Pflichtteil im Erbrecht in der Schweiz – Infos, Anspruch & Höhe

Im Schweizer Erbrecht hat ein bestimmter Personenkreis Anrecht auf einen Teil des Nachlasses, wenn ein Erblasser stirbt. Selbst wenn Erblasser ein Testament erstellen, dürfen die gesetzlichen Erben nicht ganz vom Erbe ausgeschlossen werden. Ihnen steht ein Pflichtteil zu. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles zum Pflichtteil im Erbecht Schweiz, sowie zu Pflichtteilshöhe, Pflichtteilsanspruch, Pflichtteil mit oder ohne Testament & Pflichtteil einklagen.
Inhaltsverzeichnis

Pflichtteil beim Erbe – Alles was Sie dazu wissen müssen

Liegt kein Testament vor, greift nach dem Erbrecht Schweiz die gesetzliche Erbfolge. Über diese erhalten die gesetzlichen Erben meist nicht nur ihren Pflichtteil, sondern auch darüber hinaus den Rest des Nachlasses. Ein gesetzlicher Erbanspruch steht nur einem kleinen Personenkreis zu, auf den wir im Folgenden noch näher eingehen. Der Pflichtteilsschutz richtet sich bei der Erbfolge ausschließlich nach dem verwandtschaftlichen Verhältnis, nicht nach Sympathien. Die Pflichtteile und freie Verfügbarkeit mit Testament sind im Schweizer Erbrecht klar geregelt. Wer Anspruch auf einen Pflichtteil hat und im Testament übergangen wird, kann seinen Pflichtteil einfordern.

Wem steht ein Pflichtteil zu?

Zu den pflichtteilsgeschützten Erben zählt nur ein kleiner Personenkreis. Zu diesem zählen situationsabhängig der Ehegatte beziehungsweise der eingetragene Lebenspartner, die Kinder und die Eltern eines Erblassers.

Pflichtteil Erbe Ehegatte

Beim Pflichtteil Erbe für Ehegatten gibt es eindeutige gesetzliche Regelungen im Schweizer Erbrecht. Der gesetzliche Pflichtteil für Ehegatten ist abhängig davon, ob Kinder vorhanden sind und die Eltern des Erblassers noch leben. In Abhängigkeit von diesen Faktoren beträgt der Pflichtteil des Erbes für Ehegatten zwischen einem Viertel und drei Achteln des gesamten Nachlasses.

Pflichtteil Erbe Kinder

Der Pflichtteil Erbe für Kinder sind die Regelungen ebenso klar wie beim Pflichtteil Erbe Ehegatten. Ist ein Ehegatte vorhanden, beträgt das Pflichtteil Erbe der Kinder drei Achtel des Nachlasses. Ist kein Ehegatte beziehungsweise eingetragener Lebenspartner vorhanden, erhalten die Kinder einen Pflichtteil von drei Vierteln. Dieser Anteil wird unter der Anzahl der vorhandenen Nachkommen aufgeteilt.

Pflichtteil Erbe Enkel und Eltern

Das Pflichtteil Erbe für Eltern sieht die Begünstigung der Eltern nur dann vor, wenn der Erblasser keine Kinder hinterlässt. Der Pflichtteil des Erbes für Elternbeträgt ein Achtel des Nachlasses. Lebt nur noch ein Elternteil, erbt dieses ein Sechzehntel des Nachlasses. Dies gilt aber wie gesagt nur dann, wenn der Erblasser keine Kinder hat. Enkel sind nicht pflichtteilsberechtigt. Für den Fall aber, dass ein Erblasser bereits verstorbene Kinder hat, die wiederum Nachkommen haben, so geht der Pflichtteilsanspruch des toten Kindes des Erblassers auf dessen Kinder, also die Enkel des Erblassers, über. In diesem Fall ist das Pflichtteil Erbe der Enkel so hoch, wie das des direkten Nachkommen gewesen wäre.

