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Erbverzicht in der Schweiz - Gründe, Varianten & Kosten

  • Redaktion Erbrechtsinfo.ch
Frau unterzeichnet Erbverzichtsvertrag
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Ein Erbe ist nicht dazu verpflichtet, ein Erbe anzunehmen. Er hat die Möglichkeit, einen Erbverzicht zu Lebzeiten einzuleiten. Ein Erbverzicht in der Schweiz erfolgt zu Lebzeiten mithilfe eines Erbverzichtsvertrags, während eine Erbausschlagung einen Erbfall voraussetzt.

Warum ein Erbverzicht der Kinder zugunsten der Eltern durchgeführt wird, warum dazu ein Erbverzichtsvertrag nötig ist und auf was man generell bei einem Erbverzicht in der Schweiz achten sollte, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Viele suchen im Internet nach einer Erbverzichtserklärung, jedoch ist es ratsam, für die Überprüfung oder Erstellung des Erbverzicht Formulars einen spezialisierten Anwalt für Erbrecht aufzusuchen. In unserer Anwaltssuche können Sie schnell, bequem und vor allem kostenlos einen Anwalt kontaktieren.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt zwei Möglichkeiten, auf ein Erbe zu verzichten: den Erbverzicht zu Lebzeiten und die Erbausschlagung im Erbfall.
  • Bei einem Erbverzicht wird im Erbfall so getan, als würde der verzichtende Erbe nicht existieren.
  • Wird nichts anderes vereinbart, gilt ein Erbverzicht auch für die Nachkommen.
  • Ein Erbverzicht findet im Gegensatz zum Erbauskauf unentgeltlich statt.
  • In den meisten Fällen wird ein Erbverzicht der Kinder zugunsten der Eltern vereinbart, um diese für den Todesfall des Partners abzusichern.
  • Unter Umständen kann ein Erbverzicht steuerliche Konsequenzen haben, weswegen man sich immer gut informieren und vom Anwalt beraten lassen sollte, bevor man sich zu einem Erbverzicht zu Lebzeiten entschließt.

Erbverzicht zu Lebzeiten – Was bedeutet das?

Bei dem Erbverzicht in der Schweiz verzichtet ein Erbe bereits zu Lebzeiten auf seinen Erbteil. Dies kann mithilfe eines Erbverzichtsvertrags oder einer Erbverzichtserklärung geschehen. Die Erbausschlagung bedeutet, dass ein Erbe auf seine Erbenstellung gänzlich verzichtet.

Im späteren Erbfall wird also so verfahren, als hätte es den verzichtenden Erben nie gegeben. Wenn beim Erbverzicht zu Lebzeiten nichts anderes angeordnet wird, wirkt sich der Erbverzicht auf die Nachkommen aus. Das heißt, dass auch die Kinder des verzichtenden Erben ihre Erbenstellung verlieren.

Was ist der Unterschied zwischen Erbverzicht und Erbauskauf?

Der Unterschied zwischen Erbverzicht und Erbauskauf ist leicht erklärt. Der Erbauskauf ist sozusagen ein Erbverzicht gegen Abfindung. Das bedeutet, dass der Erbe, der den Erbverzicht zu Lebzeiten eingeht, hierfür eine Entschädigung erhält. Im Unterschied zu diesem Erbverzicht gegen Abfindung findet der normale Erbverzicht gänzlich unentgeltlich statt: der verzichtende Erbe erhält für den Erbverzicht nichts.

Auf was sollte bei einem Erbverzicht geachtet werden?

Wer über einen Erbverzicht nachdenkt, sollte sich die Vorteile und Nachteile sehr gut überlegen und keinesfalls eine voreilige Entscheidung treffen. Da es sehr schwer abzuschätzen ist, auf was ein Erbe beim Erbverzicht zu Lebzeiten im Einzelnen verzichtet, weil sich die Vermögensumstände des Erblassers bis zu dessen Tod noch grundlegend ändern können, ist eine pauschale Aussage schwierig.

