Erbschein in der Schweiz – Infos, Rechte & Kosten

Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen ist es oft notwendig, sich einen Erbschein ausstellen zu lassen, um über die Erbschaft verfügen zu können. Außerdem gibt der Erbschein in der Schweiz Auskunft über die erbberechtigten Personen. Wurden in einem Testament keine Erben berücksichtigt, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Doch wie läuft das beantragen mit und ohne Testament oder Erbvertrag ab, mit welchen Kosten muss man rechnen und wo erhält man den Erbschein? Im folgenden Artikel werden alle Fragen rund um den Erbschein in der Schweiz behandelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Erbschein und wann wird er benötigt?

Der Erbschein wird in der Schweiz auch Erbenschein, Erbbescheinigung oder Erbenbescheinigung genannt. Er ist ein Dokument, das Auskunft darüber gibt, wer erbberechtigt ist. Der Erbschein wird benötigt, um sich als Erbe ausweisen zu können. wer beispielsweise für einen Verstorbenen Bankgeschäfte abwickeln möchte, kann mit einem Erbschein nachweisen, dass er dazu berechtigt ist.

Ein Erbenschein wird nicht automatisch ausgestellt, sondern man muss einen Erbschein beantragen – unabhängig davon, ob man durch die gesetzliche Erbfolge oder durch ein Testament oder einen Erbvertrag erbberechtigt ist.

Welche Punkte stehen in einem Erbschein?

Im Erbschein in der Schweiz werden immer bestimmte Daten vermerkt. Zu diesen gehören die Namen, die vollständigen Adressen und die Geburtsdaten aller Erben. Zu beachten ist, dass bei mehreren Erben nur alle gemeinsam über den Nachlass entscheiden können, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. Es ist auch möglich, dass ein Erbe einen Teilerbenschein beantragt, auf dem nur er und der Erbteil vermerkt ist, über den er verfügen darf. Die wichtigsten Fakten zum Erbschein sind somit:

  • Die Erbenbescheinigung wird nicht automatisch ausgestellt. Wer einen Erbschein beantragen möchte, muss von sich aus die Initiative ergreifen und auch den Nachweis über seine Erbberechtigung erbringen.
  • Der Erbenschein in der Schweiz wird immer nur unter Vorbehalt ausgestellt. Solle sich herausstellen, dass falsche Angaben gemacht wurden, muss mit einer Erbschaftsklage oder einer Ungültigkeitsklage gerechnet werden.
  • Der Erbenschein wird entweder aufgrund einer letztwilligen Verfügung wie einem Testament oder einem Erbvertrag ausgestellt oder die Behörde ermittelt im Falle der gesetzlichen Erbfolge alle gesetzlichen Erben.

Welcher gesetzlichen Grundlage unterliegt der Erbschein?

Die gesetzliche Grundlage wird in Art. 559 ZGB formuliert. Hier wird den Erben ganz klar das Recht eingeräumt, bei der Behörde die Ausstellung eines Erbscheins zu verlangen – natürlich unter Vorbehalt einer Ungültigkeitsklage und einer Erbschaftsklage, sollte sich die Anerkennung als Erbe als falsch erweisen.

Welche Rechte habe ich aufgrund eines Erbscheins?

Der Erbenschein räumt den Erben das Recht ein, über ihr Erbe zu verfügen. Eine Erbengemeinschaft kann allerdings solange nur gemeinschaftlich über das jeweilige Erbe verfügen, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. Hier dient der Erbschein auch als Sicherheit, weil ein Erbe allein ohne die Zustimmung aller anderen nichts ausrichten kann. Wenn Sie weitere Fragen zum Erbschein haben, hilft Ihnen Ihr Anwalt für Erbrecht gern weiter. 

Hier auf Erbrechtsinfo.ch finden Sie den passenden Ansprechpartner in Ihrer Region, der Sie bei sämtlichen erbrechtlichen Themen unterstützen kann. Egal, ob Sie sich zum Erbverzichtsvertrag, dem Vorsorgeauftrag oder der Erbschaftssteuer informieren möchten oder Fragen zum Vermächtnis erstellen haben oder eine Unternehmensnachfolge regeln möchten: In unserer Anwaltssuche finden Sie den richtigen Ansprechpartner.

