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Erbvertrag in der Schweiz - Infos, Arten & Kosten

  • Redaktion Erbrechtsinfo.ch
Mann unterschreibt Erbvertrag
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Der Erbvertrag in der Schweiz stellt neben dem Testament die zweite Möglichkeit dar, durch Verfügung des Todes wegen eine Entscheidung über das eigene oder gemeinschaftliche verbleibende Vermögen zu treffen. Sie wollen wissen, wie man einen Erbvertrag eröffnen kann, welche Erbvertrag Kosten es zu beachten gibt und was Erbvertrag Pflichtteil bedeutet? Im folgenden Artikel werden all diese und noch mehr Fragen rund um das Thema Erbvertrag behandelt.

Viele suchen im Internet nach einem Erbvertrag Muster, jedoch gilt es zu beachten, dass diese Erbvertrag Formulare lediglich zur Orientierung dienen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie einen Anwalt für Erbrecht kontaktieren, der Ihnen den Erbvertrag individuell aufsetzt und auf jegliche Formfehler prüft. Den passenden Rechtsbeistand finden Sie gleich hier im Anwaltsverzeichnis von Erbrechtsinfo.ch.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Erbvertrag ist ein Vertrag zwischen dem Erblasser und mindestens einer weiteren Vertragspartei.
  • Die Erbvertrag Bindungswirkung ist sehr hoch – ein Erbvertrag kann einseitig nicht geändert werden.
  • Die Erbvertrag Kosten richten sich meist nach dem Stundenaufwand und dem Vermögen, das Gegenstand des Erbvertrages ist.
  • Ein Erbvertrag kann mit einem Ehevertrag kombiniert werden.
  • Ihr Anwalt für Erbrecht kann Sie beim Aufsetzen eines Erbvertrags individuell beraten.

Was ist ein Erbvertrag?

Ein Erbvertrag ist ein Vertrag mit hoher Bindungswirkung, der zwischen dem Erblasser und mindestens einer weiteren Vertragspartei abgeschlossen wird. Im Gegensatz zum Testament kennen alle Vertragsschließenden den Erbvertrag Inhalt und wissen demnach, wie viel und was sie erben. Wer einen Erbvertrag eröffnen möchte, muss diesen von einem Notar beurkunden und in Gegenwart zweier Zeugen unterzeichnen lassen. Bei Fragen zum Erbvertrag eröffnen hilft Ihnen Ihr Erbrechtsexperte von Ebrechtsinfo.ch gern weiter.

Wie wird der Erbvertrag aufbewahrt?

Die Erbvertrag Aufbewahrung wird in § 112 Ziffer 4 der Notariatsverordnung näher geregelt. Demnach erfolgt die Erbvertrag Aufbewahrung durch die Urkundsperson, also in diesem Fall den Notar, immer dann, wenn sich die Vertragsparteien einig sind, dass der Erbvertrag zur amtlichen Eröffnung gelangen soll. Hierbei ist es unerheblich, ob der Erbvertrag vom Notar in Kopie oder im Original entgegengenommen wird. 

Soll der Erbvertrag nicht zur amtlichen Eröffnung gelangen, kann er auch privat aufbewahrt werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, einen Vermerk über den Verbleib des Erbvertrages beim zentralen Testamentenregister registrieren zu lassen.

Wie wird der Erbvertrag ausgelegt?

Ein Erbvertrag wird nach dem Vertrauensprinzip ausgelegt, wie es auch für alle anderen Verträge aus dem Obligationenrecht zutrifft. Ein Testament hingegen wird nach dem Willensprinzip ausgelegt – doch zurück zum Erbvertrag. Was ist das Vertrauensprinzip? Das Vertrauensprinzip findet beim Erbvertrag dann Anwendung, wenn die Willenserklärung einer Person nicht mit dem Verständnis des anderen übereinstimmt. In einem solchen Fall versucht der Gesetzgeber durch Auslegung der Dissens in normativen Konsens eine Einigung zu finden.