Pflichtteil Erbe Geschwister

Geschwister haben keinen gesetzlichen Pflichtteilsanspruch, der Pflichtteil Erbe für Geschwister ist also gleich null. Wenn allerdings die gesetzliche Erbfolge greift und ein Erblasser keine Kinder hat, werden Geschwister beim Erbe berücksichtigt. Ihr Anteil beträgt dann, je nachdem, ob noch ein Elternteil des Erblassers am Leben ist oder keins, zwischen einem Viertel und einem Achtel des Nachlasses.

Pflichtteil nicht eingetragene Lebenspartner

Nicht eingetragene Lebenspartner beziehungsweise Partner ohne Trauschein haben in der Schweiz keinen Anspruch auf einen Pflichtteil. Wer sichergehen möchte, dass sein Konkubinatspartner nicht leer ausgeht, der sollte ein Testament erstellen. So kann der Konkubinatspartne rüber die frei verfügbare Quote bedacht werden. Selbst wenn ein Paar seit vielen Jahrzehnten in der Schweiz zusammenlebt und auch gemeinsame Kinder hat, wird ein Partner ohne Trauschein vom gesetzlichen Erbrecht nicht berücksichtigt. 

Ein Testament ist hier eine gute Möglichkeit, um rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Weitere Möglichkeiten, den Lebenspartner ohne Heirat zu bedenken, sind Schenkungen zu Lebzeiten. Lassen Sie sich als Konkubinatspartner am besten von einem Rechtsanwalt für Erbrecht beraten. Hier können Sie Ihre individuellen Lebensumstände darlegen und gemeinsam eine für Sie passende Lösung finden.

Pflichtteil eingetragene Lebenspartner

Eingetragene Lebenspartner fallen unters Ehegatten Erbrecht, sie sind verheirateten Paaren also gleichgestellt. Demnach beträgt der Pflichtteil für eingetragene Lebenspartner genau so viel wie der für Ehegatten. Die Höhe beträgt also genau wie bei Ehegatten abhängig davon, ob Kinder vorhanden sind oder nicht, zwischen einem Viertel und drei Achteln der Verlassenschaft.

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Pflichtteil mit Testament und ohne Testament

Pflichtteilsansprüche sind nur dann interessant, wenn ein Testament vorliegt. Hier müssen alle Pflichtteilsberechtigten sicherstellen, dass sie nicht beim Erbe übergangen wurden und ihr gesetzlicher Erbanspruch berücksichtigt wird. Wer ein Testament erstellt, muss alle Pflichtteilsberechtigten berücksichtigen und ihnen den gesetzlichen Pflichtteil zugestehen. Der Rest, die sogenannte freie Quote, darf frei nach dem Wunsch des Erblassers verteilt werden. Liegt kein Testament vor, greift die gesetzliche Erbfolge. Hier erben die gesetzlichen Erben nach einer bestimmten Erbquote. Wer hier wie viel erbt, hängt ebenso wie die Höhe des Pflichtteils davon ab, welche nahen Verwandten noch am Leben sind und ob der Erblasser Kinder, einen Ehepartner oder noch lebende Eltern hat.

Pflichtteil mit Kindern

Pflichtteilsberechtigt sind nur Kinder, Ehegatten und, wenn keine Kinder vorhanden sind, die Eltern des Erblassers. Sind Kinder vorhanden, so beträgt deren Pflichtteilsanspruch drei Achtel des Nachlasses.

Pflichtteil ohne Kinder

Sind keine Kinder vorhanden, sind nur noch die Eltern und der Ehegatte beziehungsweise eingetragene Lebenspartner des Erblassers pflichtteilsberechtigt. Für den Fall allerdings, dass Kinder vorhanden waren, diese tot sind, aber selbst Kinder haben, geht der Pflichtteilsanspruch auf diese über. Demnach haben Enkel nur dann einen Pflichtteilsanspruch, wenn deren Eltern tot sind.