Mit welchen Kosten muss ich für einen Erbschein rechnen?

Die Frage nach den Kosten stellen sich wahrscheinlich alle Erben, die einen Erbenschein beantragen möchten. Allerdings ist die Frage nach der Höhe der Kosten pauschal nicht zu beantworten. Wie hoch die Kosten sind, hängt vor allem von der Höhe der Erbschaft ab. Je nachdem beläuft sich die Gerichtsgebühr auf einen Betrag zwischen 100 und 7000 Franken. Neben der Höhe der Erbschaft wird in die Kalkulation auch der Aufwand einbezogen, den das Gericht mit der Ausstellung des Erbscheins hat. Zusätzlich zu der Gerichtsgebühr fallen Kosten für Dokumente, eingeholte Zivilstandsurkunden und Auskünfte im In- und Ausland an.

Wer kann einen Erbschein beantragen und kann das Recht darauf verjähren?

Grundsätzlich kann nach dem Schweizer Erbrecht jeder einen Erbschein beantragen, der als Erbe anerkannt ist. Zum offiziellen Erben kann man auf unterschiedliche Art und Weise werden. Entweder wird man durch die gewillkürte Erbfolge zum Erben, also durch das Vorliegen eines Testaments oder Erbvertrages. Wenn keine letztwillige Verfügung vorliegt, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen. Hier sind dann die nächsten Verwandten des Erblassers erbberechtigt. Eine weitere Möglichkeit, als Erbe anerkannt zu sein, ist eine Schenkung zu Lebzeiten, durch die ein sogenannter Erbvorbezug gewährt wird.

Wann läuft die Frist zur Erbscheinbeantragung ab?

Das Recht auf die Erbschein Beantragung verjährt nicht, es gibt also keine Erbschein beantragen Frist. Allerdings ist es nicht ratsam, lange zu warten, weil man als Erbe ohne Erbbescheinigung nicht über den Nachlass verfügen kann. Es ist also im Interesse aller Beteiligten, den Erbschein möglichst zeitnah zu beantragen.

Was sollte man bei mehreren Erben beachten?

Wenn es mehrere Erben gibt, bilden diese nach dem Erbrecht in der Schweiz eine sogenannte Erbengemeinschaft. Eine Erbengemeinschaft kann solange nur gemeinsam über einen Nachlass verfügen, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. Zu beachten ist vor allem, dass eine Erbengemeinschaft Nährboden für einen Erbstreit ist. Nicht selten landet eine Erbengemeinschaft vor Gericht und Familien entzweien sich. Eine gute Möglichkeit, um Erbstreitigkeiten zu verhindern, ist die Einsetzung eines Willensvollstreckers.

Verwaltet ein Willensvollstrecker den Nachlass und nimmt die Erbauseinandersetzung nach dem Willen des Erblassers vor, sind die Erben untereinander nicht damit konfrontiert und geraten nicht so schnell aneinander. Allerdings sollte man hier darauf achten, dass der Willensvollstrecker selbst nicht Erbe ist. Ein Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen gern bei allen Fragen rund um das Thema Willensvollstrecker, Erbschein und Nachlassregelung weiter. Suchen Sie über die Anwaltssuche von Ebrechtsinfo.ch Ihren passenden Ansprechpartner und vereinbaren einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch.

Erhalten auch Willensvollstrecker einen Erbschein?

Ein Willensvollstrecker erhält nur dann einen Erbenschein, wenn er selbst auch erbberechtigt ist. Weil ein Willensvollstrecker aber damit beauftragt ist, den letzten Willen eines Erblassers auszuführen und sich ausweisen können muss, erhält er statt einer Erbbescheinigung ein sogenanntes Willensvollstreckerzeugnis. Das Willensvollstreckerzeugnis wird auch Willensvollstreckerbescheinigung genannt und ist eine behördliche Legitimationsurkunde, die den Willensvollstrecker als solchen ausweist. Wenn Sie sich näher zum Thema Willensvollstreckung informieren möchten, haben Sie in unserem gesonderten Artikel die Möglichkeit dazu. Wussten Sie beispielsweise, dass es die Möglichkeit gibt, einen Ersatzwillensvollstrecker zu ernennen und warum genau das sinnvoll ist? Diese und viele weitere Fragen werden im Artikel zum Thema Willensvollstreckung behandelt.