Wer kann einen Erbvertrag abschließen?

Einen Erbvertrag abschließen kann jede mündige Person, die selbst über ihre Erbschaft verfügt. Eine Stellvertretung dieser Person ist nicht möglich – weder eine gesetzliche noch eine gewillkürte. Wenn Sie einen Erbvertrag abschließen möchten, wenden Sie sich am besten an einen Rechtsanwalt für Erbrecht. Dieser kann Ihnen auch bei allen anderen erbrechtlich relevanten Themen behilflich sein, beispielsweise bei Fragen zur Testament Erstellung, den Testament Kosten oder dem Erbvorbezug

Auch beim Schenkungsvertrag und der Vermögensübertragung sowie dem Vorsorgeauftrag ist ein Erbrechtsexperte der richtige Ansprechpartner.

Testament oder Erbvertrag?

Wer nicht sicher ist, ob Erbvertrag oder Testament die richtige Wahl ist, der sollte sich zunächst über die grundlegenden Unterschiede der letztwilligen Verfügungen informieren. Nach dem Erbrecht in der Schweiz ist der grundlegende Unterschied zwischen Testament und Erbvertrag der, dass für ein Testament nur eine Person, für einen Erbvertrag jedoch mindestens zwei Personen benötigt werden. 

Außerdem bedarf ein Erbvertrag einer notariellen Beurkundung, während ein Testament auch ohne auskommt. Hinzu kommt die hohe Erbvertrag Bindungswirkung: Ein Erbvertrag kann, wenn es nicht eindeutig anders verfügt wurde, nicht einseitig geändert oder aufgehoben werden. Wer sich also für einen Erbvertrag entscheidet, signalisiert, dass die Erbfolge steht und nicht mehr geändert werden soll.

Hinweis:

Es ist möglich, sowohl einen Erbvertrag als auch ein Testament aufzusetzen. Zu beachten ist hier allerdings, dass das Testament dem Erbvertrag nicht zuwiderlaufen darf.

Wann ist ein Erbvertrag sinnvoll?

Ein Erbvertrag ist nicht in allen Situationen sinnvoll. Oftmals hat ein Erblasser mit einem Testament mehr Gestaltungsspielraum und Entscheidungsmöglichkeiten, was die Nachlassplanung betrifft. Für einen Erbvertrag sollten bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.

Meist ist einer der folgenden Gründe für einen Erbvertrag ausschlaggebend:

  1. Ein Paar möchte sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen, weswegen die Kinder im Erbvertrag auf ihre Pflichtteilsansprüche verzichten. Das Thema Erbvertrag Pflichtteil Kinder sollten Sie im Bedarfsfall mit Ihrem Anwalt für Erbrecht besprechen.
  2. Die Erbvertrag Bindungswirkung ist viel höher als die bei einem Testament, weil der Erbvertrag nicht einseitig geändert werden darf. Deswegen ist ein Erbvertrag dann sinnvoll, wenn der Erblasser einer bestimmten Person als Ersatz für Vorleistungen eine Erbschaft verbindend zusichern möchte. Solche Vorleistungen können beispielsweise aus Pflegeleistungen im Alter bestehen.
  3. Mit einem Erbvertrag lässt sich die Unternehmensnachfolge regeln. Wer eine Firma nach seinem Tod in bestimmte Hände legen möchte, sollte dies mit einem Erbvertrag detailliert regeln.
  • Hier finden Sie spezialisierte Anwälte für Erbrecht & Erbstreitigkeiten

Erbvertrag abschließen: Worauf sollte ich achten?

Wer einen Erbvertrag abschließen möchte, sollte einiges beachten. Am wichtigsten ist es, sich gut über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren, die ein Erbvertrag bietet. Am besten weiterhelfen kann Ihnen hier ein Anwalt für Erbrecht.

Braucht der Erbvertrag eine Beglaubigung durch den Notar?

