Erbrechtsinfo.ch

Nachlass in der Schweiz - Das sollten Sie dazu wissen

  • Redaktion Erbrechtsinfo.ch
Frau unterschreibt Testament
Share on whatsapp
Teilen
Share on email
Email senden

Nach einem Todesfall ist nicht nur die Trauer sehr groß, sondern es folgt für die Hinterbliebenen auch eine anstrengende Zeit, in der viele juristischen Aufgaben auf Sie zukommen – so wird vor allem die Frage nach dem Nachlass in der Schweiz zentral. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Nachlass zu regeln, beispielsweise mit einem Testament, Erbvertrag oder Ehevertrag.

Im Folgenden Artikel werden alle wichtigen Themen rund um den Nachlass in der Schweiz behandelt. Unter anderem klären wir folgende Fragen: Wie lässt sich der Nachlass regeln? Braucht man einen Nachlassverwalter? Wie erfolgt die Erbteilung in der Schweiz?

Es ist ratsam, sich bei Fragen zum Thema Nachlass an einen auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu wenden, um Erbstreitigkeiten zwischen Familienmitgliedern zu vermeiden. In unserer Anwaltssuche bei Erbrechtsinfo.ch werden Sie bestimmt fündig.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zum Nachlass in der Schweiz zählen alle aktiven und passiven Vermögenswerte eines Erblassers.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seinen Nachlass zu regeln – entweder über die gewillkürte Erbfolge oder die gesetzliche Erbfolge.
  • Bei mehreren Nachlass Erben entsteht automatisch eine Erbengemeinschaft, die sich mit der Erbaufteilung auflöst.
  • Wer seinen Nachlass regeln möchte, sollte sich von einem Rechtsanwalt für Erbrecht beraten lassen.
  • Es ist empfehlenswert, die eigene Nachlassplanung so früh wie möglich in Angriff zu nehmen und dabei auch den Vorsorgeauftrag nicht zu vergessen.

Was ist der Nachlass?

Nach dem Erbrecht in der Schweiz versteht man unter dem Nachlass des gesamte sowohl aktive als auch passive Vermögen eines Erblassers. Demnach entspricht der Nachlass eines Erblassers der gesamten Erbschaft. Zum Nachlass gehören nicht nur Güter, die ein Verstorbener hinterlässt, sondern unter Umständen auch Verpflichtungen.

Den Nachlass regeln beziehungsweise den Nachlass abwickeln müssen nun die Erben beziehungsweise, falls vorhanden, der vom Erblasser im Testament oder Erbvertrag eingesetzte Willensvollstrecker.

Was gehört zum Nachlass?

Um das gesamte zum Nachlass gehörende Vermögen zu vererben, gibt es verschiedene Nachlassinstrumente. Zu diesen zählen der Erbvertrag, das Testament und der Ehevertrag. Wer seinen Nachlass regeln möchte, hat auch die Möglichkeit, den Nachlass zu Lebzeiten beispielsweise über Schenkungen zu verteilen oder bestimmte Personen in Lebensversicherungen zu begünstigen.

Den Nachlass regeln mit Testament hat den Vorteil, dass Sie selbst bestimmen können, wen Sie als Erbe einsetzen möchten. Der Anspruch von Pflichtteilsberechtigten bleibt hiervon natürlich unberührt. Den Nachlass regeln ohne Testament ist natürlich auch möglich. Hier greift dann die gesetzliche Erbfolge.

Wenn Sie noch unschlüssig sind, ob Sie das Nachlass regeln ohne Testament oder das Nachlass regeln mit Testament bevorzugen oder darüber nachdenken, Ihren Nachlass zu Lebzeiten zu verteilen, ist Ihnen ein Anwalt für Erbrecht gern behilflich. 

Wie setzt sich die Erbmasse zusammen?

Wenn ein Mensch stirbt, gehört sein gesamter Besitz und sein gesamtes Vermögen zum Nachlass beziehungsweise der Erbmasse. Hierzu zählen nicht nur die persönlichen Habseligkeiten wie Kleidung, Schmuck und Bücher, sondern auch andere Vermögenswerte.