Pflichtteil freie Quote

Wird ein Testament erstellt, kann der Nachlass in diesem nur bedingt nach dem Willen des Erblassers verteilt werden. Der Erblasser hat eine Pflichtteil freie Quote, die er frei verteilen kann. Mit dieser kann er also berücksichtigen, wen er möchte – unabhängig ob Verwandte, Freunde, Stiftungen oder wen beziehungsweise was auch immer. Die freie Quote ist also das Nachlassvermögen nach Abzug aller Pflichtteile. Es kann also nur der Erblasser völlig frei über die Verteilung seines Vermögens verfügen, wenn er keine pflichtteilsgeschützten Erben hinterlässt.

Pflichtteil einklagen

Wer als pflichtteilsberechtigter Erbe durch ein Testament beim Erbe übergangen wurde, kann seinen Pflichtteil einklagen. Der Pflichtteil ist ein für bestimmte Personen vorgesehener garantierter Anteil am Erbe eines Erblassers. Wenn ein Pflichtteilsanspruch eingeklagt werden soll und ein Erbstreit bevorsteht, nehmen Sie am besten professionelle Hilfe von einemkompetenten Anwalt für Erbrecht in Anspruch.

Testament ohne enthaltene Pflichtteile

Wenn ein Testament aufgesetzt wird, ohne dass in diesem die Pflichtteilsgeschützten bedacht werden, ist das Testament nicht automatisch ungültig. Als Pflichtteilsberechtigter muss man in einem solchen Fall seinen Pflichtteil einfordern. Nehmen Sie hierzu am besten Kontakt zu einem Anwalt für Erbrecht auf.

Pflichtteil Erbe wie hoch?

Wie hoch das Pflichtteil Erbe ist, hängt zum einen vom verwandtschaftlichen Verhältnis und von der Erbenkonstellation ab. Bei der Pflichtteil Berechnung müssen also einige Faktoren berücksichtigt werden. Wenn Sie Ihren Pflichtteil berechnen möchten, können Sie dies mit dem Pflichtteil Rechner tun. Je nachdem, wie viele und welche pflichtteilsberechtigten Erben vorhanden sind, beträgt die freie Quote zwischen sechs und neun Sechzehntel des gesamten Nachlasses. Eltern haben gemeinsam einen maximalen Pflichtteilsanspruch von einem Achtel, Ehegatten und Kinder von drei Achteln.

Kann ein Testament den Pflichtteil aufheben?

Die Frage, ob ein Testament den Pflichtteil aufheben kann, ist leicht beantwortet: Nein, ein Testament kann Pflichtteilsansprüche nicht aufheben. Dem Erblasser verwandtschaftlich besonders nahestehende gesetzliche Erben haben einen gesetzlichen Pflichtteilsanspruch. Dieser kann nicht durch ein Testament aufgehoben werden. Werden in einem Testament solche Verfügungen getroffen, sind sie mit einer Herabsetzungsklage anfechtbar. Die Verjährungspflicht für Pflichtteilsansprüche beträgt drei Jahre. Durch eine Verfügung des Todes wegen, also ein Testament oder einen Erbvertrag, kann die gewillkürte Erbfolge umgangen werden. Dennoch kann den pflichtteilsgeschützten Erben ein bestimmter Anteil, der Pflichtteil, nicht entzogen werden.

Erbe Pflichtteil zu Lebzeiten einfordern bzw. auszahlen

Kinder beziehungsweise alle Pflichtteilsberechtigten haben grundsätzlich keinen Anspruch auf die Auszahlung ihres gesetzlichen Pflichtteils zu Lebzeiten des Erblassers. Dennoch sind mit Einverständnis des späteren Erblassers sogenannte Erbvorbezüge möglich. Aber nur weil ein Pflichtteilsberechtigter Erbvorbezüge enthält, müssen die restlichen Pflichtteilsberechtigten dies nicht auch. Wenn der Erblasser dies wünscht, müssen sie zur Ausgleichung bis zur späteren Erbteilung warten.