Viele fragen sich, ob ein Erbvertrag ohne Notar möglich ist. Diese Frage ist leicht beantwortet: Ein Erbvertrag ohne Notar ist nicht möglich. Damit ein Erbvertrag gültig ist, muss er zwingend vom Notar beurkundet werden.

Erbvertrag von einem Anwalt aufsetzen lassen

Wenn Sie sichergehen möchten, dass Ihr Erbvertrag wasserdicht aufgesetzt wird und keine Formfehler enthält, wenden Sie sich unbedingt an einen Rechtsanwalt für Erbrecht. Dieser kann Sie detailliert und auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten beraten. Den passenden Ansprechpartner finden Sie gleich hier im Anwaltsverzeichnis von Erbrechtsinfo.ch und können noch heute kostenlos und unverbindlich Kontakt aufnehmen.

Erbvertrag – Mängel und Rechtsbehelfe

Weist ein Erbvertrag Mängel auf, so muss dieser mit dem richtigen Rechtsbehelf geltend gemacht werden. Man unterscheidet bei den Rechtsbehelfen zwischen der Ungültigkeitsklage, der Nichtigkeitsklage und der Herabsetzungsklage. Diese kommen beim Erbvertrag zum Beispiel bei folgenden Erbvertrag Mängeln zum Einsatz:

Nichtigkeitsklage

  • schwerer Formmangel
  • widersprüchlicher Inhalt
  • unmöglicher Inhalt
  • offensichtlich gefälschter Erbvertrag
  • offensichtlich erzwungener Erbvertrag

Ungültigkeitsklage

  • Unzurechnungsfähigkeit des Erblassers
  • Willensmangel des Erblassers
  • Erbvertrag Inhalt ist rechtswidrig
  • Formmangel
  • Erbvertrag Inhalt ist sittenwidrig

Herabsetzungsklage

  • Pflichtteilsverletzung aufgrund erbvertraglicher Anordnung
Ehepaar lässt sich beraten

Welche Arten von Erbverträgen gibt es?

Wer einen Erbvertrag aufsetzen möchte, hat zwei verschiedene Erbvertrag Arten zur Verfügung, zwischen denen er wählen kann. Die Erbvertrag Arten sind zum einen der Erbzuwendungsvertrag und zum anderen der Erbverzichtsvertrag. Welcher im Einzelnen sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation und Ihren Wünschen ab.

Erbzuwendungsvertrag

Beim sogenannten Erbzuwendungsvertrag beziehungsweise Erbeinsetzungsvertrag setzt der Erblasser den oder die Vertragspartner als Erben beziehungsweise als Vermächtnisnehmer ein. Dies bedeutet, dass entweder ein Erbe bevorzugt oder ein Dritter als Erbe eingesetzt wird. Meist wählen Paare diese Erbvertrag Form, wenn Sie sich gegenseitig begünstigen wollen oder beispielsweise eine gemeinnützige Organisation unterstützen möchten.

Erbverzichtsvertrag

Bei einem Erbverzichtsvertrag verzichtet, wie der Name schon sagt, ein Erbe auf sein Erbe. Hierfür erhält er normalerweise eine Entschädigung. Diese Erbvertrag Form empfiehlt sich, um späteren Erbstreitigkeiten vorzubeugen oder beispielsweise Kinder schon vor dem offiziellen Erbe finanziell zu unterstützen.

Erbvertrag Form und Erbvertrag Verfahren

Das Erbvertrag Verfahren ist genau gleich wie das des öffentlichen Testaments. Das Erbvertrag Verfahren beinhaltet also folgende Punkte:

  • Willensmitteilung der Urkundsperson gegenüber
  • Urkundenerstellung (durch die Urkundsperson oder deren Hilfsperson)
  • Rekognation durch Vertragsparteien und Unterzeichnung des Erbvertrags
  • Urkundsperson: Unterzeichnung und Datierung des Erbvertrags
  • Mitteilung den Zeugen gegenüber
  • Bestätigung der Zeugen
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Erbvertrag Bindungswirkung

Ein Erbvertrag zeichnet sich vor allem durch seine hohe Erbvertrag Bindungswirkung aus. Weil es sich beim Erbvertrag, wie der Name schon sagt, um einen Vertrag handelt, können die getroffenen Verfügungen nicht vom Erblasser allein rückgängig gemacht oder geändert werden – genau hierin liegt die hohe Erbvertrag Bindungswirkung. Die Vertragsparteien sind gleichberechtigt und müssen sich bei Änderungen absprechen und einstimmig einverstanden sein.