Der Nachlass Erbe beziehungsweise die Nachlass Erben müssen den Nachlass untereinander aufteilen. Zuvor wird der Nachlass in einem Inventar geschätzt. Wenn es mehrere Nachlass Erben gibt, bilden diese eine Erbengemeinschaft, die sich mit der Erbauseinandersetzung auflöst.

Wenn es innerhalb einer Erbengemeinschaft zu Erbstreitigkeiten kommt, ist der Weg zum Fachanwalt für Erbrecht ratsam. Den passenden Ansprechpartner finden Sie im Anwaltsverzeichnis hier auf Erbrechtsinfo.ch. Doch wie genau beziehungsweise woraus setzt sich die Erbmasse nun zusammen?

  • Hier finden Sie spezialisierte Anwälte für Erbrecht & Erbstreitigkeiten

Inventar, vermögenswerte Ansprüche und Erbteilung

Zunächst einmal muss die genaue Nachlass Höhe in einem Inventar genau bestimmt werden. Die Erstellung des Inventars übernimmt in der Regel eine Urkundsperson, meist ein Notar. Dieser erhält die für die Erstellung des Inventars nötigen Informationen entweder von den Erben selbst, dem Erbschaftsverwalter oder Willensvollstrecker.

Im Inventar listet die Urkundsperson die Aktiva (Vermögenswerte) und die Passiva (Schulden und Verpflichtungen) des Erblassers auf, die beide zum Nachlass gehören. Im Anschluss steht die Nachlass Höhe bestenfalls fest. Auf dieser Grundlage kann dann die Erbteilung und die Veranlagung der Erbschaftssteuer vorgenommen werden.

Bewegliche Sachen und Vorsorgeleistungen

Zum einen gehören zum Nachlass alle beweglichen Gegenstände aus dem Besitz eines Erblassers und Ansprüche aus Vorsorgeleistungen. Bei alleinlebenden Erblassern sind die beweglichen Gegenstände, die zum Nachlass gehören, wesentlich einfacher zu bestimmen als bei verheirateten Erblassern. Hier muss erst geklärt werden, welche Gegenstände dem hinterbliebenen Ehegatten gehören und welche nicht.

Bei Guthaben und Anwartschaften aus Vorsorgeplänen, die ebenfalls zum Nachlass zählen, muss gesondert geschaut werden: Anspruch auf Witwer-, Witwen- oder Waisenrente besteht unter Umständen bei Vorsorgeplänen aus der 1. Säule. Zur 2. Säule zählen Guthaben der beruflichen Vorsorge, die durch die Pensionskassen ausgezahlt werden. Vorsorgeleistungen der 3. Säule (private Versicherungen) zahlen die jeweiligen Beträge direkt an die Begünstigten aus.

Grundstücke und dingliche Rechte daran

Zum Nachlass zählen selbstverständlich auch Grundstücke, Immobilien und die dinglichen Rechte daran. Wer den Nachlass zu Lebzeiten regeln möchte, kann dies beispielsweise durch Schenkungen. Einen Schenkungsvertrag lassen Sie am besten beim Anwalt für Erbrecht aufsetzen, der Sie persönlich und individuell beraten kann.

Wenn Immobilien oder Grundstücke einen Großteil des Erbes ausmachen, können sie oftmals leider nicht gehalten werden. Um die Ansprüche aller Erben und Pflichtteilsberechtigten zu erfüllen, müssen zu einem Nachlass gehörende Immobilien und Grundstücke leider oftmals verkauft werden.

Sollte eine Auflistung des Nachlassvermögens angeordnet werden?

Ob man eine Auflistung des Nachlassvermögens verlangen sollte, kann nicht pauschal beantwortet werden. Wirklich ratsam ist dies nur, wenn ein Nachlass Erbe befürchtet, ein anderer Nachlass Erbe könnte wertvolle Gegenstände aus dem Nachlass unbemerkt verschwinden lassen, um sich selbst zu bereichern.

Steht diese Sorge im Raum, muss bei der zuständigen Gemeinde angefragt werden, bei welcher Behörde eine Siegelung und ein Sicherungsinventar veranlasst werden kann.