Pflichtteilsverzicht bzw. Erbverzicht

Es ist möglich, dass ein gesetzlicher Erbe beziehungsweise Pflichtteilsberechtigter zu Lebzeiten des Erblassers auf sein Erbe verzichtet. Durch den Erbverzicht fällt er als gesetzlicher Erbe weg, kann aber dennoch dank der freien Quote im Testament bedacht werden.

Enterbung – Kein Pflichtteil, ist das möglich?

Die Enterbung eines Pflichtteilsberechtigten ist nicht ohne Weiteres und nur unter ganz bestimmten Umständen möglich. Hierbei gibt es die sogenannte Strafenterbung und die sogenannte Präventiventerbung. Eine Strafenterbung kommt beispielsweise in Betracht, wenn der Pflichtteilsberechtigte:
  • ein schwerwiegendes Verbrechen gegen den Erblasser oder eine ihm nahestehende Person begangen hat.
  • eine schwere Vernachlässigung gegen familiäre Pflichten vorliegt.
Dass den Eltern der Lebenswandel oder die sexuelle Orientierung eines Kindes nicht gefällt, ist beispielsweise kein Grund für eine Pflichtteils Enterbung. Eine Präventiventerbung ist nur gegen Nachkommen möglich. Sie wird dann vorgenommen, wenn ein Nachkomme zum Beispiel spielsüchtig oder so verschuldet ist, dass das Erbe den Gläubigern zufallen würde.
Klare Angabe von Enterbungsgründen

Der Enterbungsgrund muss im Testament ganz klar angegeben werden. Wird kein Enterbungsgrund angegeben oder ist dieser sehr zweifelhaft, kann man das Testament anfechten – und hat gute Chancen.

Pflichtteil Erbe bei Schenkung

Enthält ein Pflichtteilsberechtigter bereits zu Lebzeiten des Erblassers eine Schenkung, so steht er den anderen Pflichtteilsberechtigten nach dem Tod des Erblassers in der Ausgleichspflicht. Ein Kind, das zu Lebzeiten von den Eltern mit einem Haus beschenkt wird, muss sich dieses Geschenk später an sein Erbe anrechnen lassen. Ausgenommen von der Ausgleichspflicht sind kleinere Gelegenheitsgeschenke. Unter Umständen lassen sich über Schenkungen trotz der Schenkungssteuer spätere Erbschaftssteuern einsparen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall am besten von einem Rechtsanwalt für Erbrecht beraten.

Ehegatten Erbvertrag – Auswirkungen auf den Pflichtteil

Durch einen Ehegatten Erbvertrag kann verfügt werden, dass der Ehegatte abgesehen von den Pflichtteilen der Pflichtteilsberechtigten die gesamte verfügbare Quote erhält. Des weiteren ist es möglich, den Ehegatten als sogenannten Nutzniesser einzusetzen. Dann geht der Nachlass zwar nicht in sein Eigentum über, aber er kann es vollständig nutzen. Pflichtteilsansprüche werden aber durch einen Ehegatten Erbvertrag keinesfalls aufgehoben. Wenn Sie beim Thema Pflichtteil Erbe Schweiz unsicher sind oder Fragen haben, suchen Sie einen Anwalt für Erbrecht auf. Dieser kann Sie umfassend beraten und Ihnen bei Problemen zu Seite stehen.

Wie kann ein Anwalt für Erbrecht Sie unterstützen?

Der Pflichtteil steht bestimmten Personen beim erben zu und kann im Notfall auch vor Gericht eingeklagt werden. Um Erbstreitigkeiten schon im Voraus zu vermeiden, sollte der Erblasser entweder mit der gesetzlichen Erbfolge einverstanden sein oder ein Testament nach seinen Wünschen verfassen. Dabei unterstützt Sie ein Anwalt für Erbrecht. Sollte kein, ein unvollständiges oder formal nicht korrektes Testament hinterlassen werden, so besteht der Pflichtteilsanspruch der Ehegatten, Kinder und ggf. Eltern fort. Ihr Anwalt für Erbrecht verhilft Ihnen dahingehend zu Ihrem Recht und vertritt Ihre Ansprüche gegenüber den anderen Erben.

