Erbrechtsinfo.ch

Die Schenkungssteuer in der Schweiz - Wie hoch ist die Steuer bei Schenkungen?

  • Redaktion Erbrechtsinfo.ch
Schenkungssteuer in der Schweiz
Share on whatsapp
Teilen
Share on email
Email senden

Viele empfinden die Schenkungssteuer als ungerecht. Und sicherlich gibt es einige gute Argumente gegen die Schenkungssteuer. Fest steht jedoch, dass die allermeisten Kantone in der Schweiz eine Schenkungssteuer erheben.

Wir informieren Sie umfassend über die Schenkungssteuer in der Schweiz. Zunächst gilt es zu wissen, dass die Schenkungssteuer parallel zur Erbschaftssteuer erhoben wird. Dies soll eine Umgehung der Erbschaftssteuer durch eine Schenkung zu Lebzeiten verhindern. Allgemein zählt die Schenkungssteuer zu den Rechtsverkehrssteuern.

Allerdings liegt das Recht, eine Schenkungssteuer zu erheben, bei den einzelnen Kantonen – und nicht beim Bund. Hier liegt die Schwierigkeit bei der Schenkungssteuer Schweiz: 26 Kantone bedeuten 26 Steuergesetzgebungen. Die Schenkungssteuer Zürich unterscheidet sich also beispielsweise von der Schenkungssteuer Schwyz.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Schenkungssteuer wird in der Schweiz parallel zur Erbschaftssteuer erhoben. Dadurch soll die Umgehung der Erbschaftssteuer durch Schenkungen zu Lebzeiten unterbunden werden.
  • Die Erhebung der Schenkungssteuer fällt in den Kompetenzbereich der Kantone, nicht in den des Bundes.
  • Jeder Kanton hat seine eigene Steuergesetzgebung und unterschiedliche Steuersätze.
  • Die Höhe der Schenkungssteuer hängt also vom jeweiligen Kanton ab. Aber auch das Verwandtschaftsverhältnis entscheidet über die Höhe der zu entrichtenden Schenkungssteuer.
  • In besonderen Fällen kann statt der Schenkungssteuer auch die ErbschaftssteuerAnwendung finden.
  • Es gibt verschiedene Schenkungsarten, unter anderem die Handschenkung, das Schenkungsversprechen, die Schulderlassschenkungund die Schuldübernahmeschenkung.
  • Auf Schenkungenzwischen Ehepartnern entfällt keine Schenkungssteuer; in den meisten Kantonen sind darüber hinaus Schenkungen  zwischen Eltern und Kindern steuerbefreit.

Inhaltsverzeichnis:

Wer muss Schenkungssteuer bezahlen und wo?

Die Schenkungssteuer bezahlen müssen die Personen, die eine Schenkung erhalten. Wenn also jemandem unentgeltlich ein Vermögen zuteil wird, muss Schenkungssteuer bezahlt werden.

Fällig wird die Schenkungssteuer immer in dem Kanton, in dem der Schenker seinen Wohnsitz hat. Wo die Beschenkten wohnen, ist für die Schenkungssteuer unerheblich.

Wer muss keine Schenkungssteuer bezahlen?

Zunächst einmal sind Schenkungen an Ehepartner in allen Kantonen von der Schenkungssteuer befreit. In der Regel sind auch Schenkungen von Eltern an Kinder und andersherum von der Schenkungssteuer ausgenommen. Allerdings gibt es hier Ausnahmen, wenn über Kantonsgrenzen hinweg Schenkungen vorgenommen werden. Dann darf der Kanton besteuern, in dem der Schenkende wohnt. Wiederum eine Ausnahme bilden hier Liegenschaften.

Anwälte für Erbrecht finden

Kantone ohne Schenkungssteuer

Es gibt nur einen Kanton, der weder Erbschaftssteuer noch Schenkungssteuer erhebt, und zwar der Kanton Schwyz. Im Kanton Luzern wird auf die Schenkungssteuer verzichtet.

Im Kanton Aargau sind Erbschaften und Schenkungen von Kindern an Eltern, Stiefeltern und Pflegeeltern von der Schenkungssteuer ausgenommen. Darüber hinaus gibt es die Nachkommenbesteuerung nur noch in den Kantonen Appenzell Innerhoden, Neuenburg und Waadt.

Schenkungssteuer Schweiz Freibetrag

In den meisten Kantonen gibt es für Schenkungen Freibeträge. Diese Freibeträge richten sich nach dem verwandtschaftlichen Verhältnis von Geschenkgeber und dem Empfänger der Schenkung. Eng miteinander Verwandte haben oft höhere Freibeträge. So werden im Kanton Graubünden Schenkungen an Eltern mit 10 Prozent besteuert, während sie in vielen anderen Kantonen steuerfrei sind. 

Generell sind Schenkungen an Ehepartner und / oder direkte Nachkommen häufig gänzlich von der Schenkungssteuer befreit. Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Freibeträge für die Schenkungssteuer in der Schweiz:

Hinweis:

Der Steuerfreibetrag bezeichnet den Betrag, der von einer Schenkung von der Schenkungssteuer ausgenommen ist. Besteuert werden nur die Beträge, die den Wert des Steuerfreibetrages überschreiten.