Hinweis!

In einigen Kantonen – beispielsweise in Basel – nimmt das Erbschaftsamt automatisch eine Auflistung des Nachlassvermögens vor.

Wie kommt es zu einer Erbengemeinschaft?

Zu einer Erbengemeinschaft kommt es immer dann, wenn es zu einem Nachlass mehrere Erben gibt. Dies kann sowohl durch die gewillkürte Erbfolge als auch durch die gesetzliche Erbfolge der Fall sein. Entsteht eine Erbengemeinschaft in der Schweiz, so müssen alle Miterben gemeinsam entscheiden, wer was vom Nachlass erhalten soll.

Eine Erbengemeinschaft in der Schweiz kann wie bereits angedeutet auf unterschiedliche Weise entstehen: Entweder bilden gesetzliche Erben in der Schweiz eine Erbengemeinschaft oder es kommt durch eine letztwillige Verfügung zu einer Erbengemeinschaft in der Schweiz.

  • Erfahren Sie mehr zum Thema Erbengemeinschaft in der Schweiz
  • Anwälte für Erbrecht in Ihrer Nähe finden

Was besagt die Gesetzliche Erbfolge?

Die gesetzliche Erbfolge ist die Erbfolge ohne Testament oder Erbvertrag. Nach dem Erbrecht in der Schweiz richtet sich die gesetzliche Erbfolge nach dem Verwandtschaftsgrad. Welches persönliche Verhältnis der Verstorbene und der Hinterbliebene zueinander hatten, spielt dabei keine Rolle.

Der Gesetzgeber teilt die gesetzlichen Erben in der Schweiz in verschiedene Stämme auf, die nacheinander erbberechtigt sind und etwas vom Nachlass erhalten. Der nächste Stamm erbt immer nur dann, wenn aus dem vorangehenden niemand mehr vorhanden ist.

Die Erbschaft Reihenfolge sieht folgendermaßen aus:

Zum ersten Stamm der gesetzlichen Erben in der Schweiz zählen die direkten Nachkommen eines Erblassers, also seine Kinder, Enkel und Urenkel. Zum zweiten Stamm zählen die Eltern eines Erblassers und deren Nachkommen, also die Geschwister, Neffen und Nichten des Erblassers. Den dritten Stamm bilden die Großeltern eines Erblassers und deren Nachkommen, also die Onkel und Tanten und Cousins und Cousinen eines Erblassers.

Hinweis!

Der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin haben im Erbrecht in der Schweiz eine Sonderstellung und zählen innerhalb der gesetzlichen Erbfolge ebenfalls zum ersten Stamm.

Älteres Ehepaar lässt sich beraten

Wie erfolgt die Erbteilung?

Die Erbteilung in der Schweiz ist Privatsache. Solange alle Erben einer Erbengemeinschaft einverstanden sind, können sie den Nachlass wann sie möchten genauso aufteilen, wie sie wollen – selbst wenn ein Testament etwas anderes sagt oder die gesetzliche Erbfolge andere Erbquoten vorschreibt. Ist die Erbteilung erfolgt und der Nachlass verteilt, so bedeutet dies die Auflösung der Erbengemeinschaft.

Wann muss geteilt werden?

Grundsätzlich können die Erben sich mit der Teilung des Nachlasses Zeit lassen. Wenn allerdings ein Nachlass Erbe die Teilung fordert, so muss sie auch angegangen werden. Wenn ein Willensvollstrecker mit der Verwaltung des Nachlasses beauftragt ist, so erstellt dieser einen Teilungsvorschlag, den die Erben annehmen oder ablehnen können.

Realteilung

Bei der Realteilung eines Nachlasses einigen sich alle Erben, welche Nachlassgegenstände in wessen Alleineigentum übergehen. Diese Methode ist dann sinnvoll, wenn eine Teilung des Nachlasses in Natur nicht möglich ist. Bestenfalls entspricht der Wert der jeweiligen Gegenstände genau dem Wert des Erbteils, das dem jeweiligen Erben zusteht.