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Wo kann ich einen Erbschein beantragen?

Wo ein Erbschein beantragt werden muss, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Kanton/Ortzuständige Behörde
AargauBezirksgerichtpräsident
Appenzell-A.Gemeinderat, Erbschaftsamt
Appenzell-I.Erbschaftsamt
Basel-LandBezirksschreiberei
Basel-StadtErbschaftsamt
BernGemeinderat oder Notar
FreiburgNotar, Mitunterzeichnung Friedensrichter
GenfNotar, Mitunterzeichnung Juge de paix (Testament) / Notar (kein Testament)
GlarusErbschaftsamt der KESB Glarus
GraubündenKreispräsident
JuraGemeinderat (Testament) / Notar (kein Testament)
LuzernTeilungsbehörde
NeuenburgPrésident du tribunal de district / Notaire
NidwaldenKommunale Teilungsbehörde
ObwaldenGemeindepräsident oder Gemeindeschreiber
St. GallenAmtsnotariat
SchaffhausenErbschaftsamt
SchwyzEinzelrichter des Bezirksgerichts
SolothurnAmtsschreiberei
TessinPretore
ThurgauNotariat
UriGemeinderat
WaadtJuge de paix
WallisGemeinderichter
ZugErbschaftsbehörde
ZürichEinzelrichter des Bezirksgericht

Der Erbenschein kann demnach von verschiedenen Institutionen erstellt werden:

  • Erbschaftsamt
  • Teilungsbehörde der Gemeinde
  • Notar
  • Regierungsstatthalteramt des Bezirks

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie einen Erbschein am besten und am unkompliziertesten beantragen können, sprechen Sie Ihren Anwalt für Erbrecht an. Dieser kann Sie mit seiner langjährigen Erfahrung und Expertise bei allen erbrechtlichen Themen kompetent beraten und bei aufkommenden Problemen unterstützen. Egal, ob Sie Fragen zum Nachlass, dem Erben von Immobilien, der Schenkungssteuer oder der Nutzniessung  über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch finden Sie den passenden Ansprechpartner.

Wie viele Exemplare des Erbscheins sollte ich ausstellen lassen?

Wie viele Exemplare des Erbenscheins Sie ausstellen lassen, hängt davon ab, woraus Ihr Nachlass besteht und wo Sie den Erbenschein vorzeigen müssen. Wenn Sie beispielsweise Immobilien erben und beim Grundbuchamt vorsprechen müssen, benötigen Sie immer ein Original. Andere Behörden wie beispielsweise Banken geben sich häufig mit einer Kopie zufrieden. Überlegen Sie am besten in Ruhe, wie viele Exemplare Sie im Original benötigen. Geben Sie diese Anzahl dann beim Beantragen des Erbenscheins gleich mit an. Wenn Sie Glück haben, stellt Ihnen die Nachlassbehörde sogar mehrere Originale aus, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. Bei manchen Nachlassbehörden fallen für zusätzliche Originale allerdings auch zusätzliche Kosten an.

An wen muss ich mich für einen Erbschein wenden?

Wer einen Erbschein beantragen möchte, muss sich immer an die Nachlassbehörde am letzten Wohnsitz des Erblassers wenden. Diese ist für die Ausstellung der Erbenbescheinigung zuständig.

Zu welchem Zeitpunkt kann ich einen Erbschein verlangen?

Zu welchem Zeitpunkt Sie einen Erbschein verlangen können, hängt davon ab, ob der Erblasser die gesetzliche Erbfolge gewählt oder durch einen Erbvertrag oder ein Testament die gewillkürte Erbfolge veranlasst hat. Wenn ein Testament vorliegt, kann ein Erbschein erst etwa einen Monat nach der Testamentseröffnung beantragt werden. 

Kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen, so können die Erben sofort nach dem Tod des Erblassers einen Erbschein beantragen. Wichtig zu wissen ist, dass die in einem Testament genannten Erben von der Nachlassbehörde benachrichtigt werden, während gesetzliche Erben im Falle der gesetzlichen Erbfolge selbst aktiv werden müssen. Wenn Sie Fragen zum Unterschied der gesetzlichen Erbfolge und der gewillkürten Erbfolge haben oder einen Rechtsbeistand im Erbrecht benötigen, finden Sie auf Erbrechtsinfo.ch den passenden Ansprechpartner in der Anwaltssuche.

Wie kann ich einen Erbschein beantragen?

Wer einen Erbschein beantragen möchte, muss verschiedene Schritte befolgen, die wir Ihnen im Folgenden detailliert erklären:

  • Zunächst müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach der Bekanntgabe durch das Nachlassgericht entscheiden, ob Sie das Erbe ausschlagen oder annehmen.
  • Sollten Sie sich für die Annahme des Erbes entscheiden, müssen Sie dies dem Nachlassgericht mit einer Erbschaftsannahmeerklärung mitteilen.
  • Bei Vorliegen eines Testaments oder Erbvertrags können Sie den Erbschein erst beantragen, wenn die Testamentseröffnung stattgefunden hat.
  • Schließlich können Sie den Erbschein bei der zuständigen Behörde beantragen. Welche Unterlagen Sie dazu benötigen, klären wir noch im weiteren Verlauf des Artikels.
  • Alle Erben können die Erbschein Ausstellung innerhalb eines Monats bestreiten.
  • Die Behörde stellt den Erbenschein wegen der Erbschein 4 Wochen Frist frühestens vier Wochen nach der Testamentseröffnung aus.
  • Sobald Sie den Erbschein haben, können Sie sich damit offiziell als Erbe ausweisen.

Welche Bedingungen muss ich erfüllen, um einen Erbschein zu erhalten?

Ein Erbenschein wird immer erst dann ausgestellt, wenn die gesetzliche Frist von drei Monaten abgelaufen ist, innerhalb derer sich die Erben entscheiden müssen, ob sie ein Erbe annehmen oder ausschlagen. Verkürzen kann man diese Frist, wenn die Erben schon früher ausdrücklich die Annahme des Erbes bestätigen. Liegt ein Testament vor, muss außerdem die Testamentseröffnung abgewartet werden. Erst dann kann eine Erbenbescheinigung beantragt werden. Diese wird aber erst frühestens vier Wochen nach der Testamentseröffnung ausgestellt. Ohne Testament können die Erben den Erbschein schneller beantragen. Dies ist allerdings auch nur dann möglich, wenn sicher ist, dass das Erbe angenommen wird.

Welche Unterlagen brauche ich zur Ausstellung eines Erbscheins?

Um einen Erbschein zu beantragen, benötigen Sie verschiedene Unterlagen, mit denen Sie sich unter anderem als Erbe ausweisen müssen. Zu den benötigten Unterlagen zum Erbschein beantragen zählen:

  • Sie benötigen zwingend eine Kopie des Totenscheins. Diese erhalten Sie beim Zivilstandsamt.
  • Sie müssen nachweisen, dass Sie erbberechtigt sind. Dies können Sie mithilfe eines Auszugs aus dem Zivilstandsregister.
  • Sie müssen nachweisen, dass Sie die Erbschaft angenommen haben. Dies geschieht entweder durch eine Erbschaft Annahmeerklärung oder den Nachweis, dass die dreimonatige Frist abgelaufen ist.

Wie lange dauert es, bis ein Erbschein ausgestellt werden kann?

Wie lange die Ausstellung eines Erbscheins letztlich dauert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Allerdings sollten Sie ca. mit einer Dauer von sechs bis zwölf Wochen rechnen. Bevor ein Erbenschein ausgestellt werden kann, muss die jeweilige Behörde nämlich sicherstellen, dass alle Erben bekannt sind. Weil die Ermittlung aller Erben mitunter recht viel Zeit in Anspruch nehmen kann, muss man sich bis zur Erbschein Ausstellung ein wenig gedulden. Wer die Bearbeitungszeit beschleunigen möchte, hilft der Behörde, indem er ihr die vollständigen Adressen aller Erben mitteilt.

