Erbvorbezug in der Schweiz – Infos, Vorteile & Tipps

Neben der Schenkung gibt es auch eine andere Möglichkeit sein Vermögen zu Lebzeiten zu übertragen. Der Erbvorbezug in der Schweiz ermöglicht vielen Familien, einen Teil ihres Erbes ihren Kindern auf freiwilliger Basis bereits zu Lebzeiten auszuzahlen und ihnen auf diesem Wege mit ihrem Vermögen finanziell unter die Arme zu greifen. Der folgende Artikel beantwortet Ihnen alle Fragen rund um das Thema Erbvorbezug in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis

Was ist der Erbvorbezug?

Der Erbvorbezug ist nach dem Erbrecht in der Schweiz eine besondere Form der Schenkung. Hierbei handelt es sich um eine unentgeltliche Zuwendung unter Erblassern und ihren Erben zu Lebzeiten. Wichtig zu wissen ist, dass eine Ausgleichspflicht besteht. 

Diese Ausgleichungspflicht besagt, dass derjenige, der durch einen Vorbezug eine Zuwendung erhält, diese auf seinen späteren Erbteil anrechnen muss. Dementsprechend erhält er dann im Erbfall weniger.

Allerdings kann der Erblasser verfügen, dass die Ausgleichspflicht nicht besteht, der Vorbezug also im Erbfall nicht auf das Erbe angerechnet werden muss. Ein solcher Schritt sollte gut überlegt sein, weil eine solche Ungleichbehandlung insbesondere unter Geschwistern zu einem Erbstreit führen kann. Wenn Sie sich für den Erbvorbezug interessieren, hilft Ihnen Ihr Anwalt für Erbrecht gern weiter.

Basierend auf freiwilliger Basis

Der Erbvorbezug bezeichnet die Auszahlung eines Teils des Erbes auf freiwilliger Basis. Erblasser können nicht zum Erbvorbezug gezwungen werden.

Was sind die Vorteile eines Erbvorbezugs?

Ein Erbvorbezug findet meistens zwischen Eltern und Kindern statt und hat für beide Seiten Vorteile. Eltern können mit dem Vorbezug Steuern mindern, weil sie ihr steuerbares Vermögen mindern. Für die Kinder sind die Steuern zunächst eher unerheblich. Bei ihnen steht im Vordergrund, dass sie zum Zeitpunkt eines Erbvorbezugs wahrscheinlich wesentlich mehr von der Zuwendung profitieren, weil sie noch jünger sind und dementsprechend selbst meist noch nicht allzu viel besitzen. Hinzu kommt die Steuerminderung im Erbfall durch den Vorbezug. Weil Kinder ihren Eltern gegenüber einen hohen Erbschaftssteuer Freibetrag, kann es sein, dass sie durch den erbrechtlichen Vorbezug im Erbfall ganz ohne Erbschaftssteuer davonkommen.

Worin liegt der Unterschied zwischen Schenkung, gemischter Schenkung und einem Darlehen?

Der Erbvorbezug in der Schweiz wurde eingangs unter anderem als eine besondere Form der Schenkung definiert. Doch worin genau besteht der Unterschied zur Schenkung genau? Und wie verhält es sich mit einer gemischten Schenkung und beispielsweise einem Darlehen? Im Folgenden können Sie sich einen Überblick über den Unterschied verschaffen.

Was ist eine Schenkung?

Eine Schenkung ist eine freiwillige Zuwendung, mit der jemand einen anderen freiwillig aus seinem Vermögen bereichert. Der Unterschied von Vorbezug und Schenkung besteht vor allem in der Pflicht zur Ausgleichung – wenn nicht eindeutig anders verfügt. Eine Schenkung Ausgleichspflicht hingegen gibt es nicht beziehungsweise nur dann, wenn die Schenkung einen sogenannten Ausstattungscharakter hat. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Eltern einem ihrer Kinder eine Berufsausbildung finanzieren.

Was ist eine Gemischte Schenkung?

Eine gemischte Schenkung dann vor, wenn ein Gegenstand deutlich unter dem Verkehrswert verkauft wird. Kauft ein Kind von seinen Eltern beispielsweise eine Immobilie zur Hälfte des Verkehrswerts, so spricht man von einer gemischten Schenkung. Ihr Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen bei allen Fragen rund um das Thema Erbvorbezug, Schenkung, Schenkungssteuer und dem Aufsetzen eines Schenkungssteuervertrags gern weiter. Den passenden Ansprechpartner finden Sie in der Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch und können noch heute kostenlos und unverbindlich Kontakt aufnehmen.

