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Testament erstellen in der Schweiz - Das sollten Sie dazu wissen​

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Wer ein Testament erstellen möchte, muss sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen. Auch wenn dies kein leichter Schritt ist, sollte man ihn nicht vor sich herschieben: Die rechtzeitige Testamentserstellung verhindert Erbstreitigkeiten und stellt sicher, dass Ihrem letzten Willen entsprochen wird.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Testierfähigkeit ist in der Schweiz die Voraussetzung dafür, ein Testament erstellen zu können. Testierfähig ist jeder, der mindestens 18 Jahre alt und urteilsfähig ist.
  • Beim Testament erstellen in der Schweiz sind bestimmte Formvorschriften einzuhalten. Werden diese nicht eingehalten, ist das Testament ungültig.
  • Unterschieden wird grob zwischen dem eigenhändigen Testament, dem öffentlichen Testament und dem (mündlichen) Nottestament.
  • Zum Testament erstellen ist nicht zwingend ein Rechtsanwalt oder Notar erforderlich. Allerdings ist es ratsam, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen, um Formfehler zu vermeiden, die schnell zu einem Erbstreit führen können.
  • Der Testator hat jederzeit das Recht, sein Testament zu ändern oder zu widerrufen. Allerdings sind auch hier bestimmte Formvorschriften einzuhalten.
  • Ein Erbvertrag oder Schenkungen sind Alternativen zum Testament. In manchen Fällen kann es steuerlich von Vorteil sein, statt eines Testaments das Erbe schon zu Lebzeiten durch Schenkungen zu verteilen.

Inhaltsverzeichnis:

Erstellung eines Testaments in der Schweiz

Voraussetzung für die Testamentserrichtung in der Schweiz ist die sogenannte Testierfähigkeit. Testierfähig ist jede Person, die mindestens 18 Jahre alt und urteilsfähig ist. Urteilsfähig ist eine Person, wenn sie geistig in der Lage ist, vernünftig zu handeln: Wer ein Testament erstellen möchte, darf also nicht an einer Geisteskrankheit oder Geistesschwäche leiden.

Ferner darf man nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stehen, wenn man ein Testament erstellen möchte. Eine behauptete Urteilsunfähigkeit muss durch eine Ungültigkeitsklage geltend gemacht und bewiesen werden.

Tipp: Die Formvorschriften beim Testament erstellen sind einzuhalten:

Die Testament Formvorschriften sind vom Gesetzgeber vorgegeben und müssen streng eingehalten werden. Nur so entfaltet das Testament nach dem Tod des Erblassers seine Gültigkeit. Welche Testament Formvorschriften bei den verschiedenen Testamentarten einzuhalten sind, erklären wir weiter unten im Artikel.

Muss ich überhaupt ein Testament verfassen?

Ob man sich zum Testament errichten entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Man muss also kein Testament erstellen, wenn man nicht möchte. Wenn man kein Testament aufsetzen möchte, greift die gesetzliche Erbfolge und der Nachlass wird nach einer bestimmten Erbquote unter den gesetzlichen Erben aufgeteilt.

Wer sichergehen möchte, dass sein letzter Wille nach dem eigenen Tod durchgesetzt wird, sollte eine letztwillige Verfügung oder ein Testament erstellen. Mit einem Testament kann man schon zu Lebzeiten Erbstreitigkeiten vorbeugen.

Neben der Verhinderung von Erbstreit und der Sicherheit, dass der eigene letzte Wille Beachtung findet, birgt der Verzicht auf ein Testament Risiken. Durch das Erbrecht in der Schweiz können durch die gesetzliche Erbfolge Menschen vom Erbe profitieren, denen man eigentlich nichts vererben möchte. Ebenso kann es passieren, dass jemand, den man gerne bedacht hätte, beim Erbe übergangen wird.

Wann sollte ich ein Testament aufsetzen bzw. erstellen lassen?

Die Meinungen, wann man ein Testament erstellen sollte, gehen teils weit auseinander. Grundsätzlich ist die Testamentserrichtung auch in jungen Jahren schon sinnvoll. Sobald es etwas zu vererben gibt, sollte man sich Gedanken machen, wem man seinen Besitz im Falle des eigenen Todes zukommen lassen möchte.