Wenn es unter Umständen sein kann, dass man im späteren Erbfall Schulden erbt, so ist ein Erbverzicht gegen Abfindung zu Lebzeiten eine gute Option. Natürlich kann es auch sein, dass ein Erbverzicht zu Lebzeiten einen erheblichen Nachteil darstellt. Lassen Sie sich hier am besten von einem Anwalt für Erbrecht beraten. Dieser kann ihre individuelle Situation berücksichtigen und mit ihnen die verschiedenen Möglichkeiten evaluieren.

Welche Gründe für einen Erbverzicht gibt es?

Für einen Erbverzicht kann es verschiedene Gründe geben. Zum einen kann es sein, dass ein Erbe selbst sehr vermögend ist und zugunsten anderer, weniger betuchter Erben, auf seinen Erbteil verzichtet.

Ein weiterer Grund für einen Erbverzicht ist ein Streit zwischen Erblasser und Erbe, weswegen der Erbe nichts mit dem Vermögen des Erblassers zu tun haben möchte und einen Erbverzicht zu Lebzeiten eingeht. Ist ein Erbe sehr alt oder krank und wird in absehbarer Zeit selbst zum Erblasser, kommt ein Erbverzicht ebenfalls in Betracht.

Warum wollen viele Eltern, dass ihre Kinder auf das Erbe verzichten?

Früher galt es als Regelfall, dass Kinder erst nach dem Tod der Eltern durch die gesetzliche Erbfolge oder die gewillkürte Erbfolge mit Testament oder Erbvertrag erben. Mittlerweile kommt es immer häufiger vor, dass Eltern ihr Erbe bereits zu Lebzeiten regeln, Schenkungen an die Kinder vornehmen oder von ihnen einen Erbverzicht oder Erbauskauf fordern. Gründe hierfür gibt es viele.

Mehr Wunsch nach Sicherheit

Der Nachkommen Erbverzicht wird von Eltern vor allem deswegen häufig gefordert, um den Partner ab zu sichern. Der Erbverzicht zugunsten eines Elternteils bedeutet, dass die Kinder beim Tod des ersten Elternteils nicht auf ihren Pflichtteil pochen können.

Die Zahlung des Pflichtteils könnte den hinterbliebenen Elternteil nämlich dann in finanzielle Schwierigkeiten bringen, wenn der Nachlass hauptsächlich aus einem gemeinsamen Haus besteht.

Mit dem Erbverzicht zugunsten der Mutter oder dem Erbverzicht zu Gunsten des Vaters gehen die Eltern also sicher, dass sie im Falle des Todes des Partners finanziell abgesichert sind. Die Kinder unterschreiben im Erbverzichtsvertrag quasi, dass sie erst Erben, wenn beide Elternteile verstorben sind.

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Der Erbvorbezug steigt

Seit einigen Jahren steigt in der Schweiz auch die Zahl der Erbvorbezüge, nicht nur die des Erbverzichts. Doch auch ein Erbvorbezug wird immer häufiger mit einem Kinder Erbverzicht verbunden. Ziel ist auch hier tendenziell die Absicherung der Eltern. Grund hierfür sind vor allem die wachsenden finanziellen Ängste im Mittelstand.

Eltern erscheint hier ein Erbvorbezug verbunden mit einem Nachkommen Erbverzicht als sicherste Variante. Auf diese Weise können Eltern sicherstellen, dass der Partner im Todesfall des anderen abgesichert ist und im gemeinsamen Haus wohnen bleiben kann, weil keine Pflichtteile ausgezahlt oder Erbansprüche abgegolten werden müssen.

Die Kinder wollen ein Wohneigentum

Weil Kinder heutzutage häufig nur noch mit der Hilfe ihrer Eltern selbst Wohneigentum erwerben können, greifen Eltern ihren Kindern hier häufig noch zu Lebzeiten unter die Arme. Bedingung hierfür ist häufig einen Erbverzicht im eigentlichen Erbfall.

In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Kindern bereits zu Lebzeiten einen Teil ihres Erbes auszuzahlen. Beispielsweise kann man hier statt eines Erbvorbezugs auf eine Schenkung zurückgreifen.

Wenn sie sich über einen Schenkungsvertrag, einen Erbverzichtsvertrag, die Schenkungssteuer oder die Erbschaftssteuer informieren möchten, ist eine Beratung beim Fachanwalt für Erbrecht sinnvoll. Den passenden Ansprechpartner finden Sie über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch.