Bei gemischten Schenkungen sollte man für klare Verhältnisse sorgen

Bei gemischten Schenkungen ist es wichtig, für klare Verhältnisse zu sorgen. Zu beachten ist hier vor allem, dass sich der im Erbfall ausgleichspflichtige Betrag auf den Verkehrswert des Gegenstandes zum Zeitpunkt der Erbteilung maßgebend ist. Handelt es sich beispielsweise um eine Immobilie, deren Wert sich zwischenzeitlich gesteigert hat, muss auch die Wertsteigerung ausgeglichen werden. Welche Möglichkeiten Sie haben, um das zu verhindern, erfahren Sie bei Ihrem Anwalt für Erbrecht. Es ist insbesondere wichtig, darauf zu achten, dass Geschwister sich untereinander nicht benachteiligt fühlen, wenn ein Kind einen Vorbezug auf sein Erbe oder eine Schenkung erhält und das andere nicht.

Was ist ein Darlehen?

Letztlich gibt es noch das Darlehen. Dieses unterscheidet sich vom Erbvorbezug dahingehend, als dass auf der Seite des Darlehensgebers der Anspruch auf vollständige Rückzahlung zu den vorher vereinbarten Konditionen besteht. Außerdem ist für ein Darlehen keine notarielle Beurkundung nötig – eine schriftliche Vereinbarung ist allerdings empfehlenswert. Ein nicht zu vernachlässigender Unterschied ist außerdem, dass ein Darlehen im Vermögen des Darlehensgebers verbleibt und also auch zurückgefordert werden kann.

Was muss bei der Umwandlung des Darlehens in einen Vorbezug steuerlich beachtet werden?

Wenn ein gewährtes Darlehen nachträglich in einen Vorbezug auf das künftige Erbe umgewandelt werden soll, muss dies steuerlich deklariert werden. Dies ist meist gar nicht so kompliziert. Der Begünstigte muss den Erbvorbezug in der nächsten Steuererklärung angeben und ihn versteuern. Auf Seite der Eltern, mindert sich das zu versteuernde Vermögen um den Betrag des Vorbezugs.

Was bedeutet ein Ausgleich von Erbvorbezügen?

Der Ausgleich besagt, dass gesetzliche Erben dazu verpflichtet sind, einen erhaltenen Erbvorbezug im Erbfall den anderen Erben gegenüber auszugleichen. Zum besseren Verständnis der Erbvorbezug Ausgleichspflicht hier ein Beispiel:

Ein alleinstehender Vater hat zwei Töchter. Eine davon erhält zu Lebzeiten des Vaters einen Vorbezug auf das künftige Erbe von 200 000 Franken. Beim Tod des Vaters beträgt das Nachlassvermögen noch 600 000 Franken. Die 200 000 Franken aus dem Vorbezug werden dem Nachlass wegen der Ausgleichspflicht hinzugerechnet, das Nachlassvermögen beträgt also 800 000 Franken. Nach dem gesetzlichen Erbrecht hat nun jede der Töchter Anspruch auf 400 000 Franken. Die Tochter, die schon 200 000 Franken erhalten hat, erhält jetzt nur noch 200 000 Euro, während die andere 400 000 erhält. Durch diesen Ausgleich haben dann beide Töchter gleich viel erhalten.

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Ausgleichszahlungen können die Betroffenen in Bedrängnis bringen

Unter Umständen können Ausgleichszahlungen einen Erben in arge Bedrängnis bringen. Für den Fall, dass der Erbvorbezug den Anteil am Erbe übersteigt, muss den Miterben die Differenz zurückbezahlt werden. Besonders heikel kann das werden, wenn beispielsweise Immobilien über die Jahre stark an Wert gewinnen, weil auch Wertsteigerungen beim Ausgleich Berücksichtigung finden. Dementsprechend werden zwar auch Wertverluste nicht außer Acht gelassen, dennoch kann die Ausgleichspflicht den Betroffenen unter Umständen finanziell stark belasten. Ihr Anwalt für Erbrecht berät Sie gern und hilft Ihnen bei allen Fragen rund um das Thema Erbvorbezug weiter. Auch bei allen anderen erbrechtlichen Themen von den Testament Kosten und die Testament Erstellung über den Vorsorgeauftrag bis hin zum Erbverzichtsvertrag sind Sie bei den Anwälten von Erbrechtsinfo.ch in den besten Händen.