Wer kein Testament erstellen möchte, läuft Gefahr, dass sein Besitz über die gesetzliche Erbfolge in der Schweiz in die falschen Hände gerät. Unverheiratete Paare in langen Beziehungen sollten ebenfalls über ein Testament nachdenken, weil sie in der gesetzlichen Erbfolge nicht bedacht werden.

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Wo bewahre ich mein Testament am besten auf?

Für die Testament Aufbewahrung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer möchte, kann sein Testament Zuhause aufbewahren, am besten in einem Tresor. Um sicherzugehen, dass das Testament auch gefunden wird, sollte einer Person seines Vertrauens Bescheid geben. Bessere Aufbewahrungsorte für Testamente sind allerdings Stellen außerhalb der eigenen vier Wände. So stellt man sicher, dass das Testament nicht in die falschen Hände gerät. 

Des Weiteren gibt es folgende Möglichkeiten einer Testament Aufbewahrung:

1. Aufbewahrung Eigenhändiges Testament

Wenn Sie ein eigenhändiges Testament erstellen, haben Sie die Möglichkeit, Ihr Testament in der Schweiz bei einem Testator aufzubewahren. Darüber hinaus können Sie Dritte mit der Testament Aufbewahrung betrauen oder es bei einer kantonalen Amtsstelle, Notaren oder Anwälten hinterlegen.

2. Testamentenregister

Immer möglich ist ein Vermerk beim Testamentenregister. Das offizielle Schweizerische Testamentenregister bietet die Möglichkeit, den Aufbewahrungsort von angemeldeten öffentlichen Urkunden und handschriftlichen Testamenten zu hinterlegen. Das Testament selbst wird hier nicht hinterlegt, sondern nur die Angaben zum Aufbewahrungsort. So kann ein Testament gefunden und der letzte Wille des Verstorbenen vollzogen werden.

Testament Erstellung - Das sollten Sie wissen

Benötige ich für mein Testament einen Notar oder Rechtsanwalt?

Die Frage ist im Grunde schnell beantwortet: Nein, Sie benötigen beim Testament erstellen in der Schweiz keinen Notar oder Rechtsanwalt. Allerdings schleichen sich in selbst erstellten Testamenten sehr häufig Formfehler ein. Oftmals kommt es auch zu unklaren Formulierungen, die später zu Schwierigkeiten führen.

Wenn Sie ein Testament erstellen, ist es deshalb immer ratsam, auf die Hilfe eines Notars oder Rechtsanwaltes zurückzugreifen. Es kommt wegen fehlerhafter Testamente oder Unklarheiten sehr häufig zu Erbstreitigkeiten. Diese lassen sich mit einem professionell aufgesetzten Testament vermeiden.

Testament Kosten in der Schweiz

Wer ein Testament erstellen möchte, stellt sich im Laufe der Planung mit Sicherheit die Frage: Was kostet ein Testament in der Schweiz? Die Testament Kosten sind überschaubar. Sie richten sich unter anderem danach, ob Sie beim Testament erstellen einen Anwalt oder Notar zurate ziehen. Diese verlangen für ihre Dienste selbstverständlich eine Gebühr, die meist tariflich geregelt ist.

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Welche Testamentsarten bzw. Testamentformen gibt es?

Welche Testamentsformen gibt es? Wer ein Testament erstellen möchte, hat mehr als eine Option. Die Testament Form, die Sie wählen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten Testamentsarten sind das eigenhändige Testament, das öffentliche Testament und das sogenannte Nottestament. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die einzelnen Testament Arten.

Eigenhändiges Testament (handschriftliches)

Das sogenannte eigenhändige Testament muss von Erblasser handschriftlich verfasst werden. Ein eigenhändiges Testament erstellen nach schweizer Recht geht nur, indem Sie das Testament richtig verfassen und alle Vorgaben beachten. Um sicherzugehen, dass Erben Ihr Testament anfechten, lassen Sie Ihr Testament prüfen. Wie schreibe ich ein Testament? Sie müssen ein eigenhändiges Testament wie gesagt unbedingt handschriftlich verfassen – von Anfang bis Ende. Zusätzlich muss das eigenhändige Testament mit Jahr, Monat und Tag der Errichtung datiert sein, den Titel „Testament“ enthalten und persönlich unterzeichnet werden.