Schenkungssteuersätze und Steuerklassen

Die Schenkungssteuersätze und Steuerklassen sind in der Schweiz verschieden. Sie hängen einerseits vom verwandtschaftlichen Verhältnis von Schenker und Beschenktem ab. Andererseits sind sie je nach Wert der Schenkung unterschiedlich. Schenkungen von geringem Wert werden mit einem niedrigeren Steuersatz besteuert. Die Schenkungssteuer bei Schenkungen mit hohem Wert liegt dafür höher.

Mann schreibt am Tisch mit einem kleinen Haus

Schenkungssteuer Höhe Schweiz

Die Schenkungssteuer Schweiz hängt vom Kanton ab, in dem der Schenker seinen Wohnsitz hat. Die Schenkungssteuer Luzern beispielsweise entfällt komplett, nicht nur bei Nachkommen und Ehepartnern, sondern auch bei Geschwistern, Lebenspartnern und sonstigen anderen Personen. Die Schenkungssteuer Solothurn entfällt hingegen nur für Ehepartner, Kinder und Eltern, nicht jedoch für Geschwister.

Wenn es in bestimmten Kantonen eine Schenkungssteuer gibt, unterscheidet sich diese meist in der Höhe. Für Geschwister beispielsweise liegt die Schenkungssteuer Aargaubei maximal 23 Prozent. Die Schenkungssteuer Kanton Bernhingegen liegt für Geschwister bei maximal 15 Prozent.

Schenkungssteuer berechnen

Wenn Sie eine Schenkung vornehmen möchten oder Empfänger einer Schenkung sind, möchten Sie mit Sicherheit im Vorfeld wissen, welche Schenkungssteuer fällig wird. Mithilfe des Schenkungssteuer-Rechners können Sie die Höhe der Schenkungssteuer einfach ermitteln.

Falls Sie Unterstützung benötigen oder Fragen haben, nehmen Sie die Hilfe eines Anwalts für Erbrech tin Anspruch. Ein Rechtsanwalt für Erbrecht kann Sie umfassend über das Schweizer Erbrecht informieren und Ihnen in Sachen Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer weiterhelfen.

Schenkungssteuer bei wiederholten Schenkungen

Auch für den Fall wiederholter Schenkungen gibt es in der Schweiz unterschiedliche Regelungen. Diese Regelungen beziehen sich auf den Progressionsvorbehalt und den Freibetrag:

  • Progressionsvorbehalt bedeutet, dass sich der Steuersatz aus der Summe aller Zuwendungen berechnet, die einem beschenkten innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zuteil werden. Dadurch kommt es in den meisten Fällen zu einem insgesamt höheren Steuersatz. In Kantonen mit einer linearen Schenkungssteuer findet der Progressionsvorbehalt keine Anwendung.
  • Einen Freibetrag für die Schenkungssteuer gibt es nur bei der ersten Zuwendung. Bei allen weiteren Zuwendungengreift der volle Schenkungssteuersatz des jeweiligen Kantons, ohne dass ein Freibetrag geltend gemacht werden kann. In Bern und Freiburg beispielsweise kann der Freibetrag aber alle fünf, in Genf alle zehn Jahre geltend gemacht werden.
  • Hier gehts zum Schenkungssteuer Rechner

Welche Schenkungsarten gibt es?

Wer eine Schenkung in der Schweiz vornehmen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, die teils auch von dem Gegenstand der Schenkung abhängen. Im Folgenden erklären wir Ihnen, welche Schenkungsarten es gibt:

1.  Handschenkung: 

Die Handschenkung bezeichnet die sofortige Schenkung von Hand zu Hand. Sie setzt demzufolge eine bewegliche Sache beziehungsweise einen Gegenstand als Schenkungsobjekt voraus. Die Handschenkung wird auch formfreie Handschenkungoder Realschenkung genannt. Soll Grundeigentum übertragen werden, muss der Handschenkung ein Schenkungsversprechen vorausgehen und sie wird erst mit der Eintragung im Grundbuch gültig.

2. Schenkungsversprechen: 

Ein Schenkungsversprechen ist ein Verpflichtungsgeschäft. Durch dieses verpflichtet sich der Schenkgeber gegenüber dem Beschenkten. Die Verpflichtung kann sich unter anderem auf einen Gegenstand oder einen Geldbetrag beziehen. Mithilfe des Schenkungsverspreches ist es aber auch möglich, auf eine bestehende Schuld zu verzichten.

3. Schulderlassschenkung:

Die Schulderlassschenkung bezeichnet den Verzicht des Schenkers auf eine Forderung gegen den Beschenkten.

4. Schuldübernahmeschenkung:

Eine Schuldübernahmeschenkung bezeichnet die Übernahme einer Schuldpflicht, sodass der Schuldner unentgeltlich von seiner Pflicht befreit wird.

5. Gemischte Schenkung:

Die gemischte Schenkung ist ein sogenanntes Gegenleistungsgeschäft. Bei diesem wird die Gegenleistung zum Teil entgeltlich und zum Teil unentgeltlich getilgt.

