besteuerung geht. Es fällt also regulär Erbschaftssteuer an. Wie hoch die Erbschaftssteuer ist, hängt davon ab, wie hoch der Wert des Gegenstands ist, in welcher Beziehung der Verstorbene mit dem Vermächtnisnehmer steht und in welchem Kanton das Vermächtnis erfolgt. Eine Ausnahme tritt dann ein, wenn Sie im Zuge des Vermächtnisses eine gemeinnützige Organisation begünstigen. Diese Zuwendung ist von der Erbschaftssteuer befreit und muss mithin nicht versteuert werden. In allen anderen Fällen ist der Erbschaftssteuersatz gleichwohl anwendbar.
Da das Vermächtnis ein Teil des Erbvertrags oder Testaments ist, hat dieses eine uneingeschränkte Bindungswirkung. Sofern das Testament bzw. der Erbvertrag korrekt formuliert sind, kann der Vermächtnisnehmer seinen Anspruch gegenüber den Erben durchsetzen. Sollten diese – trotz Verpflichtung – nicht leisten, so steht ihm der Weg über eine Leistungsklage offen. Mithin ist das Legat, genau wie das Testament, rechtlich bindend und darf nicht von den Erben übergangen werden.
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion
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