Öffentliches Testament

Das öffentliche Testament wird in der Schweiz vor einer Urkundsperson (beispielsweise einem Notar) und zwei zusätzlichen Zeugen erstellt und öffentlich beurkundet. Wer ein öffentliches Testament erstellen möchte, muss für die Urkundsperson und die Zeugen einiges beachten. Unter anderem dürfen diese mit dem Erblasser nicht in gerader Linie verwandt sein oder in dem Testament selbst bedacht werden.

Die Zeugen kennen den Inhalt des Testaments nicht, sondern bezeugen durch ihre Unterschrift lediglich die Urteilsfähigkeit des Erblassers. Im Anschluss an die Testamentsaufsetzung wird das öffentliche Testament bei einer zuständigen Amtsstelle hinterlegt.

Nottestament

Das Nottestament ist, wie der Name schon sagt, nur für den Notfall gedacht. Hier kann der letzte Wille zwei Zeugen mündlich erklärt werden, wenn für ein schriftliches Testament keine Zeit mehr bleibt. Das mündliche Testament muss von einem der beiden Zeugen sofort aufgeschrieben werden. Beide Zeugen haben die Aufzeichnung zu unterschreiben und bei einer Gerichtsbehörde einzureichen.

Nottestament auf dem Smartphone

Für den Fall einer unmittelbaren Todesgefahr ist es möglich, ein Nottestament in der Schweiz zum Beispiel per Video auf dem Smartphone aufzuzeichnen. Dieser mündliche letzte Wille muss Beachtung finden.

Das muss beim mündlichen Nottestament beachtet werden:

Das mündliche Nottestament kann nur dann abgeschlossen werden, wenn der Erblasser in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt. Es darf nicht vom Erblasser unterschrieben werden.

Inhalt eines Testaments – Was sollte in einem Testament stehen?

Beim Testament erstellen sollte man darauf achten, dass nichts vergessen wird. Verschiedene Testament Vorlagen beziehungsweise Testament Muster erhalten Sie bei einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt. Wenn Sie ein Testament handschriftlich verfassen, empfiehlt sich eine fachkundige Prüfung im Anschluss. So vermeiden Sie Formfehler, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass Ihrem Willen nicht entsprochen wird.

Kann man ein Testament ändern bzw. widerrufen lassen?

Jeder Testator kann sein Testament ändern beziehungsweise widerrufen. Dies kann grundsätzlich zu jeder Zeit geschehen. Allerdings sind auch hier wie beim Testament erstellen gewissen Formvorschriften zu beachten. Beim eigenhändigen Testament beispielsweise müssen die Änderungen handschriftlich erfolgen und mit Datum versehen werden. 

Es ist auch möglich, ein Testament nur partiell zu ändern. Wenn Sie eine große Menge an Änderungen vornehmen möchten, ist es besser, gleich ein neues Testament aufzusetzen. Wie immer empfiehlt es sich auch hier – zur Sicherheit – einen Anwalt oder Notar zurate zu ziehen.

Testament nach Scheidung noch gültig?

Geschiedene haben kein gesetzliches Erbrecht. Testamente können aber unter Umständen auch nach einer Scheidung ihre Gültigkeit behalten. Wenn Sie ein Testament erstellen, ist es möglich, bereits zu vermerken, was im Falle einer Scheidung geschehen soll. Sogenannte Ehegatten Testamente, durch die Ehegatten sich gegenseitig als Erben einsetzen, werden in der Regel mit der Scheidung ungültig. Um ganz sicherzugehen und nicht irgendwelchen Schlupflöchern ausgesetzt zu sein, gilt auch hier: Treffen Sie bereits im Testament Vorkehrungen für den Fall einer Scheidung.

Wie setze ich in meinem Testament einen Alleinerben ein?

Sie können beim Testament erstellen in der Schweiz im Testament einen Alleinerben festlegen. Gesetzliche Pflichtteile bleiben hiervon unberührt. Auch wenn Sie beim Testament erstellen verfügen, dass eine bestimmte Person alles erben soll, erhalten Kinder beispielsweise ihren gesetzlichen Pflichtteil.

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Alternativen zum Testament 

Zum Testament erstellen gibt es Alternativen. Die bekanntesten Testament Alternativen sind der Erbvertrag und Schenkungen beziehungsweise Schenkungsverträge.