6. Erbvorzug:

Der Erbvorbezug bezeichnet eine Zuwendungzu Lebzeiten. Diese ist unentgeltlich und muss an den späteren Erbteil angerechnet werden.

7. Schuldschenkung:

Eine Schuldschenkung bezeichnet entweder die Zuwendung einer Forderung gegen sich selbst oder eine Schenkung als Verpflichtungsgeschäft.

Schenkungssteuer - Unterschied zur Erbschaftssteuer

Die Schenkungssteuer und die Erbschaftssteuer sind in der Schweiz gemeinsam kodifiziert. Beide Steuerarten werden von den einzelnen Kantonen erhoben. Der Bund ist nicht berechtigt, eine Schenkungs- oder Erbschaftssteuer zu erheben.

In den meisten Kantonen sind die Schenkungssteuer und die Erbschaftssteuer in der gleichen Höhe angesetzt. Eine Schenkungssteuer wird jedoch zu Lebzeiten des Schenkers erhoben, eine Erbschaftssteuer dann, wenn der Erbfall eintritt, der Erblasser als tot ist. Um einen Erbstreit innerhalb der Erbengemeinschaft oder außerhalb im Todesfall zu verhindern, empfiehlt es sich ein Testament. Mithilfe eines Testaments wird die gesetzliche Erbfolge eaußer Kraft gesetzt und der Erblasser entscheidet selbst über die Verteilung seines Nachlasses.

Wenn Sie Fragen zum Erbrecht Schweiz oder speziell zum Ehegatten Erbrecht, der Erbreihenfolge oder dem Wunsch zum Erbverzicht haben, hilft Ihnen ein Rechtsanwalt für Erbrecht weiter.

Wann unterliegt eine Schenkung der Erbschaftssteuer?

Für den Fall, dass der Schenkgeber durch ein Schenkungsversprechenverfügt, wer nach seinem Tod eine Schenkungerhalten soll, unterliegt der Gegenstand der Schenkung der Erbschaftssteuer. Dies ist deswegen der Fall, weil der Gegenstand der Schenkung erst nach dem Tod der Schenkgebers in den Besitz des Beschenkten übergeht. In diesem Fall unterliegt die Schenkung also nicht der Schenkungssteuer.

Eine Ausnahme bildet hier der Kanton Luzern: Wenn eine Immobilie fünf Jahre vor dem Tod des Erblassers Gegenstand einer Schenkung war, so findet die Erbschaftsteuer Anwendung. Wenn nicht, ist die Schenkung sowohl von der Schenkungssteuer als auch von der Erbschaftssteuer befreit.

Schenkungen und Erbvorbezüge

Innerhalb der Kantone werden Erbvorbezüge und Schenkungen genau gleich behandelt. Einziger Unterschied zwischen Erbvorbezügen und Schenkungen ist: Erbvorbezüge müssen im Erbfall ausgeglichen werden, Schenkungen nicht. Wenn der Schenkende dies möchte, kann er eine Ausgleichspflicht anordnen.

  • Mehr zum Thema Schenkungen

Fristen Schenkungssteuer Steuererklärung

Für die Schenkungssteuer gelten bestimmte Fristen. Diese können sich allerdings von Kanton zu Kanton unterscheiden. Für die Schenkungssteuer Zürich beispielsweise gilt: Wer eine steuerpflichtige Schenkung erhalten hat, muss innerhalb von drei Monaten eine Steuererklärung einreichen. Diese Steuererklärung muss unaufgefordert eingereicht werden.

Ausnahmen von bestehenden Regelungen und detaillierte Informationen zu steuerfreien Beträgen oder der Steuerberechnung können Sie beim Anwalt für Erbrecht oder beim jeweiligen kantonalen Steueramt erfragen.

Schenkungssteuer umgehen bzw. sparen

In einigen Fällen kann eine Schenkungssteuer umgangen werden. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine gemeinnützige Stiftung errichtet wird. Eine solche stellt eine Schenkung dar, die den Status der Steuerbefreiung genießt.

Tipp:

Wenn Sie eine Steuerbefreiung anstreben, bedarf dies immer eines Antrags bei Ihrer jeweiligen Steuerbehörde. Erfolg versprechend ist dies allerdings wirklich nur dann, wenn die Stiftung gemeinnützige Zwecke erfüllt. Werden persönliche Interessen verfolgt, ist eine Steuerbefreiung nicht möglich.

Eine weitere Möglichkeit, um die Schenkungssteuer zu umgehen oder zu sparen ist ein Umzug. Da sich die Schenkungssteuer von Kanton zu Kanton unterscheidet, kann dies in einigen Fällen sinnvoll sein. Allerdings ist ein Umzug natürlich mit großem Aufwand verbunden. Ob es sich also letztlich lohnt oder man die Schenkungssteuer in de, jeweiligen Kanton in Kauf nimmt, will gut überlegt sein.

Weitere Beiträge die Sie interessieren könnten..

Zum Schenkungssteuer Rechner