Teilung mit Erbteilungsvertrag

Die Erbteilung in der Schweiz kann auch mit einem Erbteilungsvertrag erfolgen. Die Erben einer Erbengemeinschaft können sich mit einem sogenannten Erbteilungsvertrag dazu verpflichten, den Nachlass in einer bestimmten Weise zu teilen. So können sie den Nachlass abwickeln, indem sie sich gegenseitig vertraglich absichern und auf eine Teilung des Nachlasses einigen.

Bei weiteren Fragen zur Erbteilung oder anderen erbrechtlichen Themen wie dem Vorsorgeauftrag, der Nutzniessung oder dem Erbverzichtsvertrag hilft Ihnen Ihr Anwalt für Erbrecht gern weiter. Nehmen Sie am besten noch heute über Erbrechtsinfo.ch kostenlos und unverbindlich Kontakt auf und vereinbaren einen Termin für ein informatives Erstgespräch.

  • Erfahren Sie mehr zum Thema Erbteilung in der Schweiz

Wann schaltet sich die Behörde ein?

Abhängig von der Nachlass Höhe beziehungsweise des Kantons schaltet sich eine Behörde ein, um ein Steuerinventar aufzunehmen. So soll beim Nachlass regeln sichergestellt werden, dass der Verstorbene sich keiner Steuerhinterziehung schuldig gemacht hat und zudem soll die Erbschaftssteuer Höhe ermittelt werden.

Ob die Erben selbst das Steuerinventar aufnehmen oder ein externer Beamter dabei mitwirkt, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Anwälte für Erbrecht finden

Wie lässt sich der Nachlass berechnen?

Wer wie viel erbt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu diesen Faktoren zählt nicht nur die Familienkonstellation, sondern auch, ob der Nachlass mithilfe der gesetzlichen Erbfolge oder der gewillkürten Erbfolge verteilt wird. Hinzu kommen bei der gewillkürten Erbfolge die Pflichtteile pflichtteilsberechtigter Erben, die bedacht werden müssen.

Und natürlich lässt sich die Nachlass Höhe für die einzelnen Erben erst berechnen, wenn der Nachlass Wert feststeht. Erst dann kann nämlich gesagt werden, welche Erbquote welcher Nachlass Summe entspricht. Die Erbteil Berechnung und Fragen wie „Wer erbt wie viel ohne Testament?“ hängen also von unterschiedlichen Faktoren ab.

Wenn Sie Fragen zum Nachlass regeln oder der Erbteil Berechnung haben, lassen Sie sich am besten von einem Erbrechtsexperten beraten.

Wie erfolgt die Bewertung des Nachlasses?

Die genaue Bewertung des Nachlasses erfolgt immer nach dem Verkehrswert des Nachlasses zum Zeitpunkt der Teilung. Oftmals ist die Nachlass Bewertung nicht so einfach zu bewerkstelligen. Bei der Nachlass Bewertung von Immobilien beispielsweise sollte unbedingt ein Experte herangezogen werden, während sich die Beauftragung eines Experten für nicht oder wenig wertvolle Gegenstände eher nicht lohnt.

Was bedeutet güterrechtliche Auseinandersetzung?

Bei der Erbteilung in der Schweiz kann eine güterrechtliche Auseinandersetzung notwendig sein. Die güterrechtliche Auseinandersetzung betrifft den Nachlass von Ehepaaren. Wenn ein Ehepartner verstirbt, so muss zunächst geklärt werden, welche Vermögenswerte dem hinterbliebenen Partner und welche dem Verstorbenen gehören.

Für die güterrechtliche Auseinandersetzung entscheidend ist der Güterstand, in dem die Eheleute gelebt haben. Unterschieden wird hier zwischen der Errungenschaftsbeteiligung, der Gütertrennung und der Gütergemeinschaft.

Errungenschaftsbeteiligung

Die Errungenschaftsbeteiligung gilt immer dann, wenn vom Ehepaar nichts anders vereinbart wurde. Hier wird das Vermögen geteilt in das Eigengut und die Errungenschaft. Der hinterbliebene Partner behält bei der Errungenschaftsbeteiligung sei Eigengut und die Hälfte der Errungenschaft. Der Rest fällt in den Nachlass.