1. Der Erbvertrag

Ein Erbvertrag wird in der Schweiz zwischen dem Erblasser und einem oder mehreren Erben geschlossen. Der Erbvertrag bedarf anders als das Testament erstellen einer öffentlichen Beurkundung. Im Gegensatz zum Testament kann ein Erbvertrag nicht einseitig geändert oder widerrufen werden. Bis auf wenige Ausnahmen wie bewusste Täuschungen ist eine einseitige Auflösung nicht möglich und immer mit großen Anstrengungen verbunden.

2. Schenkungen & Schenkungsverträge

Wer möchte, kann sein Erbe noch zu Lebzeiten durch Schenkungen verteilen. Auch bei Schenkungen und Schenkungsverträgen gibt es verschiedene Formen. Wird gesetzlichen Erben eine Schenkung zuteil, haben sie eine Ausgleichspflicht, wenn sie von dieser nicht befreit wurden.

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Kann ich mit einem Testament Angehörige enterben?

Gesetzlich Erbberechtigte können in der Schweiz nur enterbt werden, wenn ein gesetzlicher Enterbungsgrund vorliegt. Mit Testament enterben geht also nur in bestimmten Fällen. Wer Angehörige enterben möchte, muss in jedem Fall einen Grund angeben.Wenn der Enterbte das Testament anfechtet, müssen im Zweifelsfall die Gerichte entscheiden. 

Die Enterbungsgründe in der Schweiz müssen schwerwiegend, rechtswidrig und schuldhaft sein. Den Sohn oder die Tochter enterben oder ihnen den Pflichtteil entziehen wollen, weil sie nicht nach den Vorstellungen der Eltern leben, ist nicht möglich.

Soll ich einen Testamentsvollstrecker ernennen?

Ein Willenssvollstrecker verwaltet den Nachlass und trägt Sorge, dass dem Willen des Erblassers entsprochen wird. Sinnvoll ist die Ernennung eines Willenssvollstreckers in der Schweiz beim Testament erstellen also auf jeden Fall, insbesondere bei noch minderjährigen Erben oder mehreren Erben.

Testament Muster & Vorlagen

Wenn Sie ein Testament erstellen möchten, finden Sie hier Testament Muster und Vorlagen zur Orientierung. Grundsätzlich sollten Sie beim Testament erstellen aber professionellen Rat einholen, um Formfehler zu vermeiden.
  • Testament Muster & Vorlagen zum Download

Testament Formulierungen

Wenn Sie ein Testament erstellen, müssen Sie in der Schweiz bestimmte Formvorschriften und Testament Formulierungen einhalten. Beim Testament erstellen können bestimmte Punkte berücksichtigt werden. Hierzu zählen beispielsweise die Punkte Erbeinsetzung, Ersatzerben und Teilungsanordnungen. Darüber hinaus können Sie beim Testament erstellen einen Willensvollstrecker ernennen.

Nachlassplanung mit einem Testament steuerlich optimieren

Sowohl die Erbschaftssteuer als auch die Schenkungssteuer kann unter Umständen recht hoch und eine finanzielle Belastung sein – trotz sogenannter Freibeträge und geringerer Steuersätze bei engem Verwandtschaftsgrad.

Wenn Sie beim Testament erstellen darauf achten möchten, dass die steuerliche Belastung für die Erben möglichst gering ausfällt, nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu einem Rechtsanwalt für Erbrecht oder einem Steuerberater auf.

Tipps wie Sie Formfehler im Testament vermeiden

Um beim Testament erstellen in der Schweiz Formfehler zu vermeiden, ist es am besten, auf die Expertise eines Anwalts oder Notars zu setzen und sich beraten zu lassen. Schon ein fehlendes Datum oder eine kleine vernachlässigte Formvorschrift kann ein Testament ungültig werden lassen.

Bei der Testament Verfassung gemeinnützige Organisationen berücksichtigen

Wer beim Testament erstellen eine gemeinnützige Organisation bedenken möchte, kann dies recht einfach tun. Dies geht am besten mit einem Vermächtnis mittels Verfügung, also indem Sie einfach eine bestimmte Organisation im Testament oder Erbvertrag mit einem bestimmten Betrag zu berücksichtigen. Wenn Sie sichergehen möchten, dass Ihre Spende sicher ankommt, spenden Sie am besten an eine ZEWO-zertifizierte Organisation.

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