Wie kann man die Ausgleichspflicht bei Erbvorbezug übergehen?

Es ist möglich, die Ausgleichspflicht zu übergehen. Hierzu muss der Erblasser im Testament klar vermerken, dass die Person, die den Vorbezug auf das künftige Erbe erhalten hat, von der Ausgleichspflicht befreit ist. Zu beachten ist hier allerdings, dass keine Pflichtteilsansprüche verletzt werden. Übersteigt der Vorbezug die freie Quote und schmälert den Pflichtteil eines anderen Erben, so besteht die Pflicht zum Ausgleich trotzdem.

Sollte ein Ausgleich des Erbvorbezugs schriftlich erfolgen?

Die Frage, ob man den Erbvorbezug schriftlich festhalten sollte, ist einfach beantwortet. Ja, man sollte einen Erbvorbezug schriftlich festhalten – und zwar immer und unbedingt. Dies ist deswegen so wichtig, weil im Erbfall oft Streit darüber entsteht, wer wann was und wie viel erhalten hat. Um Erbstreitigkeiten zu vermeiden, ist es daher wichtig, dass jeder Erbvorbezug schriftlich festgehalten wird. Zusätzlich sollte jedes Mal klar bestimmt werden, ob eine Ausgleichspflicht besteht oder nicht.

Was sollte beim Erbvorbezug bezüglich Steuern und Sozialleistungen beachtet werden?

Der Erbvorbezug zählt nach dem Erbrecht in der Schweiz steuerlich zur Schenkung. Demnach ist auch auf einen Erbvorbezug Schenkungssteuer zu entrichten. Die Steuern sind abhängig von der Höhe des Betrags und vom Kanton. In manchen Kantonen sind Nachkommen von der Schenkungssteuer und der Erbschaftssteuer befreit, müssen also auch beim Erbvorbezug Steuern nicht fürchten. Zu beachten ist, dass Eltern eventuell durch Ergänzungsleistungen verlieren können. Geben sie ihr ganzes Vermögen zu Lebzeiten weg und sind dann im Alter auf Hilfe angewiesen, besteht im schlimmsten Fall kein Anspruch. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Anwalt für Erbrecht, ob Ergänzungsleistungen erschweren kann oder nicht.

Was gibt es beim Erbvorbezug eines Hauses zu beachten?

Wer mehrere Kinder hat und ein Haus ans Kind überschreiben möchte, sollte unmissverständlich regeln, ob eine Ausgleichspflicht besteht. Beim Vorbezug mit einem Haus oder einer Liegenschaft kann es im Falle einer Ausgleichspflicht zu hohen finanziellen Belastungen kommen – insbesondere dann, wenn das Haus oder die Liegenschaft über die Jahre an Wert gewonnen hat. Wer allerdings ein Haus ans Kind überschreiben möchte und keine Ausgleichspflicht fordert, behandelt die Geschwister nicht gleich. Das kann unter Umständen zu Streitigkeiten führen. Beim Vorbezug auf das künftige Erbe an einzelne Kinder gibt es eine Menge zu beachten, um die anderen Geschwister nicht zu benachteiligen oder Zwietracht zu säen. Besprechen Sie sich am besten mit einem Rechtsexperten für Erbrecht, um Fehler zu vermeiden.

Ist eine Ungleichbehandlung der Geschwister erlaubt?

Grundsätzlich ist eine Ungleichbehandlung der Geschwister beim Erbvorbezug erlaubt. Eltern können über ihr Vermögen so verfügen, wie sie es möchten. Erhält ein Kind einen Vorbezug auf das künftige Erbe oder eine Schenkung, so haben die anderen Kinder keinen Anspruch auf eine gleiche Leistung. Erbvorbezüge werden grundsätzlich nur freiwillig gewährt, es besteht seitens der Kinder kein Anspruch. Erst mit dem Tod der Eltern sind die Geschwister gegenseitig zum Ausgleich verpflichtet. Wenn die Eltern ein Kind allerdings von der Ausgleichspflicht befreien, muss auch kein Ausgleich stattfinden. Davon unberührt bleiben allerdings die Pflichtteile. Wenn Sie Ihr Vermögen an Kinder übertragen möchten oder Fragen zum Erbvorbezug und Schenkungen haben, finden Sie in unserer Anwaltssuche den passenden Ansprechpartner.