Wann erfolgt ein Erbverzicht?

Einen Erbverzicht muss grundsätzlich zu Lebzeiten des Erblassers erfolgen. Wenn der Erbfall bereits eingetreten ist, kann ein Erbe allerdings immer noch auf sein Erbe verzichten. In diesem Fall vom Erbverzicht nach Tod des Erblassers spricht man allerdings von einer Erbausschlagung und nicht von einem Erbverzicht zu Lebzeiten.

Welche Varianten eines Erbverzichts gibt es?

  • Zunächst einmal wird zwischen dem beschränkten und dem umfassenden Erbverzicht unterschieden. Beispielsweise kann ein Erbverzicht den Pflichtteil einschließen oder außen vor lassen. Wie ein Erbverzicht im Einzelnen gestaltet wird, ist höchst individuell.
  • Ein Erbe kann entweder nur für sich allein einen Erbverzicht zu Lebzeiten eingehen oder seine Nachkommen in diesen Erbverzicht einschließen.
  • Es gibt die Möglichkeit, mit seinem Erbverzicht einen anderen zu begünstigen.
  • Nicht zuletzt bleibt noch die Möglichkeit des Erbverzichts gegen Entschädigung im Unterschied zum Erbverzicht ohne Entschädigung.

Typische Anwendungsfälle

Ein Erbverzicht wird aus verschiedenen Gründen angewendet. Am häufigsten bietet sich der Erbverzicht der Kinder für die Eltern zur Absicherung an. Verzichten die Kinder im Todesfall des ersten Elternteils auf ihren Erbteil, so kann der hinterbliebene Elternteil als Alleinerbe eingesetzt werden. Hierdurch werden finanzielle Schwierigkeiten vermieden.

Ein weiterer Anwendungsfall für den Erbverzicht ergibt sich, wenn ein Geschwister wesentlich wohlhabender ist als das andere. Hier kann ein Geschwister das andere durch einen Erbverzicht finanziell unterstützen, ohne selbst in Schwierigkeiten zu kommen. 

Wann einen Erbverzicht sinnvoll ist und wann nicht und welche Gestaltungsmöglichkeit in welchem Anwendungsfall die beste ist, sollte im Einzelfall genau überdacht werden. Wer dabei Hilfe benötigt, kann sich an einen Fachanwalt für Erbrecht wenden.

Anwälte für Erbrecht finden

Was bewirkt ein Erbverzicht?

Der Erbverzicht bewirkt, dass der Verzichtende schlicht bei der Erbteilung nicht beachtet wird. Es wird so verfahren, als würde es den Verzichtenden nicht geben. Je nachdem, ob dieser nur für sich oder auch für seine Nachkommen den Erbverzicht beschlossen hat, gehen auch die Nachkommen leer aus.

Mit dem Erbverzicht einher geht der Verlust der Informations- und Mitwirkungsrechte bei der Nachlassregelung. Diese stehen nämlich nur Erben zu. Der Erbverzicht hat ebenfalls zur Folge, dass der Verzichtende nicht für eventuelle Schulden des Erblassers zu haften hat. 

Der Erbverzicht bei Schulden wirkt sich also positiv aus. Allerdings muss der Erbverzicht bei Schulden nicht zu Lebzeiten stattfinden. Das Erbe ausschlagen kann jeder Erbe auch noch nach dem Tod des Erblassers.

Welches Risiko birgt ein Erbverzichtsvertrag?

Ein Erbverzichtsvertrag birgt immer das Risiko einer späteren Anfechtung. Der Grund hierfür ist häufig, dass der Verzichtende zum Zeitpunkt des Verzichts falsche Vorstellungen über die Höhe des Vermögens hatte und sich im Nachhinein über den Erbverzicht ärgert. Stellt er später fest, auf was er verzichtet hat, kann es also zu einer Anfechtung des Erbverzichtsvertrages kommen.

Um einer solchen Anfechtung entgegenzuwirken, gibt es die Möglichkeit, in den Erbverzichtsvertrag eine Klausel aufzunehmen. Aus dieser Klausel sollte klar hervorgehen, dass der Erbverzicht in jedem Fall gilt und zwar unabhängig davon, wie hoch das Vermögen zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers ist.