Gibt es Erbscheinfristen?

Der Erbschein kann erst ausgestellt werden, wenn die dreimonatige Ausschlagungsfrist verstrichen ist. Umgehen kann man diese Frist nur, wenn die Erben schon früher eine Erbschaft Annahmeerklärung abgeben.

Gibt es die Möglichkeit, ohne einen Erbschein zu erben?

Nach dem Erbrecht in der Schweiz ist kein Erbe dazu verpflichtet, einen Erbschein zu beantragen. Allerdings können Sie ohne Erbschein nicht über das Vermögen verfügen. In einem solchen Fall müssen Sie warten, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. Erst dann können Sie auch ohne Erbschein über Ihren Erbteil verfügen.

Ohne Erbschein kein Zugriff auf das Nachlassvermögen

Erfahren Banken von einem Todesfall, werden sämtliche Konten und Depots gesperrt, bis ein Erbschein vorliegt, der jemanden zum Zugriff bemächtigt. Bis dahin werden nur Rechnungen beglichen, die in direktem Zusammenhang mit dem Todesfall stehen, beispielsweise die Kosten für die Beerdigung.

Konto gesperrt?

Bis zur Ausstellung des Erbscheins kommt es vor, dass die gemeinsamen Konten von Ehepaaren gesperrt werden. Deshalb ist es ratsam, dass Eheleute ein Konto besitzen, das lediglich auf ihren Namen läuft, um während dieser Zeit an Geld zu kommen.

Wer kümmert sich um die Erbschaft?

Die Erben sind in der Pflicht, sich um die Erbschaft zu kümmern. Gibt es mehrere Erben, bilden diese automatisch eine Erbengemeinschaft, die gemeinschaftlich dazu verpflichtet ist, die Erbschaft zu regeln. Ist einer Alleinerbe, so fällt diese Pflicht ihm zu. Wenn der Erblasser einen Willensvollstrecker bestimmt hat, so fällt diesem die Aufgabe zu, den Nachlass zu regeln und nach dem Willen des Erblassers zu teilen beziehungsweise den Erben einen Teilungsvorschlag zu unterbreiten.

Was sollte ich tun, wenn ich das Erbe ablehnen möchte?

Wenn Sie das Erbe ablehnen möchten, sollten Sie auf keinen Fall einen Erbschein beantragen. Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie das Erbe annehmen oder ablehnen, informieren Sie sich zunächst über den Nachlass. Grundsätzlich sollten Sie einen Erbschein erst dann beantragen, wenn Sie sicher sind, dass der Nachlass nicht überschuldet ist und Sie das Erbe annehmen möchten.

Erblasser auf Schulden überprüfen

Wenn Sie keine Sicherheit darüber haben, ob der Erblasser Schulden hatte, sollten Sie den Nachlass schnellstmöglich überprüfen. Bevor Sie das Erbe ablehnen, gibt es die Möglichkeit, binnen einer Frist von 4 Wochen beim Gericht eine “Bescheinigung für Auskunft” zu beantragen. In dieser werden alle Vermögenswerte und Schulden aufgelistet.

Hier finden Sie ein Muster zum Thema Erbschein beantragen

Die meisten Erben suchen nach einem Erbschein Muster. Beachten Sie bitte, dass Erbschein Formulare im Internet nur der Orientierung dienen. Dennoch haben Sie natürlich die Möglichkeit, sich mit einem Erbschein Muster vorab zu informieren. Wenn Sie allerdings weitergehende Fragen haben oder einen Erbschein beantragen möchten, sollten Sie sich unbedingt an einen Anwalt für Erbrecht wenden. Den passenden Ansprechpartner finden Sie schnell und unkompliziert über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch.

Wie kann ein Anwalt helfen?