Ehe- und Erbvertrag

Es gibt die Möglichkeit, einen Ehe- und Erbvertrag miteinander zu koppeln beziehungsweise gleichzeitig abzuschließen. Hierbei werden Ehe- und Erbvertrag in einer Urkunde erstellt. Lassen Sie einen Erbvertrag für Eheleute unbedingt beim Anwalt für Erbrecht erstellen, um Formfehler zu vermeiden. Wenn Sie sich schon vorab informieren möchten, finden Sie hier eine Ehe- und Erbvertrag Vorlage. Die Ehe- und Erbvertrag Vorlage dient allerdings nur einer ersten Information und ersetzt nicht die fachliche Beratung bei einem Anwalt für Erbrecht.

Tipp!

Beim Erbvertrag für Eheleute sind auch auf die ehevertraglichen Bestimmungen die für einen Erbvertrag geltenden Formerfordernisse anzuwenden.

Erbvertrag und Pflichtteil

Nach dem Erbrecht in der Schweiz sind die Nachkommen, die Eltern und der Ehepartner beziehungsweise eingetragene Lebenspartner eines Erblassers pflichtteilsberechtigte Erben. Wer mit einem Erbvertrag den Pflichtteil umgehen möchte, braucht die Zustimmung der Pflichtteilsberechtigten. Damit mit einem Erbvertrag der Pflichtteil der Kinder umgangen werden kann, müssen diese also einem Pflichtteilsverzicht zustimmen. 

Ihr Rechtsanwalt für Erbrecht von Erbrechtsinfo.ch kann Sie ausführlich zu dem Thema Erbvertrag Schweiz Pflichtteil beraten und Ihnen erklären, wie Sie mit einem Erbvertrag den Pflichtteil umgehen.

Hinweis!

Bei Abschluss eines Erbverzichtsvertrages unterbleibt der Pflichtteilschutz und der zukünftige Erbe kann auf seinen erbrechtlichen Anteil verzichten.

Wieviel kostet ein Erbvertrag?

Die Erbvertrag Kosten beziehungsweise die Erbvertrag Notarkosten werden in der Regel nach dem Stundenaufwand berechnet. Es muss jedoch höchstes mit Erbvertrag Kosten von 1 % des Nettovermögens gerechnet werden, wobei das Vermögen zum Zeitpunkt der Erbvertrag Aufsetzung ausschlaggebend ist. 

Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Erbvertrag bei einem Fachanwalt für Erbrecht aufsetzen zu lassen, fallen hierfür zusätzliche Kosten an. Wie hoch diese Erbvertrag Kosten im Einzelnen ausfallen, hängt davon ab, welche Bezahlungsvariante Sie mit Ihrem Anwalt vereinbaren. Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise eine Abrechnung nach Stundensatz oder nach einer vorher vereinbaren Pauschale.

Erbverzicht bzw. Erbauskauf

Ein Erbverzicht beziehungsweise Erbauskauf mit einem Erbvertrag kann entweder vollumfänglich oder partiell erfolgen. Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz die Unterschiede eines vollumfänglichen und partiellen Erbverzichts erläutern.