Welche Leistungen werden als Erbvorbezug betrachtet?

Welche Leistungen im Einzelnen als Erbvorbezug betrachtet werden können und somit eine Ausgleichspflicht zur Folge haben, ist umstritten. Beispielsweise besteht keine Einigkeit über das jahrelange Wohnen zu einem unüblich niedrigen Mietzins: Lassen Eltern eines ihrer Kinder beispielsweise jahrelang für einen ortsunüblich niedrigen Mietzins in einer Wohnung leben und ein anderes Kind nicht, kann ein Streit darüber entflammen, ob es sich um einen Erbvorbezug handelt oder nicht. Als Bemessungsgrundlage wird hier dann häufig die Wohndauer herangezogen. Um solche Auseinandersetzungen zu vermeiden, sollten immer klare Vereinbarungen getroffen werden, die schriftlich festzuhalten sind.

Gibt es einen Pflichtteil beim Erbvorbezug?

Beim Erbvorbezug gibt es keinen Pflichtteil. Kinder können Eltern nicht dazu zwingen, ihnen noch zu Lebzeiten bereits einen Teil des Erbes auszubezahlen. Ein Vorbezug auf das künftige Erbe ist von Seiten der Eltern immer freiwillig.

Erbvorzüge anderer schmälern?

Es ist nicht möglich, die Pflichtteile unliebsamer Erben durch Erbvorbezüge an andere zu schmälern. Auch, wenn ein Nachkomme vom Erblasser von der Erbvorbezug Ausgleichspflicht befreit wird, sind alle Pflichtteile zu berücksichtigen. Sollte ein Erbteil eines gesetzlichen Erben wegen eines Erbvorbezugs unter dem Pflichtanteil liegen, besteht in jedem Fall eine Erbvorbezug Ausgleichspflicht.

Sollte der Erbvorbezug schriftlich und bei einem Notar verfasst werden?

Das Gesetz schreibt nicht vor, dass ein Erbvorbezug schriftlich festgehalten werden muss. Für die Gewährung eines Vorbezugs auf das Erbe ist keine bestimmte Form einzuhalten, sogar eine mündliche Absprache ist ausreichend. Es ist allerdings dringend zu empfehlen, jeden Vorbezug schriftlich festzuhalten und auch klar zu vermerken, ob eine Erbvorbezug Ausgleichspflicht besteht oder nicht. So lassen sich im Zweifelsfall Streitereien vermeiden. Was die Form angeht, gibt es allerdings eine Ausnahme: Beim Erbvorbezug einer Liegenschaft, eines Hauses, Grundstücks oder eine Wohnung ist ein Vertrag gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus muss dieser Vertrag vom Notar öffentlich beurkundet werden, um gültig zu sein.

Brauche ich für den Erbvorbezug einen Anwalt?

Für Laien ist das gesetzliche Erbrecht häufig nur schwer zu überblicken. Ob es nun um die Planung des Nachlass, ein Vermächtnis, die Unternehmensnachfolge oder den Erbvorbezug geht: Es gibt immer so viel zu beachten und so viele Ausnahmen und Sonderregelungen, dass man nicht davor zurückschrecken sollte, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Rechtsanwalt für Erbrecht kann Sie bei der Planung und Durchführung eines Erbvorbezugs nicht nur mit fachlicher Expertise unterstützen, sondern Ihnen auch alle Fragen zu den verschiedenen Möglichkeiten beantworten. Darüber hinaus ist Ihnen Ihr Erbrechtsexperte beim Aufsetzen und Prüfen eines auf Sie zugeschnittenen Vertrages behilflich. Schauen Sie sich am besten in Ruhe im Anwaltsverzeichnis von Erbrechtsinfo.ch um und finden den passenden Anwalt für Erbrecht in Ihrer Region. Wenn Sie möchten, können Sie gleich kostenlos und unverbindlich einen Termin vereinbaren.

Gibt es durch den Erbvorbezug eine Verwandtenunterstützungspflicht?