Ein Erbe ist eine sensible Angelegenheit und geht häufig damit einher, dass eine Person, die Sie lange und gut gekannt haben, verstorben ist. In dieser emotionalen Ausnahmesituation haben Sie viele Sorgen und Pflichten, die erfüllt werden müssen – Sie müssen sich beispielsweise um die Bestattung kümmern. Da macht es Sinn, einen Anwalt für Erbrecht in der Schweiz hinzuziehen. Hinsichtlich des Erbscheins unterstützt dieser Sie dabei, den Erbschein zu beantragen. Das ist zwar prinzipiell auch ohne Anwalt möglich, kostet aber Zeit und Mühe. Ausserdem laufen Sie ohne einen Anwalt Gefahr, Fehler beim Beantragen des Erbscheins zu machen, was den Ablauf des Erbens verlängert und verkompliziert.

Neben der Beantragung eines Erbscheins steht Ihnen Ihr Anwalt für Erbrecht auch bei allen weiteren Fragen rund um das Thema Erbe in der Schweiz zur Verfügung. Erbstreitigkeiten sind keine Seltenheit und in diesen Fällen lohnt es sich, Ihre Rechte genau zu kennen und diese rechtlichen Ansprüche auch durchsetzen zu lassen. Sie können sich über unsere Anwalts-Suchfunktion direkt einen Spezialisten aus Ihrer Nähe aussuchen und kostenlos Kontakt aufnehmen. Anschließend findet ein erstes, unverbindliches Beratungsgespräch statt und Sie erhalten eine Ersteinschätzung Ihrer Lage. Anwälte für Erbrecht haben häufig gute Beziehungen zu Notaren und können im Streitfall auch als Mediator fungieren.

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FAQ: Erbschein in der Schweiz

Der Erbschein ist die Bescheinigung Ihres Erbanspruches. In der Schweiz bekommen Sie den Erbschein nicht automatisch ausgestellt, sondern müssen ihn bei der entsprechend zuständigen Behörde beantragen. Auf dem Erbschein wird vermerkt, wer einen Erbanspruch hat. Sollten Sie einen Teilerbschein beantragen, so werden nur Sie und nur Ihr Anteil am Erbe vermerkt. Sie benötigen den Erbschein, um sich als rechtmässiger Erbe ausweisen zu können – beispielsweise dann, wenn Sie Bankgeschäfte für den Verstorbenen erledigen möchten / müssen.
Wie viel ein Erbschein in der Schweiz genau kostet, kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Kosten ergeben sich aus unterschiedlichen Faktoren, wobei die entscheidendsten die Folgenden sind:
  • Wie hoch ist die Erbsumme / Erbschaft?
  • Wie viel Aufwand hat das Gericht, um den Erbschein auszustellen?
    • Gerichtskosten
    • Dokumente, Zivilstandsurkunden, Auskünfte
    Schließlich wird aus all diesen Faktoren ein Preis ermittelt, der sich über eine grosse Spanne erstrecken kann. Bei einem sehr kleinen Erbe mit geringem Aufwand kann der Erbschein schon für 100 CHF ausgestellt werden, während bei einem Millionenerbe eine Gebühr von 7.000 CHF oder mehr fällig werden kann.
Der Erbschein kann prinzipiell immer dann beantragt werden, wenn der Erbe seinen Erbanspruch nachweisen kann. Bedenken Sie dabei, dass der Erbschein zwar das Recht der Verfügung über das Erbe verleiht, Sie aber trotzdem nicht völlig frei sind, solang die Erbteilung nicht abgeschlossen ist (z.B. beim Bestehen einer Erbengemeinschaft). Der Erbschein muss beantragt werden. Daraufhin wird er vom Gericht ausgefertigt – das kann bis zu 12 Wochen dauern. Wo Sie den Erbschein beantragen müssen, hängt davon ab, in welchem Kanton Sie leben. Werfen Sie dazu einen Blick in unsere übersichtliche Tabelle, die die zuständige Behörde dem Kanton bzw. Ort zuordnet.
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion

Unsere Autoren erarbeitet jeden Artikel nach strengen Qualitätsrichtlinien hinsichtlich Inhalt, Verständlichkeit und Aufbereitung der Informationen. Auf diese Art und Weise ist es uns möglich, Ihnen umfassende Informationen zu unterschiedlichsten Themen zu bieten, die jedoch keine ärztliche Beratung ersetzen können.

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