Zum Eigengut zählt:

  • alles in die Ehe Eingebrachte
  • alles während der Ehe Geerbte oder Geschenkte
  • Wertzuwachs auf Eigengut
  • Persönliche Gegenstände
  • Ansprüche aus Versicherungen

Zur Errungenschaft zählt:

  • Ersparnisse aus dem Arbeitseinkommen während der Ehe
  • Erträge aus dem Eigengut (Zinsen, Mieteinnahmen, …)

Gütertrennung

Bei der Gütertrennung gibt es keine gemeinsamen Güter, weil die Ehepartner während der Ehe ihre eigenen Güter unabhängig voneinander verwalten. In der Ehe gemeinsam angeschaffte Vermögenswerte werden bei der Gütertrennung aufgeteilt. Genauso verhält es sich mit Schulden.

Gütergemeinschaft

Für den Ehestand einer Gütergemeinschaft ist ein Ehevertrag notwendig. Veranlagt sich ein Ehepaar als Gütergemeinschaft, so wird ein Großteil des jeweiligen Eigenguts von Ehemann und Ehefrau zum Gesamtgut und gehört beiden zu gleichen Teilen. In dieser Konstellation ist der überlebende Partner durch den Nachlass optimal abgesichert. Die Gütergemeinschaft empfiehlt sich vor allem für Ehepaare ohne Kinder.

Wann sollte man eine Erbschaft planen?

Auch wenn sich wahrscheinlich niemand gern mit der eigenen Sterblichkeit befasst, sollte man seinen Nachlass so früh wie möglich regeln. Erstellt man beispielsweise keine letztwillige Verfügung, erben unter Umständen gesetzliche Erben, denen man eigentlich nichts vererben möchte.

Beim Nachlass planen beziehungsweise Nachlass abwickeln ist es am besten, einen Anwalt für Erbrecht zurate zu ziehen. Dieser kann Sie beim Nachlass planen optimal unterstützen und auf Ihre individuelle Situation Rücksicht nehmen. 

Erbklagen gehen ins Geld - Benötige ich einen Anwalt oder einen Notar für den Nachlass?

Wer seinen Nachlass regeln möchte, hat die Möglichkeit, die Verwaltung des Nachlasses einem Notar oder Anwalt für Erbrecht zu überantworten. Dies ist auch unbedingt empfehlenswert, weil solche Experten über das nötige Know-how verfügen, um im Falle des Falls adäquat auf sich anbahnende Erbstreitigkeiten zu reagieren.

Gegebenenfalls lassen sich teure und langwierige Erbklagen so vermeiden. Den passenden Ansprechpartner finden Sie über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch.

Ist es möglich zu verhindern, dass der Ehepartner das Eigenheim aufgeben muss?

Unter Umständen kann es passieren, dass der Ehepartner das Eigenheim aufgeben muss, obwohl er Hauptbegünstigter des Nachlasses ist. Reicht der übrige Nachlass beispielsweise nicht, um die Pflichtteile der Kinder zu bezahlen, kann der Verkauf des Eigenheims drohen.

Um dies zu verhindern können die volljährigen Kinder beim Tod des ersten Elternteils auf ihre Ansprüche verzichten. Des Weiteren ist es möglich, dass sich die Eltern die Nutzniessung am Erbteil der Kinder übertragen.

Wie kann ein Willensvollstrecker die Erben unterstützen?

Ein Willensvollstrecker ist gleichzeitig auch Nachlassverwalter und wird damit beauftragt, den letzten Willen des Erblassers zu vollziehen und den Nachlass unter den Erben aufzuteilen. Er wird vom Erblasser im Testament oder Erbvertrag eingesetzt und soll die Erben entlasten.

Weil die Verwaltung und Verteilung des Nachlasses eine anspruchsvolle Aufgabe ist, die die Erben häufig überfordert, kann eine Willensvollstreckung hier Abhilfe schaffen.

Wen kann man als Willensvollstrecker einsetzen?

Ein Erblasser kann jede Person als Willensvollstrecker bestimmen, die volljährig und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte ist. Es ist auch möglich, einen Erben des Nachlasses als Willensvollstrecker einzusetzen. Hiervon ist allerdings aus verschiedenen Gründen abzuraten.