Das Erbrecht kann mitunter sehr komplex werden und der Laie verliert schnell die Übersicht, wem was gesetzliche zusteht. Deshalb ist es immer sinnvoll im Erbfall einen Anwalt für Erbrecht zu beauftragen, um die Sachlage zu überprüfen und die Ansprüche korrekt zu ermitteln. Nur so können unnötige Streitigkeiten und Probleme verhindert werden. Wenn Sie ein Testament erstellen möchten oder Ihren Anspruch auf Ihren Pflichtteil prüfen lassen müssen, sollten Sie unsere Anwalts-Suchfunktion nutzen. Dort finden Sie kompetente Anwälte in Ihrer Nähe, die sich Ihrer Erbsache annehmen. Die Kontaktaufnahme ist selbstverständlich kostenlos und Sie können sofort ein unverbindliches Erstberatungsgespräch vereinbaren.

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FAQ: Pflichtteil im Erbrecht in der Schweiz

Der Pflichtteil steht denjenigen zu, die nach gesetzlicher Erbfolge in der Schweiz erbberechtigt sind. Das sind in jedem Fall die Kinder und deren Nachfahren, der Ehegatte und die Eltern und Geschwister des Erblassers. Der Pflichtteil ergibt sich dabei aus dem Gesetz und darf bei der Planung bzw. Erstellung eines Testaments nicht unberücksichtigt bleiben. Der Pflichtteil verteilt sich wie folgt:

  • Ehegatten: je nachdem ob Kinder vorhanden sind zwischen ¼ und ⅜ des gesamten Nachlasses
  • Kinder: ¾ des gesetzlichen Erbanspruchs = ⅜ des gesamten Nachlasses
  • Eltern und Enkel: ⅛ des gesamten Nachlasses an die Eltern, wenn es keine Kinder gibt – Enkel sind nicht pflichtteilsberechtigt
  • Geschwister: Kein Pflichtteilsanspruch
  • Nicht eingetragener Lebenspartner: Kein Pflichtteilsanspruch
  • Eingetragener Lebenspartner: je nachdem ob Kinder vorhanden sind zwischen ¼ und ⅜ des gesamten Nachlasses

In einem Testament kann der Erblasser darüber verfügen, wer wie viel erben soll. Dabei ist er jedoch in seiner Testierfreiheit nicht völlig ungebunden. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Pflichtteil müssen berücksichtigt werden. Der Pflichtteil steht den Erben also auch dann zu, wenn sie im Testament gar nicht erwähnt wurden. In einem korrekt geplanten Testament gibt es damit nicht verhandelbare Pflichtteilsansprüche und die so genannte freie Quote. Die freie Quote (das, was nicht als Pflichtteil abgeführt werden muss) kann vom Erblasser nach Belieben zwischen den Erben aufgeteilt oder sogar einem Dritten zugeordnet werden.

Freie Quote = Gesamtes Vermögen – Pflichtteil der Erbberechtigten

Der Pflichtteil hat den Sinn und Zweck, dass die Hinterbliebenen des Erblassers finanziell abgesichert sind. Das gilt auch dann, wenn der Erblasser den Erben eigentlich vorsätzlich aus seinem Testament bzw. Nachlass ausgeschlossen hat. Wer nach gesetzlicher Erbfolge einen Erbanspruch hat, der muss mindestens den Pflichtteil aus dem Erbe ausgezahlt bekommen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn im Voraus ein Erbverzicht erklärt wurde. So ist es beispielsweise einem Vater oder einer Mutter nicht möglich, eines der Kinder (grundlos) vollständig vom Erbe auszuschliessen. Auch wenn eine solche Verfügung im Testament steht, steht dem Kind der Pflichtteil zu. Das soll auch einer Ungleichbehandlung und einer starken finanziellen Benachteiligung entgegenwirken.
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion
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