Junges Paar übergibt einer Anwältin einen Erbverzichtsvertrag

Wann ist ein Erbverzicht sinnvoll?

Ein Erbverzicht kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein. Wir möchten Ihnen im Folgenden einige Situationen aufzeigen, in denen man über einen Erbverzicht der Nachkommen beziehungsweise der Eltern nachdenken sollte.

Patchworkfamilien

In Patchworkfamilien ist es der Regelfall, dass die Nachkommen aus verschiedenen Familien stammen. Um hier Streitereien oder eine Ungleichbehandlung der Kinder zu vermeiden, ist es sinnvoll, ein Nachkommen Erbverzicht zu beschließen. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass die Vermögensmassen im Todesfall des ersten Partners nicht vermischt werden.

Konkubinatspaare

Für kinderlose Konkubinatspaare ist vor allem ein Erbverzicht der Eltern sinnvoll. Weil Konkubinatspaare kein gesetzliches Erbrecht haben, sind sie selbst im Falle eines Testamentes oder Erbvertrages nicht ausreichend geschützt. Weil Eltern beispielsweise einen Pflichtteil von 50 % haben (wenn deren Kind kinderlos ist), kann ein hinterbleibender Konkubinatspartner in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten kommen.

Spezialsituationen

Über den sinnvollen Erbverzicht bei Patchworkfamilien und Konkubinatspaaren hinaus, kann einen Erbverzicht insbesondere dann ratsam sein, wenn Streitereien zwischen zukünftigen Erben zu erwarten sind. Mit einem Erbverzicht oder einem Erbverzicht gegen Entschädigung kann ein Erbe abgefunden werden, der sehr wahrscheinlich im späteren Erbfall Probleme machen würde.

Wann ist ein Erbverzicht gültig?

Ein Erbverzicht ist nur unter bestimmten Voraussetzungen gültig. Zum einen muss der Erbverzicht mit Hilfe eines Erbvertrags beim Notar abgeschlossen werden. Zusätzlich müssen zwei Zeugen anwesend sein.

Ausgestaltung des Erbverzichts

Ein Erbverzicht kann verschiedene Formen annehmen. Welche Erbverzicht Form im Einzelfall gewählt wird, ist davon abhängig, was mit dem Erbverzicht zu Lebzeiten bezweckt werden soll. Zum einen kann ein Erbverzicht unentgeltlich erfolgen. Dies ist häufig der Fall, wenn beispielsweise bei Konkubinatspaaren die Eltern auf ihren Erbteil verzichten.

Des weiteren kann ein Erbverzicht gegen Entschädigung vollzogen werden. Dies kommt häufig vor, wenn Kinder zugunsten eines Elternteils auf ihr Erbe verzichten. Möglich ist es auch, dass ein Erbe nur auf einzelne Vermögenswerte, beispielsweise teure Gemälde, einen Oldtimer oder eine Ferienwohnung verzichtet. Wer möchte, kann einen Erbverzicht auch an Bedingungen knüpfen, beispielsweise eine Heirat oder eine intakte Beziehung.

Klassische Erbverzichtsfälle

Die Erbverzichtsklassiker beziehen sich auf Konkubinatspartner und Verwitwete, die eine neue Beziehung eingehen wollen. Im Folgenden nehmen wir diese beiden Erbverzichtsklassiker näher unter die Lupe.

1. Erbverzichtsklassiker

Konkubinatspartner haben kein gegenseitiges gesetzliches Erbrecht. Selbst, wenn sie sich mit einem Testament oder einem Erbvertrag als Alleinerben einsetzen, haben die Kinder oder auch die Eltern einen Pflichtteilsanspruch.

Dies kann insbesondere dann negative Folgen nach sich ziehen, wenn das Erbe hauptsächlich aus einem gemeinsamen Haus besteht. Um sich hier zu schützen, ist es für das Konkubinatspaar sinnvoll, mit den Eltern und / oder Kindern einen Erbverzicht zu vereinbaren.