Ob es durch einen Erbvorbezug zu einer Verwandtenunterstützungspflicht kommt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Direkt hat der Vorbezug mit einer Verwandtenunterstützung nicht zu tun. Allerdings gibt es eine gesetzliche Regelung, die finanziell gut gestellte Kinder dazu verpflichtet, ihre Eltern im Bedarfsfall zu unterstützen. Wann Kinder im Einzelnen zur Unterstützung ihrer Eltern verpflichtet sind, hängt von Ihrem steuerbaren Einkommen und den familiären Verhältnissen ab und wird im Einzelnen geprüft.

Ist es möglich, den Erbvorbezug mit der Exfrau zu teilen?

Wer geschieden ist und von seinen Eltern einen Erbvorbezug erhält, dem steht es selbstverständlich frei, diesen Erbvorbezug mit Exfrau oder Exmann zu teilen. Ein Anspruch hat der Expartner darauf allerdings nicht. Ein Erbvorbezug bei Scheidung kommt nur der Person zu, die den Erbvorbezug erhält, zählt also zum Alleineigentum bei Scheidung. Wenn Sie Fragen zum Erbvorbezug bei Scheidung oder zum Alleineigentum bei Scheidung haben, ist ein Anwalt für Erbrecht der passende Ansprechpartner für Sie. Auf Erbrechtsinfo.ch werden Sie schnell fündig und können verschiedene Rechtsanwälte in Ihrer Region miteinander vergleichen.

Kann es zu Kürzungen der Ergänzungsleistungen kommen?

Wer seinen Kindern einen Erbvorbezug gewähren möchte, sollte aufpassen, dass er dadurch nicht seine finanzielle Unabhängigkeit gefährdet. Unter Umständen kann ein Vorbezug Ergänzungsleistungen beziehungsweise den Anspruch auf solche schmälern. Je länger ein Erbvorbezug beziehungsweise eine Schenkung jedoch zurückliegt, desto weniger fällt sie bei der Berechnung von Ergänzungsleistungen ins Gewicht. Trotzdem solle man bedenken, dass ein Erbvorbezug Ergänzungsleistungen im Falle des Falls schmälern kann. Ist die finanzielle Unabhängigkeit nach der Gewährung eines Vorbezugs also nicht mehr gewährleistet, sollte man über Alternativen nachdenken. Hier kommt beispielsweise ein Darlehen in Betracht.

Welche Tipps gibt es zum Erbvorbezug?

Damit Ihnen beim Erbvorbezug keine Fehler unterlaufen und alles reibungslos vonstatten geht, haben wir für Sie die wichtigsten Tipps zusammengetragen:

  • Lassen Sie sich immer von einem Anwalt für Erbrecht beraten. So stellen Sie sicher, dass Sie über alle Möglichkeiten und Risiken bestens informiert sind.
  • Halten Sie jeden Erbvorbezug schriftlich fest. So verhindern Sie im Nachhinein Erbstreitigkeiten und böses Blut unter Geschwistern.
  • Machen Sie sich Gedanken darüber, ob Sie eine Ausgleichspflicht umgehen möchten. Halten Sie nicht unmissverständlich schriftlich fest, dass ein Erbvorbezug nicht ausgeglichen werden muss, besteht die Ausgleichspflicht.
  • Der Erbvorbezug bei Liegenschaften, Häusern, Wohnungen, Grundstücken etc. bedarf eines Vertrages und einer öffentlichen notariellen Beurkundung.
  • Es gibt einige Alternativen – beispielsweise die Schenkung, die gemischte Schenkung oder ein Darlehen. Lassen Sie sich ausführlich beraten, welche Alternative für Sie am geeignetsten ist, bevor Sie sich entscheiden.

Erbvorbezug Muster – auf was muss ich achten?

Da man einen Erbvorbezug schriftlich festhalten sollte, suchen viele Menschen nach einem Erbvorbezug Mustervertrag. Frei zugängliche Erbvorbezug Muster dienen allerdings nur der ersten Orientierung. Es ist davon abzuraten, einen Erbvorbezug Mustervertrag einfach zu übernehmen, weil sich hier häufig Fehler tummeln. Statt einem Erbvorbezug Muster zu vertrauen, nehmen Sie unbedingt Kontakt zu einem Anwalt für Erbrecht auf und lassen sich professionell beraten. Im Anwaltsverzeichnis von Erbrechtsinfo.ch werden Sie schnell fündig und können noch heute kostenlos einen Termin für eine individuelle Erstberatung vereinbaren.