Vollumfänglicher Erbverzicht/Erbauskauf

Ein vollumfänglicher Erbverzicht beziehungsweise Erbauskauf bedeutet, dass der Verzichtende als Erbe nicht mehr in Betracht kommt. Er ist weder erbbegünstigt noch für Erbschaftsschulden haftbar zu machen. Eine Ausnahme bildet hier ZGB 497, der die Rechte der Erbschaftsgläubiger festlegt:

„Ist der Erblasser zur Zeit der Eröffnung des Erbganges zahlungsunfähig, und werden seine Gläubiger von den Erben nicht befriedigt, so können der Verzichtende und seine Erben insoweit in Anspruch genommen werden, als sie für den Erbverzicht innerhalb der letzten fünf Jahre vor dem Tode des Erblassers aus dessen Vermögen eine Gegenleistung erhalten haben und hieraus zur Zeit des Erbganges noch bereichert sind.“

Partieller Erbverzicht/Erbauskauf

Beim partiellen Erbverzicht durch Erbvertrag verliert der Verzichtende nicht seine Stellung als Erbe, sondern nur den Anspruch auf die Erbquote nach der im Erbvertrag getroffenen Vereinbarung. Sprechen Sie mit Ihrem Anwalt für Erbrecht ab, welche Variante für Sie sinnvoller ist. Ihr Anwalt für Erbrecht ist Ihnen auch gern bei anderen Erbrechtsthemen wie dem Unterhalt und Unterhaltsrecht, dem Erben von Immobilien beispielsweise bei Fragen zum Willensvollstrecker, dem Erbschein oder der Erbengemeinschaft behilflich. 

Wie kann ich den Erbvertrag aufheben oder abändern?

Ein Erbvertrag kann aufgehoben oder geändert werden, wenn alle Vertragsparteien mit der Aufhebung oder Änderung des Erbvertrags einverstanden sind. Dies ist wegen der hohen Erbvertrag Bindungswirkung der Fall, die sicherstellt, dass ein Erbvertrag nicht einseitig geändert werden kann. 

Einseitig widerrufbar ist ein Erbvertrag wegen der Erbvertrag Bindungswirkung nur unter ganz besonderen Voraussetzungen, wenn beispielsweise eine erhebliche Täuschung nachgewiesen werden kann. Vertrauen Sie in einem solchen Fall unbedingt auf die Hilfe Ihres Anwalts für Erbrecht.

Welche Erbvertrags-Aufhebungsmöglichkeiten zu Lebzeiten gibt es?

Soll ein Erbvertrag zu Lebzeiten aufgehoben werden, so haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Aufhebungsvertrag
  • Einseitige Aufhebung bei nachweisbarem Vorliegen eines Enterbungsgrunds
  • Rücktritt vom Vertrag bei Nichterfüllen einer vereinbarten Leistung
  • Aufhebung des Vertrags bei Tod des Vertragspartners

Kann ich den Erbvertrag anfechten?

Alle Personen, die von der Nichtigkeit eines Erbvertrages profitieren würden, können den Erbvertrag anfechten. Wer einen notariellen Erbvertrag anfechten möchte, braucht allerdings wie bei der Testament Anfechtung einen rechtlich relevanten Grund. Liegt beispielsweise ein Erklärungsirrtum, ein Inhaltsirrtum, ein Motivirrtum oder eine arglistige Täuschung vor, kann eine Erbvertrag Anfechtung angestrengt werden. 

Oftmals streben gesetzliche Erben, die sich beim Erbe übergangen fühlen, die Erbvertrag Anfechtung an. Sind Pflichtteilsansprüche verletzt worden beziehungsweise sollen Pflichtteilsansprüche geltend gemacht werden, kann ein Erbvertrag ebenfalls angefochten werden.

Erbvertrag bei Scheidung

Ein Erbvertrag bei Scheidung wird nicht automatisch ungültig. In den meisten Fällen gelten die Bestimmungen eines Ehevertrages mit dem Ende der Ehe durch Scheidung nicht mehr. Ob diese Regelung jedoch auch für den Erbvertrag gilt, ist umstritten. Wer sichergehen möchte, dass der Erbvertrag bei Scheidung nicht mehr gültig ist, sollte dies explizit im Erbvertrag festhalten. Für den Fall, dass ein Erbvertrag nach Scheidung noch gültig bleiben soll, kann auch dies vermerkt werden.

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