2. Erbverzichtsklassiker

Wollen ein Mann und eine Frau, die beide verwitwet sind, erneut heiraten, bietet sich ein Erbverzicht an. Mit diesem wird eine Vermischung der Vermögenswerte innerhalb der beiden Familien verhindert. Ein Ehevertrag mit einer vereinbarten Gütertrennung ist hier nicht ausreichend.

Ein solcher Vertrag hebt nämlich das Erbrecht nicht auf. Wer hier ganz sichergehen möchte, sollte also einen Erbverzicht vereinbaren. Ihr Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen bei Fragen gern weiter. In unserer Anwaltssuche finden Sie auch den passenden Ansprechpartner, wenn es um die Unternehmensnachfolge, das Erben von Immobilien oder das Nachlassverfahren geht.

Mit welchen Kosten sollte man bei einem Erbverzicht rechnen?

Die verzichtenden Personen werden mit einer Verfügung darauf hingewiesen, dass der Erbverzicht zu Protokoll genommen wurde. Die anfallenden Kosten trägt in der Regel die Person, die auf das Erbe verzichtet, da die Protokollierung durch sie veranlasst wurde. In der Schweiz betragen die Erbverzicht Kosten im Normalfall Fr. 150.– /Person.

Ein Erbverzicht hat auch Tücken

Im Einzelfall kann sich ein Erbverzicht für den Verzichtenden auch negativ auswirken. Verzichtet beispielsweise ein Kind beim Tod der Mutter auf sein Erbe und heiratet der Vater im Anschluss erneut, gereicht dem Kind der vorherige Erbverzicht zugunsten des Vaters nun zum Nachteil. Schließlich ist die neue Ehefrau des Vaters nun auch erbberechtigt, wodurch sich der Erbteil des Kindes erheblich verkleinert.

Auch, wenn ein hinterbliebener Ehepartner irgendwann in ein Pflegeheim kommt und die Kinder zuvor auf ihr Erbe verzichtet haben, kann dies finanzielle Nachteile mit sich bringen. Unter Umständen wird sogar das komplette Vermögen für die Pflege aufgebraucht.

Steuerfolgen bei einem Erbverzicht

Ein Erbverzicht zu Lebzeiten kann im Unterschied zur Erbausschlagung im Erbfall steuerliche Konsequenzen haben. Diese möglichen Erbverzicht Folgen ergeben sich daraus, dass ein Erbverzicht zu Lebzeiten zugunsten anderer Erben steuerlich als Schenkung interpretiert wird.

Unter Umständen können dann Steuern anfallen, und zwar nicht nur einmal, sondern gleich zweimal: Zum einen kann auf den Erbteil, auf den verzichtet wurde, je nach Verwandtschaftsgrad eine Erbschaftssteuer geschuldet sein. Darüber hinaus kann für die Person, die durch den Erbverzicht begünstigt wurde, eine Schenkungssteuer anfallen.

Beispiel

Die Höhe der Schenkungssteuer und Erbschaftssteuer ist vor allem abhängig vom verwandtschaftlichen Verhältnis von Erblasser und Erbe. Setzt ein Erblasser beispielsweise seinen Schwager als Erben ein, so gilt hier ein Erbschaftssteuersatz von 33 %.

Sollte dieser als Erbe eingesetzte Schwager nun beispielsweise zugunsten der Tochter des Verstorbenen einen Erbverzicht vornehmen, fällt nochmals durch den Erbverzicht Schenkungssteuer von 33 % an. Auf diese Weise würden würde ein erheblicher Teil des Erbes an den Start gehen.

Hier finden Sie ein Erbverzicht Formular

Wenn Sie sich über den Erbverzicht informieren möchten, finden Sie hier eine Erbverzicht Vorlage. Bedenken Sie aber unbedingt, dass ein Erbverzicht Muster nur der ersten Orientierung dient und ein Erbverzichtsvertrag unbedingt der notariellen Beurkundung vor zwei Zeugen bedarf, um gültig zu sein.

Ihr Anwalt für Erbrecht kann Ihnen beim Aufsetzen einer Erbverzichtserklärung gern behilflich sein und mit Ihnen alle weiteren Schritte besprechen. Nehmen Sie über unsere Anwaltssuche einfach unverbindlich Kontakt zu einem Erbrechtsexperten in Ihrer Region auf.

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