Wie kann ein Anwalt helfen?

Mit einem Erbvorbezug eröffnen sich in Sachen Nachlassverwaltung neue Möglichkeiten und das kann durchaus Vorteile für Erben und Erblasser haben. Trotzdem gehen damit auch gewisse Risiken einher, die für den rechtlichen Laien schwer abzuschätzen sind. Deshalb sollten Sie sich im Voraus bei einem Anwalt für Erbrecht über die Vorteile, Folgen und Risiken informieren. Sollte im Zuge eines Erbvorbezugs eine Immobilie übertragen werden, muss ein Vertrag abgeschlossen werden, der von einem Notar beurkundet werden muss. Besonders dann, wenn es um erhebliche Vermögenswerte geht, sollten Sie die Transaktion anwaltlich prüfen und durchführen lassen. 

Der Anwalt für Erbrecht kennt die gesetzlichen Besonderheiten, die mit einem Erbverzicht einhergehen und klärt mit Ihnen entsprechend die wichtigen Fragen. Zum Beispiel: ob eine Ausgleichspflicht des Begünstigten gegenüber den anderen Erben im Erbfall bestehen soll oder nicht… Ihr Anwalt für Erbrecht berät Sie in allen Fragen bezüglich vererben und erben. Dabei ist es immer gut, eine kompetente Partei auf seiner Seite zu wissen. Das verhindert Streit, bevor er überhaupt entstehen kann. Kommt ein Erbvorbezug für Sie in Betracht, können Sie mit unserer Anwalts-Suchfunktion schnell und einfach einen Anwalt für Erbrecht in Ihrer Nähe finden. Heute noch kostenlose Kontakt aufnehmen, eine unverbindliche Erstberatung vereinbaren und Rechtssicherheit erlangen!

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FAQ: Erbvorbezug in der Schweiz

Der Erbvorbezug ist in der Schweiz eine Möglichkeit, schon vor dem Tod an einen Teil seines Erbes zu gelangen. Der Erbvorbezug findet auf freiwilliger Basis statt und kann vom Erben nicht erzwungen werden. Durch den Vorbezug ergibt sich eine Ausgleichspflicht im Erbfall – diese kann jedoch durch einen Vermerk im Testament ausgeschlossen werden. Der Erbvorbezug wird in der Schweiz wie eine Schenkung behandelt. Eine schriftliche Vereinbarung oder notarielle Beurkundung sind nicht erforderlich, ersteres jedoch ratsam.

Steuerlich gilt der Erbvorbezug als Schenkung. Das bedeutet: auf das Vermögen, welches Sie durch Erbvorbezug erhalten, muss die reguläre Schenkungssteuer entrichtet werden. Wie viel das ist, kann pauschal nicht beantwortet werden, da die Höhe der Schenkungssteuer von zwei Faktoren abhängig ist: 

  1. Die Höhe des “geschenkten” / übertragenen Vermögens
  2. Der Kanton in dem die Schenkung vollzogen wird

Die Schenkungssteuer wird kantonal geregelt und in vielen Fällen können direkte Nachkommen steuerfrei Schenkungen entgegennehmen und erben (oder der Steuersatz ist vergleichsweise sehr gering). Wird ein Erbvorbezug zu Gunsten Dritter vollzogen, so muss regulär die Schenkungssteuer nach entsprechendem Steuersatz abgeführt werden. 

Nein. Erben haben kein Recht darauf, einen Erbvorbezug verlangen. Selbst dann, wenn sie die rechtmässigen Erben sind, gibt es keine Anspruchsgrundlage, die ihnen dieses Recht verleihen könnte. Ein Erbvorbezug findet nur dann statt, wenn auch der spätere Erblasser damit einverstanden ist. Bedeutet: der Erbvorbezug findet immer auf freiwilliger Basis statt und kann nie verlangt werden. Die häufigste Konstellation ist, dass eines der Kinder Geld braucht, um beispielsweise ein Haus zu bauen und die Eltern entscheiden, das Kind finanziell unterstützen zu wollen. In diesem Fall können Sie Vermögen durch eine Schenkung, ein Darlehen oder eben den Erbvorbezug auszahlen.
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion
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