Ist der Willensvollstrecker selbst Erbe mit Anspruch auf den Nachlass, fühlen sich die anderen Erben schnell benachteiligt. Dies führt dann häufig zu Uneinigkeiten und Streitereien. Vermeiden lassen sich solche Ärgernisse mit einem Willensvollstrecker, der selbst nicht vom Nachlass begünstigt wird und neutral ist.

Ist es möglich vorzusorgen, falls man eines Tages nicht mehr urteilsfähig ist?

Am besten sorgt man mit einem Vorsorgeauftrag für den Fall vor, dass man einmal nicht mehr urteilsfähig ist. Im Vorsorgeauftrag kann man bestimmten, wer den Nachlass regeln soll, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist. Gerade Ehepartner sollten sich gegenseitig mit einem Vorsorgeauftrag absichern. Nicht nur, um den Nachlass verwaltet zu wissen, sondern auch, damit der Ehepartner Rechtsgeschäfte für einen ausführen kann.

Kann man ein Erbe bei Schulden des Verstorbenen ausschlagen?

Jeder Erbe hat das Recht, ein Erbe auszuschlagen. Allerdings ist es nicht möglich, nur die Schulden auszuschlagen und den Rest des Nachlasses anzunehmen. Wann es sinnvoll ist, ein Erbe auszuschlagen und wann nicht, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Anwalt für Erbrecht beraten, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Worauf sollten sie achten, wenn sie Kinder aus früheren Beziehungen in die Ehe mitbringen?

In Patchworkfamilien kann es beim Erben vor allem für die Kindern zu ungerechten Konstellationen kommen – abhängig davon, welcher Partner zuerst stirbt. Hier ist es am besten, den Ehepartner per Testament als Begünstigten des Nachlasses zu bestimmen und die eigenen Kinder als Nacherben einzusetzen. So erhalten die Kinder zunächst nur ihren Pflichtteil, bevor sie nach dem Tod des anderen Partners dann den ganzen Nachlass erhalten.

Welche Nachteile haben Konkubinatspaare?

Konkubinatspaare müssen sich zu Lebzeiten gegenseitig absichern, weil sie sonst nach der Erbrecht in der Schweiz leer ausgehen und nichts vom Nachlass erhalten. Lassen Sie sich hier von einem Advokaten für Erbrecht beraten, wie Sie Ihren Konkubinatspartner absichern können. Am besten sind hier Testamente oder Erbverträge geeignet. Oder Sie regeln den Nachlass zu Lebzeiten über Vermögensübertragungen oder Schenkungen

Wie begünstigen sich Konkubinatspartner, wenn sie Kinder haben?

Weil der Pflichtteil der Kinder drei Viertel des Nachlasses beträgt, können Konkubinatspartner sich gegenseitig nur ein Viertel des Nachlasses zusprechen. Es ist also recht schwierig, einen Konkubinatspartner beim Nachlass zu begünstigen. Hinzu kommt die in manchen Kantonen teils hohe Erbschaftssteuer für Unverheiratete.

Was meint der Digitale Nachlass?

Der digitale Nachlass meint alle Daten, die ein Erblasser übers Internet hinterlässt – beispielsweise Konten bei Facebook, Instagram und dem jeweiligen Mailanbieter. Was im Todesfall mit diesen Konten beziehungsweise dem digitalen Nachlass passiert, will geregelt sein. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die Sie sich in unserem gesonderten Artikel zum digitalen Nachlass informieren können.

Checkliste für den Nachlass

Damit Sie Ihren Nachlass planen können, haben wir für Sie eine Nachlass Checkliste entwickelt, die Ihnen beim Nachlass abwickeln hilft. Diese Nachlass Checkliste dient der privaten Vorinformation – Ihr Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen gern bei allen weiterführenden Fragen zur Nachlassplanung weiter.

Checkliste für den Nachlass
Checkliste Nachlass in der Schweiz
Anwälte für Erbrecht finden

Weitere Beiträge die Sie interessieren könnten..